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Vertauschte Rollen: STV schlägt Mennighüffen dank starker Abwehr

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Von: Dirk Wilms

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Leon Wolff, am Samstag zwölffacher Torschütze für die Reserve, nutzte in der Schlussviertelstunde seine beiden Chancen.
Leon Wolff, am Samstag zwölffacher Torschütze für die Reserve, nutzte in der Schlussviertelstunde seine beiden Chancen. © Niggemeier

Soest - Sie kamen mit der besten Abwehr nach Soest, hatten noch kein Spiel verloren. Doch der VfL Viktoria Mennighüffen erlitt das gleiche Schicksal wie einst der TuS Möllbergen, als er in der Bördehalle antrat. Der STV brachte dem Tabellenzweiten beim 27:19 seine erste Niederlage bei, gestaltete sein Punktekonto wieder positiv.

STV-Trainer Dirk Lohse, vor einer Woche noch mit seinen Schützlingen an einer starken Loxtener Abwehr gescheitert, rührte in der Defensive Beton an, allerdings nicht auf die herkömmliche Art und Weise. Es war nicht etwa eine Soester Wand, die Mennighüffen nicht zu überwinden verstand. Vielmehr ließ er seine Jungs vor dem Gäste-Angriff herumwuseln, dass den VfL-Akteuren Hören und Sehen verging.

Auf der Spitze ärgerte Jan-Ole Zülsdorf, tags zuvor noch 60 Minuten in der Reserve am Ball, den Gäste-Aufbau, neben ihm verteidigte Fabian Schnorfeil halbrechts sehr offensiv, ebenso Außen Jan Franke gegen den polnischen Ex-Weltmeister Tluczynski. Die Taktik vom Trainer ging auf. Schnell wurde erkennbar, dass Mennighüffen diese Abwehr überhaupt nicht schmeckte.

Trainer Jedrzey nahm rasch eine Auszeit, fand zunächst seinerseits immerhin ein Mittel gegen die Soester Offensive, in der Robin Bekel auf der Mitte zwischen Schnorfeil und Axel Loer agiert, während Max Loer auf der Bank blieb. Lohse hatte auch hier ein Mittel parat, ließ nach einer guten Viertelstunde im Angriff wieder zu siebt spielen, Keeper Birk Muhr nahm auf der Bank Platz.

Das Risikospiel zahlte sich im Nu aus. Nach Max Pichts Kontertor zog der STV auf 9:5 davon, Mennighüffen nutzte auch seine Chancen nicht, als Soester Angriffe abgefangen wurden und das Tor leer war. Stark zum Schluss, wie Axel Loer aus dem Halbfeld mit der Pausensirene das Leder zum 11:7 ins Tor drosch.

Das schien weiteren Mut für Halbzeit zwei zu machen, wo die Zuschauer nach drei Toren in Folge mehr und mehr begeistert waren, einen Sieben-Tore-Vorsprung bejubelten. Mit den beiden Kreisläufern Julian Vukoja und Anton Schönle wurde der Gast ein ums andere Mal nicht fertig, handelte sich einige Siebenmeter ein, die Max Loer bis auf eine Ausnahme verwandelte. Auch in Unterzahl blieb der STV mutig, spielte dann eben zu sechst ohne Torwart.

Das Mittel wirkte ebenso wie die offensive Deckung, bis sich Schnorfeil die zweite Zeitstrafe eingehandelt hatte. Plötzlich wurden die Soester in ihren Aktionen hektischer, aus sechs Toren Vorsprung wurden nur noch zwei, Lohse nahm eine Auszeit.

Die Worte an seine Schützlinge fruchteten offenkundig. Denn es funkte wieder im Angriff, jetzt mit Leon Wolff statt Picht auf der linken Außenbahn. Der Youngster führte sich nach Pass von Max Loer gleich prächtig ein, Schönle und Vukoja setzten jeweils vom Kreis nach. Mit Max Loers 25:18 war das Ding durch.

„Das war eine Klasseleistung in der Abwehr mit Jan-Ole auf der Spitze, das war der Schlüssel zum Erfolg. Es ist der Mannschaft hoch anzurechnen, dass sie auch nicht in Hektik verfallen ist, als es eng wurde“, lobte Trainer Lohse nach dem Abpfiff.

Soester TV: Muhr, Reinken (n.e.); Schnorfeil (2), Wolff (2), A. Loer (4), Vukoja (4), Schönle (2), Haake (1), Bekel (1), M. Loer (6/4), Franke (2), Zülsdorf, Picht (3), Falkenberg (n.e.).

Vikt. Mennighüffen: Born, Habbe; Tluczynski (1), Dittrich (2), C. Krone, Neumann (2), Schumann, J. Krone, M. Köster, Mailänder (4), Halstenberg, Peitzmeier, Büschenfeld (10/3), J. Köster.

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