Kein Fußball:

Verlängerung der Saisonpause - Verband mit weiterer Hiobsbotschaft für Vereine

Fußballspiele - wie hier das Duell zwischen SG Oestinghausen und RW Westönnen - wird es vorerst weiter nicht geben.
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Fußballspiele - wie hier das Duell zwischen SG Oestinghausen und RW Westönnen - wird es vorerst weiter nicht geben.

Die Nachricht kam nicht mehr sonderlich überraschend: Der Ball wird im Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW) weiter ruhen. In einer Pressemitteilung teilte der Verband mit, dass der Spielbetrieb bis mindestens zum 31. März eingestellt bleiben wird. Das betrifft alle westfälischen Ligen von der Oberliga bis hin zur Kreisliga D sowie die entsprechenden Jugendklassen im FLVW.

Kreis Soest – Grundlage für diese Entscheidung, die die spielleitenden Stellen des Verbandes und der 29 Kreise in Absprache getroffen haben, ist die aktuelle Lage der politischen Verfügungen in der Corona-Krise. Zudem wurde berücksichtigt, dass den Vereinen nach der langen Zwangspause ein angemessener Zeitraum für die Vorbereitung auf die weiteren Spiele der Saison 2020/21 gegeben werden muss. Darüber hinaus wird es laut Mitteilung bis zum 30. Juni auch keine Erlaubnis für Turniere oder ähnliche Veranstaltungen im Jugend- und Seniorenbereich geben.

Ob es dann tatsächlich Anfang April zur Fortsetzung der Meisterschaftsrunde kommen wird, hängt vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens ab. Und dem damit zusammenhängenden Zeitpunkt des Einstiegs in den Trainingsbetrieb. Denn daran, dass der noch im Februar wieder aufgenommen werden kann – die aktuelle Corona-Verordnung gilt bis zum 14. Februar –, glaubt kaum noch jemand, weder auf Verbands- noch auf Kreisebene.

„Bestenfalls erfolgt dann eine stufenweise Rückkehr auf die Plätze, die zumindest den Trainingsbetrieb ermöglicht“, nimmt Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball, in der Mitteilung Stellung. Und der Vorsitzende des Verbands- Fußball-Ausschuss (VFA), Reinhold Spohn, ergänzt: „Wir können weiterhin nur auf Sicht fahren und müssen darauf hoffen, dass die Inzidenzwerte sinken und Lockerungen für den Breitensport beschlossen werden.“

Dierk Meinke, Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters SG Oestinghausen, ist nicht überrascht: „Damit habe ich fast gerechnet, dass wir vor April nicht ans Spielen kommen. Alles andere ist vage und wir müssen viel Geduld aufbringen.“

SGO will bereit sein, falls es los geht

Der A-Lizenz-Inhaber glaubt auch, dass Hinrunde oder alternativ 50 Prozent der Spiele in die Bezirksliga 7 über die Bühne gebracht werden können. „Wir hatten ja bislang kaum Spielausfälle. Das Problem sehe ich eher in der Oberliga. Da müssen noch zehn Spieltage plus Nachholspiele abgearbeitet werden“, erklärt Meincke auch mit Blick auf Vergleichbarkeit der Abschlusstabellen. „Wenn es wieder los geht, werden wir im passenden Zustand sein. Die Jungs sind heiß“, sagt der SGO-Coach mit Blick auf einen Trainingsstart Mitte März, falls dies die Corona-Entwicklung zulässt.

Achim Hering, Trainer SC Sönnern.

Achim Hering, Trainer der Oestinghauser Bezirksliga-Rivalen SC Sönnern, hält nichts davon, mit irgendwelchen Szenarien zu hantieren. „Ich frage mich, auf welcher Basis diese Prognosen erfolgen. Die beim Verband sollten der Realität ins Auge schauen. Da muss man nicht alle zwei, drei Wochen eine Sitzung anberaumen und etwas verkünden, solange das mit Corona nicht vollständig aus der Welt ist. Damit ist keinem geholfen“, sagt der Berufsschullehrer.

Auf Grund der Tatsache, dass alles in der Schwebe ist, haben wir uns dazu entschlossen, keine Pfingstturniere zu planen. Es war uns ja auch klar, dass wir das Ganze auch nicht so ausrichten können wie wir wollen.

Sascha Fronz,Jugendleiter BW Büderich

Ibou Mbaye, Trainer des Bezirksliga-Tabellenzweiten SV Westfalia Soest, sagt: „Das habe ich so erwartet. Ich bin davon ausgegangen, dass wir vielleicht an Ostern oder die Woche danach am 18. April wieder starten. Was ich gut daran finde: Wir können besser planen. So könnten wir Ende Februar, Anfang März verbindliche Trainingseinheiten für die Spieler entwickeln.“ Mit Blick auf den Aufstiegskampf ergänzt der SVW-Coach: „Ich hoffe, dass die Saison nicht annulliert wird.“

Pfingstturniere sind ohnehin schon abgesagt in Wickede und Büderich

BW Büderich, dass an Pfingsten immer ein großes Jugendturnier ausrichtet, ist vom Turnierverbot durch den Verband nicht betroffen, denn der Jugendvorstand hatte schon zuvor entschieden, in diesem Jahr darauf zu verzichten. „Auf Grund der Tatsache, dass alles in der Schwebe ist, haben wir uns dazu entschlossen. Es war uns ja auch klar, dass wir das Ganze auch nicht so ausrichten können wie wir wollen“, sagt Büderichs Jugendleiter Sascha Fronz.

Zum einen treffen bei solchen Turnieren viele Personen aufeinander, zum anderen werden die Termine zusätzlich für Meisterschaftspartien in der Jugend und bei den Senioren gebraucht.

Burkhard Kree-Lange (l.), Vorsitzender TuS Wickede.

Burkhard Kree-Lange, Vorsitzender der TuS Wickede, erklärt ebenfalls, dass sein Verein erst gar nicht mit den Planungen für seine großen Pfingstturniere begonnen habe, bei denen sonst in sechs Altersklassen Jugendliche den Ball nachjagen. „Vorausschauend haben wir nichts geplant. Uns war eigentlich klar, dass das nicht stattfinden kann. Wir hätten ja schon im Oktober oder November vergangenen Jahres die Einladungen raus schicken müssen“, sagt Kree-Lange. „Wir hoffen, dass wir bald überhaupt wieder spielen können“, sagt er aber auch mit Blick auf die Nachwuchskicker.

Für seine Senioren, die in der Kreisliga A Soest gute Chancen auf den Aufstieg haben, hält er eine mindestens dreiwöchige Vorbereitung für sinnvoll.

Auch Benedikt Renner, Fußballchef des A-Kreisligisten SC Lippetal, zeigt Verständnis für die Verbandsentscheidung: „Wenn es dann gesundheitlich unbedenklich ist, wieder Fußball zu spielen, bin ich dafür. Aber auch nur dann.“

Fragen und Antworten zur Saison 2020/21

Kann der FLVW die Saison 2020/21 nicht einfach abbrechen?

Nein. Eine der satzungsmäßigen Hauptaufgaben des FLVW ist es, den Spielbetrieb anzubieten. Würde der FLVW bereits jetzt die Saison abbrechen, obwohl der Wettkampfbetrieb zum Beispiel im Frühjahr wieder möglich ist, wäre der Verband rechtlich angreifbar. Zudem würde der FLVW den Mannschaften, die Aussicht auf einen Aufstieg haben, diese Chance verwehren.

Ist es realistisch, in allen Klassen mindestens 50 Prozent der Spiele zu absolvieren, um eine Wertung in der jeweiligen Staffel zu erzielen?

Nach aktuellem Stand: Ja. Voraussetzung ist, dass der Wettkampfbetrieb im Frühjahr wieder aufgenommen werden kann. Bis zum 30. Juni können Meisterschaftsspiele absolviert werden. Dann endet die Saison.

Was ist mit dem Krombacher-Westfalenpokal und den Kreispokal-Wettbewerben?

Die Pokalwettbewerbe auf Kreis- und Verbandsebene sollen nach Möglichkeit regulär abgeschlossen werden. Wie die entsprechenden Runden terminiert werden, hängt vom Zeitpunkt des Re-Starts ab.

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