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Wenn ein Handballverein für Heimspiele in eine andere Stadt muss...

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Von: Thomas Müller

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Handball, Frauen, Bezirksliga Hellweg: Werler TV - SG Wickede-Dellwig 25:26
In der Werler Dreifachhalle - in der sonst der Werler TV daheim ist - spielt am Samstag der STV mit zwei Männerteams. © Thorsten Hoffmann

Am Samstagmorgen packen die Handballer des Soester TV zwei Kleinbusse und ziehen um. Ziel ist ihre neue Heimat, das ist sie zumindest für dieses Wochenende, im 15 Kilometer entfernten Werl.

Werl – Weil die Sporthalle am Börde-Berufskolleg weiterhin nicht benutzbar ist – Legionellenbefall seit Anfang Mai – braucht der STV Ersatz. Bei Training oder gar (haftmittelfreien) Jugendspielen sind in Soest Ausweichmöglichkeiten vorhanden, für Oberliga-Handball nicht.

Gut aufgenommen

Daher nun der Umzug nach Werl, wo am Samstag die zweite Mannschaft (15.45 Uhr gegen Hamm III) und Erste (18 Uhr gegen HSC Haltern-Sythen) in der Dreifachhalle spielen. „Wir müssen die komplette Logistik und das Equipment für ein Heimspiel, wie Rechner, Hallen-Uhr, Plakate, Werbebanner und andere Sachen nach Werl transportieren“, berichtet Rainer Wolfgarten, Geschäftsführer beim STV-Handball. In Werl angekommen, wird alles aufgebaut, angeschlossen und geschaut, ob alles funktioniert. Und alles in der Hoffnung, dass dies ein einmaliger Vorgang ist.

Dabei sind die Soester in der Dreifach-Halle willkommen. Die Stadt Werl hat dem STV „sehr faire Konditionen“ (O-Ton Wolfgarten) in seiner Notlage geboten.

„Gute Gespräche“

Am Donnerstag saßen Stadt Soest, Kreis Soest und Soester TV zusammen, um über die Sporthalle des Börde-Berufskollegs zu beraten. „Wir hatten gute Gespräche mit Kreis und Stadt und sind auf der Suche nach kurzfristigen Lösungsmöglichkeiten“, sagt Rainer Wolfgarten, Geschäftsführer der STV-Handballer.

Und auch die Handballer des Werler TV heißen den größeren Nachbarn willkommen. Abteilungsleiter Ralf Mehrmann, sein Sohn spielt derzeit übrigens in der „Zweiten“ des STV und damit auch am Samstagnachmittag in Werl, und der Rest der Abteilung helfen mit, übernehmen das Catering; und erwirtschaften damit auch ein bisschen etwas für die eigene Vereinskasse. Die Einnahmen der Eintrittsgelder gehen an die Soester Handballer, die nicht nur deshalb hoffen, dass möglichst viele Soester Zuschauer den kurzen Weg nach Werl mitmachen – und „vielleicht auch einige Werler Zuschauer, die sich interessieren“, so Wolfgarten.

Im Vorfeld war natürlich auch noch einiges zu tun, wie den Gegner zu unterrichten und rund um die Halle alles zu organisieren. „Wir haben aber alles hintereinander. Die Stadt Werl und auch der Werler TV waren sehr entgegenkommend. Auch beim Hausmeister können wir uns nur bedanken.“

Ob dieser Doppelspieltag ein einmaliger Ausflug nach Werl ist oder ob es weiterhin alternative Spielorte zur „Bördehalle“ geben muss, bleibt abzuwarten.

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