Volleyball

Soester TV bereitet sich auf Saison vor: Blaudszun trainiert fünf Teams

Jan Grobfeldt (2.v.r.) coacht die männliche U20.	Foto: Zienau
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Jan Grobfeldt (2.v.r.) coacht die männliche U20.

Soest – Dunkle Wolken ziehen auf über den Volleyballern des Soester TV. Nicht sprichwörtlich, sondern buchstäblich. Denn aufgrund der Covid-19-Pandemie durfte der STV zwischenzeitlich nicht seine angestammte Halle am Archi-Gymnasium nutzen.

So auch an diesem Freitagabend, an dem das Trainingsprogramm von Gewitterwolken unterbrochen wurde. Doch das Training im Freien ist nur eine der Herausforderungen, denen sich die Volleyballer vor der neuen Saison stellen mussten. Doch unterkriegen lassen sie sich nicht.

Am ersten Septemberwochenende startet die erste Herrenmannschaft gegen TV Brilon in die Saison, kurz danach folgen die anderen Teams. Dabei ist die Trainerfrage bei den Männern noch nicht geklärt. Der ehemalige Coach Jan Grobfeldt trainiert nun bis Ende des Jahres die U20 des Vereins, will sie auf die erste Mannschaft vorbereiten.

Das Training der Männer hat derweil Steve Blaudszun übernommen. Damit trainiert er fünf Teams parallel. Neben der Zusatzbelastung, als Spielertrainer bei den Herren zu agieren, coacht er weiterhin die beiden Damenteams plus die weibliche U20 und die U18 in der Oberliga. „Ein Großteil der Mädels steckt in den meisten Teams drin und hat Bock zu spielen“, so Blaudszun, der an drei Werktagen pro Woche für den Verein aktiv ist – Spiele noch nicht mitgezählt. „Wir haben die Mannschaften dementsprechend gemeldet, um den Spielerinnen die Möglichkeit zu geben, auch in ihren Altersklassen höher zu spielen.“

Wiederaufstieg das Ziel

Mit der ersten Damenmannschaft peilt Blaudszun den Wiederaufstieg an. „Wir haben die Mannschaften umstrukturiert, auch wenn ich den aktuellen Kader noch nicht bekannt gegeben habe. Die Teams werden komplett neu gemischt.“ Dass die Relegation – sowohl nach oben als auch nach unten – nach dem abrupten und chaotischen Ende der Vorsaison ausgefallen ist, mache die Sache nicht einfacher, aber Blaudszun glaubt an seine Damen: „Auch die Zweite müsste es hinkriegen. Spielerisch dürften wir oben mitspielen.“ Die ersten Testspiele stimmen ihn optimistisch.

Auch Abteilungsleiter Heinz Arens ist im Grunde zufrieden mit dem Stand der Dinge, auch wenn einige Baustellen offenbleiben. Aber es ist eine der Stärken des Vereins, mit spontanen Herausforderungen umzugehen. „Als das mit Corona losging und wir nicht mehr in die Hallen konnten, haben wir kurzfristig fünf Netze für den Außenbereich angeschafft und viel damit gearbeitet.“ Seit einer Woche dürfen die Volleyballer wieder in die Halle, aber der Trainingsbetrieb war auch in den Sperrzeiten gewährleistet.

U16 aufgelöst

Die weibliche U16 ist die einzige Soester Volleyballmannschaft, die aufgelöst wurde. „Vor den Osterferien waren wir vollzählig, danach kamen immer weniger“, so Arens. Die sieben übrigen Jugendteams werden in der kommenden Saison in der Ober- und Bezirksliga antreten.

Die Trainersuche bei den Herren läuft weiterhin. „Wir haben bestimmt zehn bis zwölf Kandidaten angesprochen“, so Arens. „Ich hatte eine Zusage für eine Trainingseinheit pro Woche, das soll jetzt erst einmal viermal getestet werden.“ Die Betreuung am Spieltag sei hingegen kein Problem, so Arens: „Da haben wir so viele Ehemalige, die gesagt haben, wir kümmern uns drum, wir fahren mit und coachen.“

Grobfeldt kümmert sich um U20

Der ehemalige Trainer der ersten Mannschaft, Jan Grobfeldt, kann diese Aufgabe nicht mehr übernehmen, er widmet sich dem Training der U20. „Ich habe von vorneherein gesagt, dass ich erst mal für eine Saison aus dem Seniorenbereich aussteige“, so Grobfeldt. „Ich habe das vier Jahre am Stück gemacht, wobei das vierte ziemlich anstrengend war. Mein Motto ist ohnehin: nach drei Jahren ein Trainerwechsel. Das hatte ich diesmal gebrochen. Ich wollte aber trotzdem weitermachen, gerade im Jugendbereich, der mein Steckenpferd ist. Da hat sich die U20 angeboten.“ Grobfeldt gefällt das Engagement der Jugendlichen, die wahrscheinlich bald Verstärkung aus Sorpesee erhalten. Einige seiner Schützlinge waren Teil der erfolgreichen Spielgemeinschaft mit dem befreundeten Verein.

Andree Kamann zurück

Den dritten vakanten Trainerposten füllt ein altbekannter Neuzugang. Andree Kamann hat seine Volleyballkarriere beim STV begonnen, verließ dann aber aus beruflichen Gründen Stadt und Verein. Jetzt ist er zurück und trainiert die männliche U18. „Die Verbindung mit Heinz Arens ist nie richtig abgerissen“, erklärt Kamann. Arens war sein Trainer beim STV und ist bis heute sein Bankberater. „Man sieht und spricht sich häufiger und er hat mich gefragt, ob ich mir den Posten vorstellen könnte. Ich bin ja mit dem Verein großgeworden und bin bereit, etwas zurückzugeben.“ Auch seine ersten Schritte als Trainer tat er beim STV. Der erste Eindruck von seinem Team ist positiv. „Es ist eine junge, eine unerfahrene Mannschaft, aber sie hat auf jeden Fall Potenzial“, so Kamann.

Die Unsicherheiten des Jahres machen auch vor dem STV nicht halt. Doch auch wenn nicht alles nach Plan geht, schafft es der Verein, durch stabile Strukturen und den Einsatzwillen seiner Mitglieder auf Kurs zu bleiben.

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