TuS Warstein: Alois Grafe vor Amtsjahren 13 bis 15

WARSTEIN ▪ „Wenn die anderen glauben, am Ende zu sein, dann muss man erst anfangen!“ Es ist der Satz, den Alois Grafe an den Anfang seiner Antrittsrede stellt. Es ist Freitag, der 5. März im Jahr 1999. Grafe ist soeben zum neuen 1. Vorsitzenden des TuS 45 Warstein gewählt worden, es endet die Ära seine Vorgängers Helmut Gödde. Von Harald Struff

Zwölf Jahre später steht Grafe noch immer an der Spitze des über 600 Mitglieder zählenden Sportvereins – und er wird ihn voraussichtlich noch drei weitere Jahre bis 2014 führen. Denn der 52-Jährige stellt sich in der Generalversammlung am 25. März 2011 als 1. Vorsitzender zur Wiederwahl. Es winken die Amtsjahre 13 bis 15.

„Ich werde wohl weitermachen, wenn ich denn gewählt werde. Die positive Entwicklung des Vereins möchte ich weiter begleiten“, sagte Grafe gestern im Gespräch mit dem Anzeiger. Sicherlich sei er „schon ein bisschen amtsmüde“, teilte Grafe zwar auch mit, doch Antrieb verspüre er immer noch: „Wir haben ja noch ein paar Aufgaben. Wir haben in den letzten beiden Jahren den Sportplatz und die Senioren in den Fokus gestellt; dieses Jahr soll es die Jugendabteilung sein.“ Für die rund 200 aktiven, in 13 Mannschaften spielenden Kinder und Jugendlichen soll es mehr Unsterstützung geben, sollen besondere Aktionen stattfinden. „Wir wollen die vorhandenen Trainer aufqualifizieren“, nennt Grafe ein Ziel des im Jahr drei nach dem Kunstrasenbau Richtung Landesliga strebenden Bezirksliga-Tabellenführers.

Vor zwölf Jahren übernahm Grafe einen Club nahe des sportlichen Abgrunds. Zwei Tage nach Grafes Amtsantritt kassierte der TuS im 15. Meisterschaftsspiel seine schon 10. Saisonniederlage, ein 1:6 gegen Athlitikis Lippstadt, womit die Blau-Weißen unter damaliger Trainerleitung von Domenico „Mimo“ Mastropasqua mit 22:51 Toren und 7 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz der A-Kreisliga verharrten – gerade mal ein halbes Jahr nach dem Abstieg aus der Bezirksliga-Staffel 5.

Sportlich zu dieser Zeit obenauf: Lokalrivale Schwarz-Weiß Suttrop, der mit Spielertrainer Klaus Hardes und Toptorjäger Andi Senk als Tabellenzweiter monatelang mit dem FSC Rheda und VfB Marsberg um den Aufstieg zur Verbandsliga mitspielte, abschließend mit Platz drei seine beste Landesligaplatzierung überhaupt erzielte. Warstein konnte am Ende einer trüben Saison erst am letzten Spieltag aufatmen: Der zweite Abstieg in Folge wurde am 30. Mai 1999 mit einem 6:1-Sieg über den SV Lippstadt 08 II auf Platz 13 verhindert.

Einen schweren Stand hatte der TuS in Grafes erstem Amtsjahr auch auf sportpolitischer Ebene. „Wahrscheinlich frühestens 2001“ könnten Fördermittel des Landes für den Bau eines Kunstrasenplatzes am Herrenberg fließen, ließ der damals regierende Bürgermeister Clemens Werner wissen. Auf 700 000 Mark wurde der Aschenplatz-Umbau einst beziffert; bei einem Eigenanteil des TuS in Höhe von 50 000 Mark und zu erwartenden Landeszuschüssen von rund 250 000 Mark bliebe eine Differenz von rund 400 000 Mark. Und auch schon damals war der finanzielle Spielraum der Stadtverwaltung kein großer.

Die schon seit Jahrzehnten bestehenden Kunstrasen-Pläne des TuS Warstein ließen sich erst im Jahr 2008, der dritten Amtsperiode Grafes, in die Tat umsetzen. Dazu bedurfte es einer Aufstockung der Eigenmittel seitens des Vereins auf über 200 000 Euro. Im August 2009 wurde die Einweihung des 390 000 Euro teuren Kunstrasenplatzes gefeiert, zu dem städtische Zuschüsse in Höhe von 178 000 Euro flossen. Im Januar 2011 bleibt dem Verein eine Restschuld von 12 000 Euro, die durch weitere Spenden abgebaut werden soll.

Am Ende seiner vierten Amtszeit steht Grafe einem Verein vor, der mit seiner modernen Kunstrasenanlage einen großen Zulauf an Nachwuchsspielern im G-, F- und E-Jugend-Alter erfährt, der mit seiner 1. Seniorenmannschaft als Tabellenführer der Bezirksliga 5 die beste Platzierung seit Jahrzehnten genießt – und, es fiele dann in Grafes fünfte Amtszeit, zur Landesliga aufsteigen könnte.

Gestern sagte Grafe: „In der Hinserie haben wir gezeigt, dass wir den Durchmarsch in die Landesliga packen können. Es ist jetzt die Frage, wie wir nach der Winterpause aus den Startlöchern kommen. Am Anfang der Saison war es sicherlich kein Ziel, dass wir direkt wieder aufsteigen. Wir wollten einfach eine gute Rolle spielen, das hatten wir uns ausgemalt. Aber: Wenn wir die Chance haben und sich die Mannschaft das erarbeitet, dann sagen wir auch nicht nein!“

Die Generalversammlung ist am Freitag, 25. März, ab 19 Uhr in der Galerie des Sudhauses. Weitere Wahlen: Geschäftsführer (Heinz Hoppe), Beisitzer (Klaus Hölter, Guido Burmann), Platzkassierer (Horst Winkler), Mannschaftsbetreuer (Michael Hense, Jürgen Kopowski).

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