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Vorgezogener Kirmes-Spieltag in der Kreisliga A: Aufsteigerduell, Spitzenspiel und Derbys unter Flutlicht

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Von: Jürgen Groener, Benedikt Schulte, Marcel Kroel, Michael Rusche, Sebastian Heinke

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Fußball, Kreisliga A Soest: BW Büderich - SC Sönnern
Unter Flutlicht findet der 11. Spieltag in der Kreisliga A statt. © Thomas Nitsche

Vorgezogener Kirmes-Spieltag in der Kreisliga A: Spitzenspiele und Derbys unter Flutlicht. So plant Gastgeber Günne den dritten Derbysieg in Folge an. Möhnesee will den Schwung aus der vergangenen Woche mitnehmen. In Lippetal trifft im Spitzenspiel Ralf Butterbeck (völlig emotionslos) auf seinen Ex-Verein.

SuS Günne – SpVg Möhnesee, Do, 19 Uhr, Sperrmauer. Es ist das 31. Möhnesee-Derby zwischen SuS Günne und der SpVg. Möhnesee. Seitdem der SuS in der Saison 2020 wieder in der A-Liga mitwirkt, konnten die Matrosen aus Körbecke keine der Partien in Günne gewinnen. Auch ist es ein besonderes Spiel, denn es ist das erste Mal unter Flutlicht. Dass das Derby kein Kuschel-Spiel wird, wissen Spieler und Trainer.

Zwar hat die SpVg. Möhnesee in der letzten Partie gegen den SC Lippetal bewiesen, dass sie auch gegen einen Gegner aus dem oberen Tabellenbereich mithalten kann. Doch ließ die Mannschaft von Christopher Horstmann auch Punkte bei Teams aus dem unteren Bereich liegen. Der Gastgeber hingegen fängt sich langsam, klettert aus dem Keller, will in auf eigenem Platz natürlich den Nachbarn ärgern und die Matrosen weiterhin in Günne nicht gewinnen lassen. Mit einem Sieg kann der SuS weiter nach oben klettern, die Sportvereinigung könnte den vierten Platz erst einmal sichern. Die personelle Situation hat sich bei beiden Teams in den letzten Wochen immer wieder geändert.

Matrosen-Coach Horstmann hat keine Angst im Spiel gegen den Nachbarn, dennoch wäre ihm eine Austragung der Partie auf einem Sonntag lieber gewesen. „Auch wenn die Flutlicht-Atmosphäre vielleicht cool ist, aber am Wochenende wären deutlich mehr Zuschauer da. Doch das ist zweitrangig. Wir haben nach dem 1:1 letzten Sonntag ordentlich Selbstvertrauen getankt. Den Schub nehmen wir gerne mit. Wir wollen die drei Punkte mit nach Körbecke nehmen.“

Michael Knobloch strebt mit seiner Mannschaft drei Punkte an, denn ein Derbysieg sei etwas ganz Besonderes. „Wir haben gesehen, was die Flutlicht-Atmosphäre ausmachen kann. Da haben wir im Pokal gegen Hilbeck fast die Sensation geschafft. Zwar haben wir noch personelle Engpässe, aber jetzt wollen wir zuhause Möhnesee ärgern. Wir können aktuell den Schwung eines Derby-Sieges gut gebrauchen und wollen zuhause gegen den Nachbarn ungeschlagen bleiben“, so der Günner Trainer.

SC Lippetal – SVW Soest II, Do, 19 Uhr, Lippekampfbahn. Obwohl er lange Trainer in Soest war, „ist das kein besonderes Spiel für mich“, sagt SCL-Trainer Ralf Butterweck, „wir wollen die drei Punkte haben, nicht mehr und nicht weniger.“

SVW Soest II sorgt sich um die sportliche Zukunft

Dazu sei es nötig, mehr Biss und Galligkeit im Abschluss zu zeigen. „Zuletzt in Körbecke haben wir alle Chancen gehabt“, blickt er auf den Punktverlust gegen die SpVg. Möhnesee zurück. Auch in anderen Spielen vermisste er den letzten Schritt zum Ball. „Wir bringen zu wenig Bälle auf das Tor, schießen in den Zaun“, sagt er – und hofft natürlich auf Besserung. „Die Probleme in Soest interessieren mich nicht, die werden schon elf Mann auf den Platz bekommen“, erklärt er zur personellen Misere im Jahnstadion.

Ralf Butterweck (links) blickt bislang auf eine erfolgreiche Spielzeit mit dem SVW Soest II zurück. Zusammen mit seinen Co-Trainern Alistair Howie (rechts) und Andi Pensel leistet er gute Arbeit beim Tabellenzweiten.
Ralf Butterweck. © Müller

„Das Personal ist vor allem unter der Woche sehr eng“, so Viktor Müller, neuer Übungsleiter beim SVW Soest II, „da die Studenten nicht da sind.“ Zuletzt habe sich auch Jonas Reipöhler verletzt, sei fraglich, daher „müssen wir wieder bei der Dritten nachfragen.“ Aber kampflos geschlagen geben wollen sich die Gäste nicht. „Wir fahren dahin, um alles zu geben. Aber natürlich ist Lippetal der Favorit.“

SV Welver – TuS Wickede, Do, 19.30 Uhr, Buchenwaldstadion. Kellerduell im Oberhaus des Fußballkreises Soest: Der Vorletzte aus Welver empfängt den Drittletzten aus der Ruhrgemeinde. „Wir haben und hatten in der englischen Woche drei Sechs-Punkte-Spiele. In Günne haben wir sehr unglücklich verloren, jetzt kommt Wickede und am Sonntag die Reserve des BV Sassendorf. Unser Ziel lautete, aus diesen Spielen mindestens vier Punkte einzufahren. Soll das noch gelingen, dürfen wir heute nicht leer ausgehen“, fasst der Welveraner Trainer Robert Preker die Ausgangslage zusammen. Wichtig sei es, nach längerer Zeit mal wieder einen „Dreier“ einzustreuen. Das rettende Ufer sei noch nicht außer Sichtweite. Preker: „Günne hat nur vier Punkte Vorsprung. Das kann sich schnell wieder ändern.“ Verzichten muss er neben den Verletzten, Zimbelmann, Rokosa und Schilling, auf mehrere Aktive, die ihre Spätschicht nicht tauschen konnten.

Wickedes Coach Tobias Walter sieht zwar gegenüber dem 2:2 in Soest einen leichten Silberstreifen am personellen Horizont, beklagt aber weiterhin zehn Ausfälle. „Wir müssen auch mal gewinnen. Wir haben schon sechs Unentschieden auf dem Konto. Dadurch treten wir in der Tabelle auf der Stelle. In Welver werden wir einen neuen Anlauf nehmen. Ich erwarte auf jeden Fall eine enge Partie“, so Walter.

BW Büderich – TuS Niederense, Do, 19 Uhr, Bruchbach. Nach dem 3:1 (0:1-)Sieg über Sönnern geht die Mannschaft von Spielertrainer Dominik Koch mit breiter Brust in die Partie gegen Niederense und will die nächsten drei Punkte mitnehmen. „Wir haben einfach im letzten Spiel gesehen, wie viel eine gute Ersatzbank ausmachen kann und da haben wir jetzt den Vorteil, dass wir auf keine Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen müssen, sondern breit genug aufgestellt sind”, sagt Koch. „Gegen Niederense wollen wir den nächsten Sieg mitnehmen, weil wir eigentlich immer ordentlich spielen und die Ergebnisse sich jetzt dem anpassen müssen.”

Auf der anderen Seite steht der TuS aus Niederense unter Trainer Michael Gerbracht vor ganz anderen Problemen. Nachdem es zuletzt hohe Niederlagen gegen Hovestadt und in Lippetal gab, gab es unter der Woche eine Aufarbeitung. „Wir haben in den beiden letzten Spielen viele Tore kassiert, weswegen wir uns natürlich defensiv bessern und zu alter Stärke zurückfinden wollen”, sagte Gerbracht. Zudem sei ein Doppelspieltag, wie der bevorstehende, immer sehr schwierig für die Spieler. Trotzdem will der TuS alles raushauen. „Wir haben unter der Woche fast vollständig trainiert und können auch nur als Mannschaft hier bestehen. Da werden uns Einzelgänger nicht weiterhelfen”, warnte Gerbracht.

Höinger SV – BV Sassendorf I, Do, 19 Uhr, Hüstener Berg. Volle Fokussierung auf den nächsten Gegner fordert Luigi Brusciano, Trainer des Tabellenführers BVS. „Ich erwarte ein gutes Spiel gegen einen Gegner, der versuchen wird, mitzuspielen“, sagt er, geht also davon aus, dass der HSV auf eigenem Platz Druck machen und früh angreifen wird.

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Die erste Mannschaft gewann das interne Derby beim BV Sassendorf. © Heinke, Sebastian

„Wir sind aber für alle Situationen taktisch gerüstet“, macht er sich keine Sorgen, vielmehr freut er sich auf die Anlage in Ense und eine schöne englische Woche. „Ich will keine taktischen Vorgaben verraten, aber wir spielen natürlich auf Sieg“, möchte er die nächsten drei Punkte. Dabei freut er sich vor allem auf das Comeback von Lars Hass nach langer Verletzungspause (Adduktoren), der sehr gut trainiert habe.

Kader wieder dünn bei Gastgeber Höinger SV

„Im Moment haben wir die Hoffnung auf ein Pünktchen“, sagte HSV-Trainer Frank Jesse-Verletis am Mittwochmittag. Er erinnert an das vor der Saison gesteckte Ziel, die Spitzenteams ärgern zu wollen. „Am Donnerstag wird es aber schwer, da wir viele Verletzte und Studenten haben“, ist der Kader wieder dünn besetzt. Der Coach geht davon aus, dass der offensiv stark besetzte BVS früh angreifen und auf ein schnelles Tor drängen wird. „Wir müssen daher auf alle Fälle gut stehen. Aber die genaue Taktik entscheidet sich erst am Donnerstag“, will er sich wie Brusciano nicht in die Karten schauen lassen.

SC Sönnern – RW Westönnen II, Do, 19 Uhr, Türkenplatz. Sönnerns Trainer Frank Vollenberg erwartet trotz der klaren Favoritenrolle einen heißen Tanz: „Ich weiß, wie Klaus spielen lässt, da wird Feuer drin sein“, sagt Vollenberg augenzwinkernd. Er kennt Westönnens Trainer Klaus Borghardt aus vergangenen Tagen.

Die Derby-Pleite in Büderich nervte den mit einem Bänderriss ausfallenden Vollenberg. Und mit Busemanns Ausfall verschärft sich die Personalsituation. „Ein dreckiges 2:1“ würde Vollenberg reichen. Ein großes Lob verteilt er an die Sönneraner Fans: „Das ist einmalig“, hofft er trotz durchwachsener Ergebnisse auf weitere Unterstützung.

Bei Westönnen ist die Tendenz positiv, auch wenn die Ergebnisse (noch) nicht stimmen. Der Puls war hoch nach dem 3:4 gegen Höingen. Trainer Klaus Borghardt nahm das Positive mit: „Wir werden immer besser, die Jungs kämpfen wie die Löwen“, hat er viele gute Aspekte aus der Niederlage mitgenommen. Er weiß um die Schwere der Aufgabe in Sönnern: „Ein Derby auf tiefem Platz. Das wird ein Kampfspiel“, hofft er vor allem auf eine stabile Verteidigung.

SC Neuengeseke – BV Bad Sassendorf II, Do, 19 Uhr, Rasenplatz. Aus der vergangenen Partie in Scheidingen, in der die Mannschaft von Pietro Peters in letzter Sekunde den Ausgleich kassierte und sich noch zwei Platzverweise abholte, zog der Trainer seine Lehren und blickt nur noch auf das nächste Spiel. „Bei uns sind es immer kleine individuelle Fehler, die wir einfach jetzt abstellen müssen. Wir müssen klarer spielen und diesen einen Schritt mehr machen als der Gegner, dann sehe ich die beiden Mannschaften etwa gleich stark. Wenn natürlich Spieler aus der ersten Sassendorfer Mannschaft eingesetzt werden, mag das schwieriger werden, aber es ist ein Derby, da kann immer alles passieren”, zeigte sich der SCN-Trainer optimistisch.

Auch Gästetrainer Jens Gieseke blickt positiv auf die Partie: „Wir wollen wieder aggressiver spielen und mehr Spielanteile haben, was in den letzten Spielen gegen Soest und unsere erste Mannschaft nicht der Fall war.” Natürlich komme auch für seine Mannschaft der Derbyfaktor dazu. „Letzte Saison konnten wir vier Punkte holen. Unser Ziel ist es, mit drei Punkten vom Platz zu gehen”, schaut er auf das Aufsteigerduell.

SV Germania Hovestadt – SuS Scheidingen, Do, 19 Uhr, Sportpark. Der Tabellensechste Hovestadt gewann zuletzt wieder Anschluss an die oberen Gefilde. Die Scheidinger haben mit zehn Zählern auf dem zwölften Platz nur drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz.

Trainer Tim Brans, der am Donnerstag im Urlaub weilen wird, meinte: „Wir haben die letzten drei Spiele nicht verloren, wollen unbedingt punkten. Wir haben Respekt vor Hovestadt, das sich seit dem Trainerwechsel im Aufwärtstrend befindet. Da muss die Mannschaft schon alles in die Waagschale werfen. Leider verbessert sich unsere personelle Lage nicht. Vermutlich werden nur ein oder zwei Spieler als Ersatz auf der Bank Platz nehmen, da die zweite Mannschaft parallel spielt.“ Beim 2:2 gegen Neuengeseke sei es nicht gelungen, trotz einer ordentlichen Leistung drei Punkte zu holen. „Vielleicht gelingt uns das ja in einem Spiel, in dem man nicht unbedingt damit rechnet“, so Brans. Wichtig sei es, Toptorjäger Mirsad Masuku auszuschalten, der bereits zehn Saisontreffer erzielt hat.

Die Germania hat ebenfalls seit drei Partien nicht verloren, holte sieben Punkte. „Wir haben den Schwung vom Wochenende mitgenommen und am Dienstag gut trainiert. Die Stimmung ist top und wir möchten die Leistung vom Sonntag bestätigen“, so Daniel Horstschäfer aus dem Vierer-Trainerteam.

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