Umfrage bei den TT-Vereinen: Vierer-Teams werden favorisiert

Markus Keggenhoff von RW Westönnen wäre heilfroh, wenn alsbald wieder unter herkömmlichen Bedingungen trainiert werden könnte.
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Markus Keggenhoff von RW Westönnen wäre heilfroh, wenn alsbald wieder unter herkömmlichen Bedingungen trainiert werden könnte.

Der Tischtennissport ist im Wandel. Schon vor der Corona-Pandemie war der Westdeutsche TT-Verband, aber besonders auch der heimische TT-Kreis Arnsberg/Lippstadt mit dem Vorsitzenden Andreas Krick, auf der Suche nach einer zukunftsfähigen Ausrichtung.

Kreis Soest – Hier hat der Kreisvorstand seine Mitglieder befragt, um einen Weg zu finden, der den Tischtennis-Sport langfristig auf gutem Niveau überleben lässt. 

Eine ganz klare Richtung ergab die Umfrage. Die Sportler wollen gern mittelfristig auf Vierermannschaften reduzieren, damit die Spiele verkürzt werden und der Zeitaufwand für ein Pflichtspiel überschaubarer wird. Auch wollen alle Sportler es weiter bei Damenwettbewerben belassen. Zwar können heute Damen in Herrenteams spielen und das wird auch so bleiben, doch soll es weiter Unterteilungen nach Geschlechtern geben. 

Andreas Krick, der sich seit vielen Monaten mit einer Neustrukturierung des Sports beschäftigt und dabei zunächst die Basis, also die kleinen Vereine im Blick hat, war mit der Auswertung der Umfrage ganz zufrieden, spiegelt sie doch grob seine Gedankengänge wider. 

Mit Clubs aus Hamm und Unna?

„Wir werden in naher Zukunft als TT-Kreis Arnsberg/Lippstadt weiter fusionieren müssen. Hier hat der Westdeutsche Tischtennisverband schon klare Vorstellungen“, verriet der Kreisvorsitzende. Persönlich rechnet er damit, dass die Vereine aus dem Raum Hamm dem heimischen Kreis zugeordnet werden. 

„Vielleicht gibt es auch noch die Teams aus dem Kreis Unna dazu“, spekuliert Krick. Auf jeden Fall wird der TT-Kreis Arnsberg/Lippstadt wesentlich erweitert und neu ausgerichtet. Andreas Krick und sein Vorstandsteam sind auf jeden Fall gut aufgestellt und bereit für Verhandlungen. „Da müssen sicher einige Kompromisse geschlossen werden. Doch wir wissen ja, was unsere Mitglieder wollen und wo sie bereit sind, Abstriche zu machen.“

Doch noch mehr beschäftigt den Kreisvorsitzenden die aktuelle Situation. Es dürfte zwar trainiert werden, doch sind die Auflagen aktuell so hoch, dass kaum ein Verein diese umsetzen kann oder will. Zudem sind die meisten Sporthallen auch noch für den Vereinssport gesperrt. Hier wird wahrscheinlich erst nach den Sommerferien wieder an ein geregeltes Training zu denken sein, wenn nicht eine zweite Corona-Welle über Deutschland schwappt. 

Vorausgesetzt ein Verein darf in die heimische Sporthalle, sollten sich die Trainingswilligen online beim Trainer oder Sportwart anmelden. Es sollten sich immer zwei Spieler verabreden. Vor dem Spiel muss die Platte desinfiziert werden. Jeder Akteur darf nur mit eigenen Bällen aufschlagen, die auch noch farblich unterschiedlich (weiß und gelb) sein müssen. 

Abstandsregeln sind einzuhalten. Fremde Bälle dürfen nicht in die Hand genommen werden. Die feuchte Hand darf nicht auf dem Tisch abgewischt werden. Sollte es zu Partnerwechseln kommen, muss in der gesamten Halle der Spielbetrieb für zehn Minuten ruhen, der Tisch desinfiziert werden usw. 

Wer will unter diesen Umständen trainieren? In Eickelborn stellt sich die Frage noch nicht, weil die Stadt Lippstadt die Halle nicht freigibt. Klaus Rademacher läuft unregelmäßig, um sich fit zu halten, und glaubt nicht, dass er vor Ende der Sommerferien an die Tische zurückkehrt. Ob im September wieder an Ligaspielbetrieb zu denken ist, bleibt fraglich. 

Genervt durch die aktuelle Situation

Doch beim Blick nach vorn sieht der Eickelborner schon die Tendenz, die Teams zu verkleinern von sechs auf vier Spieler und somit auch die Pflicht-Spielzeiten zu verkürzen. „Der Vorteil wäre auch, dass Teams mit einem Auto anreisen könnten“, sieht Rademacher die Zukunft in reduzierten Teams. Ähnlich beurteilt Markus Keggenhoff von RW Westönnen die Lage. „Wir dürfen noch nicht in die Halle, doch unter diesen Bedingungen hätte ich auch gar keine Lust zu trainieren“, sieht der Spitzenspieler der Westönner aktuell noch keine passende Lösung für die Sportler. 

Auch Marcel Kühl vom TTC turflon Werl ist genervt von der aktuellen Situation. „Unter den vorgegebenen Bedingungen ist ein Training kaum möglich“, sieht auch die Werler Nummer eins die Lage kritisch. „Es werden viele Empfehlungen ausgesprochen, doch sich an diese zu halten, ist in der Praxis schwierig. Und wenn dann doch etwas passiert, kann dem Verein Nachlässigkeit vorgeworfen werden. Wer will das riskieren? Ich nicht“, sagt Kühl, der auch darauf hofft, dass mit der Zeit die Maßnahmen weiter gelockert werden. 

So sieht das auch der Kreisvorsitzende Andreas Krick: „Ich glaube, dass es nicht mehr lange dauert, bis wir wieder ordentlich trainieren können.“

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