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Unnötige Pleite für Soester TV: 26:27 bei HSG Augustdorf/Hövelhof

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Von: Thomas Müller

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In der zweiten Hälfte hatte der STV viel Mühe im Angriff. Hier wird Luis Gran von gleich zwei Augustdorfern ausgebremst.
In der zweiten Hälfte hatte der STV viel Mühe im Angriff. Hier wird Luis Gran von gleich zwei Augustdorfern ausgebremst. © Jahnich

Augustdorf - So unnötig wie ärgerlich war die 26:27 (14:12)-Niederlage des Soester TV in der Oberliga bei der HSG Augustdorf/Hövelhof. 25 Minuten lang hatte der STV das Spiel im Griff, führte schon mit fünf Toren – und hätte noch viel deutlicher führen müssen. Am Ende aber jubelte die HSG.

„Soest spielt die mit Abstand beste offensive Deckung in der Liga“, lobte Laszlo Benyei, Trainer der Gastgeber, den STV in den höchsten Tönen. Er wusste wohl auch warum, denn sein Team war in der ersten Hälfte mit einem dicken blauen Auge davongekommen.

Soest bearbeitete den HSG-Rückraum früh: Bekel rückte als Vorgezogener extrem weit vor, dazu attackierte Schnorfeil den Augustdorfer Halblinken Bahrenberg bei zehn, elf Metern. Soest führte schnell mit zwei Toren (2:4 und 3:5). Doch schon jetzt leistete sich der STV viele vergebene Chancen oder vertändelte die schnellen Gegenstöße. Max Loer scheiterte per Siebenmeter am guten Wetzel, wenig später fing der Torwart einen Lupfer vom Schnorfeil bei dessen Gegenstoß. Dann passte Picht in der zweiten Welle an Bekel vorbei ins Aus anstatt selbst aufs Tor zu gehen. Ein langer Ball des stark haltenden Muhr war etwas zu lang für Schnorfeil. 

„Wir verpassen es, in der ersten Halbzeit, das Spiel für uns zu entscheiden. Wir haben eine super Abwehr gespielt, haben uns aber nicht belohnt, so dass Augustdorf dranbleibt. Wir hätten deutlicher führen müssen“, ärgerte sich STV-Trainer Dirk Lohse.

So blieb die HSG, die sich in der Offensive weiter sehr schwer tat, zunächst in Reichweite (6:7, 14.). Erst jetzt zahlte sich die drückende Überlegenheit der Soester langsam aus. Schönle erhöhte erneut vom Kreis, Muhr parierte einen Siebenmeter von Bahrenberg und Max Loer wackelte sich mustergültig durch die HSG-Abwehr. Die erste Drei-Tore-Führung für Soest (6:9, 18.). Und es kam noch besser: Nach Bahrenbergs Einzelaktion zum 7:9 erhöhten Voss-Fels und Schönle (2) in teilweise doppelter Überzahl auf 12:7 (23.). Wieder komplett fand die HSG zurück in die Spur – und Soest verlor Max Loer für zwei Minuten. Plötzlich kippte das Spiel: Augustdorf kam in Überzahl zu relativ leichten Toren, weil Soest den Gegner nicht mehr so beackern konnte wie zuvor. Beim 12:13 durch Pristas per Siebenmeter war der Kontakt wieder hergestellt.

Nach Wiederbeginn wurde es nicht besser – auch weil die Augustdorfer nun defensiv besser standen. Sie hielten den Soester Rückraum weit weg vom eigenen Tor, so dass die STVer die Würfe nicht mehr gut vorbereiten konnten oder sie schlecht abschlossen. Dazu hatte die HSG das Kreisläuferspiel für sich entdeckt: Die Anspiele auf Hengsbach endeten mit: Tor, Siebenmeter (die Pristas allesamt verwandelte) und/oder (sehr harte) Zeitstrafen.

Beim 16:16 war das Spiel ausgeglichen (37.), beim 19:18 durch Ujvari führten die Gastgeber zum ersten Mal wieder (46.). Vier Tore waren Soest bis hierhin nach der Pause gelungen - zu wenig. Jetzt entwickelte sich ein Schlagabtausch, allerdings nicht mit dem glücklicheren Ende für die Soester, die von vielen Entscheidungen der Unparteiischen eher benachteiligt wurden. Drei Angriffe in Folge wurden Soest abgepfiffen wegen vermeintlichen Stürmerfouls oder Schrittfehlern. Einige Entscheidungen waren nicht nachvollziehbar. Augustdorf hingegen marschierte, führte bald mit drei Toren (23:20; 51.). 

Soest kämpfte, aber vergeblich. Denn als der Gleichstand wieder in Reichweite war, unter anderem dank eines starken fünffachen Torschützen Leon Wolff auf Linksaußen, da war der Abschluss wieder nicht optimal. Auch weil die HSG-Deckung wieder stand und sich Wetzel auch auf die Würfe von Voss-Fels eingestellt hatte. Der junge Soester übernahm Verantwortung, aber hatte in der Schlussphase kein Glück mehr. Mehr als auf ein Tor (25:24 und 26:25) kam der STV nicht mehr heran, weil Augustdorf mittlerweile in der Offensive deutlich besser traf als noch zu Spielbeginn.

„Die Torgefahr aus dem Rückraum hat gefehlt, unsere Quote war nicht gut. Ich hätte aus dem Rückraum auch nochmal was anderes versuchen sollen“, meinte Lohse zur zweiten Hälfte.

Statistik

HSG Augustdorf/Hövelhof: Wetzel, Krüger; Struck (4), Hengsbach (2), Pristas (8/5), Ujvari (4), Wolff (3), Janzen, Schmeckthal, Bahrenberg (5/1), Honerkamp (1), Beckmann.

Soester TV: Muhr, Lichtenegger; Gran (2/2), Schnorfeil (3), Wolff (5), A. Loer (1), Picht (1), Vukoja, Schönle (4), Haake, R. Bekel (2), K. Voss-Fels (5/1), M. Loer (3), Nöh.

Spielfilm: 1:0 (1.), 2:4 (5.), 4:6 (11.), 6:9 (18.), 7:12 (23.), 10:13 (26.), 12:13 (30.), 12:14 (30.) – 16:16 (37.), 19:18 (46.), 23:20 (51.), 24:23 (54.), 26:24 (57.), 26:25 (60.), 27:25 (60.), 27:26 (60.).

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