Elf Sekunden langer Clip immer noch bei Facebook zu sehen

Video von Fatihspor Werl sorgt für Wirbel: B-Ligist kopiert türkische Elf

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Der SC Fatihspor Werl mit seinem Kader vor Saisonbeginn 2019/2020.

Werl – Die Diskussionen um den Gruß der türkischen Fußball-Nationalmannschaft an das türkische Militär hat auch Auswirkungen auf die hiesige Fußballszene. Während am Wochenende auf Bundesebene über die deutschen Nationalspieler Can und Gündogan diskutiert wurde, postete der lokale B-Kreisligist Fatihspor Werl ebenfalls ein Video bei Facebook.

Darauf zu sehen ist, wie die Werler den Gruß der türkischen Nationalmannschaft nachstellen. Für Trainer Tamer Bektas ist das alles halb so wild: „Wir wollten eigentlich nur die türkische Nationalmannschaft nachmachen, weil es für viele von uns auch die Nationalmannschaft ist.“

Seiner Interpretation nach werde in dem Video das türkische Militär gegrüßt und Kemal Attatürk mit einem Spruch zitiert, der laut Bektas ungefähr bedeutet: „Wie schön ist es doch, ein Türke zu sein.“

Link zum Video kursiert seit Montag

Böse Absichten oder gar Kriegstreiberei habe Fatihspor damit sicherlich nicht gehabt: „Das sollte kein Aufruf zum Krieg sein, auch kein Nationalismus und keine Hetze. Wir wissen natürlich, wer wir sind und auch genau, wo wir sind.“ 

Bektas wundert es, warum sich Leute über das Video empören – zumal das eigentlich gar nicht öffentlich zu sehen sein soll. Der Link dazu kursierte am Montag jedoch unter den heimischen Fußballern und ist immer noch für jeden frei einsehbar. 

Niemand wendet sich an den Verein

Bektas wundert sich zudem, dass sich Leute empörten, aber niemand sich direkt an ihn oder den Verein wendet. „Wir sind offene Menschen, haben viele Nationalitäten im Verein. Wer sich an etwas stört, kann gerne auf uns zukommen und uns direkt ansprechen“, so Bektas.

Trainer Tamer Bektas (zur Vollansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts).

Abschließend betont er noch einmal, dass hinter dem Video ganz bestimmt keine bösen Absichten stecken – und ähnlich wie es Can und Gündogan betonen: keine politische Intention.

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Unser Partnerportal wa.de hat bei der IG Bönen und beim TSC Hamm nachgefragt, wie dort über die hitzige Diskussion gedacht wird.

Der Schalker Profi Ozan Kabak hatte zusammen mit der türkischen Nationalmannschaft salutiert und war deshalb in die Kritik geraten.

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Vereine im Kreis Recklinghausen vor Sportgericht

Drei Amateurfußball-Vereine aus dem Kreis Recklinghausen müssen sich unterdessen sogar wegen eines Militär-Saluts ihrer Spieler vor dem Verbandssportgericht verantworten. 

Kreisvorsitzender Hans-Otto Matthey bestätigte, dass es sich dabei um die SG Hillen, um Genclikspor Recklinghausen und um die zweite Mannschaft der DTSG Herten handelt. 

"Wir lassen uns nicht auf der Nase rumtanzen und von Minderheiten kaputtmachen", sagte Matthey nach einer Sitzung des Kreisvorstandes am Dienstagabend.

"Vermeiden, dass sich solche Vorgänge wiederholen"

Dem Gremium lagen Bilder vor, die die Fälle dokumentieren. "In einem Fall handelte es sich um die komplette Mannschaft, bei den anderen ging es um Gruppierungen von fünf bis sechs Spielern", erläuterte Matthey. 

Das Vorgehen solle natürlich auch als Zeichen der Abschreckung dienen. "Wir wollen vermeiden, dass sich solche Vorgänge wiederholen. Deshalb halte ich es für ein starkes Zeichen des Verbandes, dass die Fälle vor seinem höchsten Sportgericht verhandelt werden", erklärte der Kreisvorsitzende: "Ich gehe davon aus, dass wir am nächsten Wochenende keine politisch geprägten Zwischenfälle haben werden." - dpa

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