Nicht nur der Werler TV trauert

Werler Judotrainer Georges Covyn im Alter von 89 Jahren verstorben

Georges Covyn ist im Alter von 89 Jahren Anfang der Woche verstorben.
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Georges Covyn ist im Alter von 89 Jahren Anfang der Woche verstorben.

Die heimischen Judoka trauern um Georges (Jo) Covyn, der Anfang der Woche im Alter von 89 Jahren verstorben ist.

Werl – Jo Covyn, der als belgischer Soldat nach Deutschland kam, hat während seiner langjährigen Trainertätigkeit, untrer anderem beim Werler TV, JC Welver und TV Arnsberg Generationen die Grundlagen des Judo vermittelt und viele zu Bezirks-, Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften geführt. Außerdem war er lange Jahre als Bundeskampfrichter tätig. Er war Träger des 7. DAN (der höchste in Deutschland verliehene Meistergrad ist der 10. DAN).

Seine besondere Liebe galt der Kata, einer besonderen Form des Judo. Von 2002 an war Covyn Coach der Kata-Mannschaft NRW. Erfolge seiner Judoka verdeutlichen seine Trainer-Qualität, denn von 2003 bis 2010 gab es nicht ein Jahr, in dem sie nicht mindestens in einer Kategorie den deutschen Meister stellten, 2003 sogar in allen Kategorien.

Bei drei Europäischen Kata-Meisterschaften war sein Sohn Eddy Covijn mit seinem Trainingspartner Matthias Gedig Teil der deutschen Nationalmannschaft.

Beim Werler TV war Jo Covyn bis 2014 als Trainer engagiert, stand der Abteilung auch danach immer mit Rat und Tat zur Seite. Das Judo in Werl, aber auch in NRW, hat mit dem Tod von Covyn einen langjährigen Freund, Förderer und außerordentlich fachkundigen und respektierten Trainer verloren.

Covyn war Vater von fünf Kindern. Judo spielte in seinem Leben, neben seinem Beruf als Hubschrauberpilot und Ausbilder der Hubschrauberkunstflugstaffel der belgischen Armee, eine wesentliche Rolle.

Seine ganze Familie hat er mit dem Judovirus infiziert. Vielleicht verbrachte er, oft begleitet von seiner Frau Jose, sogar mehr Zeit auf den Judomatten dieser Welt als in seinen eigenen vier Wänden, erinnerte sich Thaddäus Rohrer vom Vorstand des Werler Turnvereins.

Georges Covyn war ein leidenschaftlicher Judoka. Er zog seine Schüler durch seine Disziplin und Detailbegeisterung in den Bann. Wer ihn näher kennenlernte, erlebte seine Herzlichkeit, Freundschaft und seinen unermüdlichen Einsatz für Schützlinge und Verein, schildert Rohrer.

Besonders ausgezeichnet hat ihn sein integrativer und versöhnender Charakter, erläutert Rohrer. Durch sein Wirken im Sport baute er Brücken zwischen Belgiern und Deutschen auf. So entwickelte sich unter seiner Leitung Judo zu einem Integrationsinstrument von Menschen unterschiedlichster Herkunft im Kreis Soest.

Beispielhaft war sein Gerechtigkeitssinn. Sein tief verwurzelter Teamgeist, sein überragender sportlicher Elan, sein Engagement und die Fähigkeit, Wissen und Leidenschaft zu vermitteln, wird durch die vielen hohen DAN-Träger in den durch ihn betreuten Vereinen dokumentiert.

Besonders lag ihm die Förderung der Jugend am Herzen. Viele dieser Judoka wirken heute als Multiplikatoren für gutes Judo in unterschiedlichen Vereinen. Jo Covyn war Initiator der Wettkampfgemeinschaft Börde-Union Werl-Welver. Judokas dieser und anderer von ihm betreuten Vereine haben unzählige Erfolge bei Kreis-, Bezirks-, Landes- und den Westdeutschen Kata-Meisterschaften gefeiert. Im Verein war er viele Jahre Mitglied des Vorstandes und Kassenwart.

„Wir werden Jo Covyn als begeisternden Judoka, Trainer, Kampfrichter, Vater und Freund im ehrenvollen Gedenken behalten“, so Thaddäus Rohrer.

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