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Überraschendes Spitzenspiel in der Oberliga-Meisterrunde

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Von: Thomas Müller

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Der Oberligist Soester TV.
Fabian Schnorfeil ist einer der Tempomacher bei Soest - vor ihnen hat Möllbergen Respekt. © Frank Zöllner

Überraschung am 3. Spieltag der Meisterrunde der westfälischen Oberliga-Handballer: Spitzenspiel zwischen dem Soester TV und TuS Möllbergen am Samstag (ab 18.30 Uhr) – und der Sieger ist richtig dick im Geschäft hinter Spitzenreiter Gladbeck.

Soest – Andre Torge hatte Soest schon vorne erwartet – und Gladbeck. „Beide Mannschaften waren schon vor der Saison meine Favoriten“, sagt der Möllberger Trainer. Dazu noch Loxten. Die eigene Mannschaft eher nicht. Der TuS ist die Überraschung der laufenden Oberliga-Saison. „Wir wollten in die Aufstiegsrunde, damit wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, erklärt der 49-jährige Erfolgstrainer, der den TuS vor sieben Jahren in der Verbandsliga übernommen hat. Seitdem geht es bergauf. „Möllbergen spielt eine sensationelle Saison, die wissen gar nicht, wie gut sie sind“, sagt Thomas Kühlmann von der TuS-Heimatzeitung, dem Mindener Tageblatt.

„Es läuft bei uns richtig gut, auch wenn wir personelle Probleme hatten. Wir machen einfach richtig viel richtig“, sagt Torge. Und wenig Fehler. In den entscheidenden Momenten ist die Konzentration da. Und die über Jahre eingespielte Mannschaft hat mit Robin Wetzel (Lemgo) und Mark Artmeier (Nordhemmern) im Sommer Erfahrung aus der 3. Liga hinzubekommen.

Starke Abwehr, Probleme im gebundenen Spiel

Als Beweis für die gute Form dürfte der klare Erfolg gegen Eintracht Hagen II herhalten, mit dem der TuS in die Meisterrunde gestartet ist. Und mitgebracht in die Runde der besten Acht hat Möllbergen auch nur vier Minuspunkte, darunter nur eine Niederlage (23:24 gegen Rödinghausen) und zwei Remis (in Harsewinkel und Loxten). „Wir haben aber auch in Jöllenbeck verloren“, relativiert Trainer Torge.

Das Ergebnis fällt jedoch aus der Wertung. Der TuS Möllbergen wächst nachhaltig, setzt auf Talente aus der Umgebung – ein ähnliches Konzept wie in Soest. „Ich glaube, dass es ein interessantes Spiel wird mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe“, sagt Torge. Er warnt eindringlich vor dem Soester Tempo: „Die erste und zweite Welle sind Soests große Stärken. Wenn sie ins gebundene Spiel müssen, tun sie sich schon schwer – genau wie wir.“

Möllbergen kommt über die Abwehr: Selten kassiert der TuS mal 30 Gegentore, eher nur 24. Das ist die nächste Parallele: Soest verteidigt ebenfalls gut, legt dort die Basis für das Tempospiel und die „Angriffsmaschine“, wie Torge sie nennt. „Soest wirft meistens über 30 Tore. Wir bekommen nicht viele, aber wir werfen auch nicht viele.“

Torge hat genau im Blick, wie in Soest gearbeitet wird: „Dort wird über Jahre hinweg gute Arbeit geleistet, auch in der Jugend. Und das zahlt sich aus durch einen breiten Kader und eine gute zweite Reihe.“ Das wäre die Basis für den Erfolg und dafür, dass der Soester Kader so ausgeglichen sei. „Soest kommt ähnlich wie wir über das Kollektiv. Beide Mannschaften haben nicht den einen, der alles kaputt schmeißt.“

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