Max Ladwig im Interview über seine Laufreise

Vier Halbmarathons und ein Heiratsantrag

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Der Soester Max Ladwig entdeckte sieben Wochen lang Australien und Singapur. Währenddessen lief er vier Halbmarathons und machte einen Heiratsantrag.

Soest – Eine Halbmarathon-Serie der Extraklasse meisterte Max Ladwig. Der Soester entdeckte sieben Wochen lang Australien und Singapur. Währenddessen lief er vier Halbmarathons. Nun kehrte der Student der Volkswirtschaftslehre zurück in die Heimat. Anzeiger-Mitarbeiter Yannick Schönfeldt traf den Laufreisenden am Großen Teich in Soest.

Wer hat Sie auf Ihrer Laufreise begleitet?

In den ersten Wochen habe ich meine Freundin Laura begleitet, weil sie ein OneWay-Ticket hatte und erst einmal für ein Jahr in Australien bleibt. Für die letzte Woche hatte ich meinen Lauffreund Jürgen Böhnke gefragt, ob er Lust hat, mit nach Singapur zu kommen. Er hat direkt Ja gesagt und mich am Flughafen abgeholt. 

Was waren die jeweiligen klimatischen und sportlichen Herausforderungen der Halbmarathons? 

Die klimatischen Bedingungen waren sehr unterschiedlich, da Australien ein sehr vielseitiges Land ist. Der erste Halbmarathon auf meiner Reise war in Cairns, einer Stadt im Nordosten Australiens. Der Lauf zog sich zwischen dem Great Barrier Reef und dem tropischen Regenwald. Wir hatten Glück, dass es am Wettkampftag nach vier sehr heißen Tagen geregnet hat. Dadurch wurde das Wetter etwas europäischer. In Sydney bin ich den zweiten Halbmarathon gelaufen. Wir kamen direkt in den Herbst herein, sodass es sehr angenehm war zu laufen. Die Strecke verlief hügeliger als gedacht, obwohl es die ganze Zeit am Ufer lang ging. Der dritte Halbmarathon in Canberra war wie ein Lauf am Möhnesee. Der See sah sehr ähnlich aus, Canberra wirkte wie eine Mischung aus Körbecke und Bonn. Es war Spätherbst mit nur zwölf Grad. Beim vierten Halbmarathon in Singapur bin ich gefühlt um ein Uhr in der Nacht gestartet, da ich noch die Sydney-Uhrzeit im Körper hatte. In Singapur kam alles zusammen: tropisches Klima aus Cairns und harte Waden von den vorherigen Halbmarathons. 

Welcher Halbmarathon hat Ihnen am besten gefallen? 

Tatsächlich hat mir der Lauf in Cairns am besten gefallen. Die Läufe in Sydney und Canberra haben mich sehr an Stadtmarathons in Deutschland erinnert. In Cairns dachte ich, ich sei im Paradies. Auch die anschließende Tauchreise hat perfekt gepasst. Von Cairns aus sind wir die ganze australische Ostküste mit Bussen runtergefahren. Neben Tauchen und Schnorcheln haben wir einen Surfkurs gemacht und waren eine Woche lang in den Blue Mountains wandern. Singapur dagegen fand ich ganz anders. Dort hatte es einen komischen Beigeschmack. An der Laufstrecke in Singapur waren überhaupt keine Menschen. Die Veranstalter hatten sich gedacht, die Begleiter, die auf ihre Läufer warten, bespaßen wir im Expo-Dorf. Der Rundkurs durch die Stadt war dennoch wunderschön und einzigartig, vor allem wegen des Starts am Formel-1-Gebäude.

 Welches Ereignis bleibt Ihnen von der Rundreise am meisten in Erinnerung? 

Definitiv der erfolgreiche Antrag an meine jetzige Verlobte. Das war ein Moment, der übertrifft alles. 

Sind Australier laufaffin?

Ich würde Ja sagen, da alle Laufveranstaltungen ausgebucht waren. Laufen ist dort eine populäre Sportart. Die beliebtesten Sportarten sind jedoch Rugby und Surfen. Generell kann man sagen, dass es eine freundliche, fast familiäre Atmosphäre bei den Läufen gibt. 

Erfolgreich haben Sie Anfang dieses Jahres Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre in Bonn abgeschlossen. Nun ziehen Sie für ein Master-Studium ins norwegische Bergen. Wie kriegen Sie Laufen, Lernen und Laufreisen unter einen Hut? 

Das war recht glücklich. Als ich das Studium in Bonn angefangen hatte, habe ich gedacht, ich müsste jeden Tag richtig durchpowern und lernen. Aber irgendwann merkte ich, dass es wenige Pflichtveranstaltungen in der Uni gibt und ich den Lernstoff schnell behalten konnte. Und ich hatte Spaß an dem Stoff, den ich lerne. So konnte ich in der Woche neben dem Studium arbeiten und am Wochenende verreisen. Das Geld, was ich verdiene, kann ich direkt ausgeben. Ich denke, Reiseerlebnisse vergisst man nicht. Getreu dem Motto: Reisen bildet. 

Wie viele Halbmarathons haben sie bis jetzt absolviert und welche weiteren Laufhighlights sind geplant?

Das dürften so zwischen 25 und 30 Halbmarathons gewesen sein. Mein erster halber Marathon war auf dem Rothaarsteig in Schmallenberg. Da war ich 15 Jahre alt. Die nächste Herausforderung wird der Berlin Marathon, mein erster Lauf über die volle Distanz sein.

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