Karateka Shara Hubrich aus Borgeln

Traum von den Olympischen Spielen in Tokio für Sportlerin aus dem Kreis Soest vorbei

Shara Hubrich
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Shara Hubrich

Für Shara Hubrich aus Borgeln ist die Hoffnung auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Tokio ist geplatzt. Denn der Deutsche Karate-Verband hat für das finale Qualifikations-Turnier in Paris, das an diesem Wochenende ausgetragen wird, Jana Messerschmidt nominiert – und eben nicht Hubrich.

Borgeln – Für Shara Hubrich aus Borgeln ist die Hoffnung auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Tokio ist geplatzt. Denn der Deutsche Karate-Verband hat für das finale Qualifikations-Turnier in Paris, das an diesem Wochenende ausgetragen wird, Jana Messerschmidt nominiert – und eben nicht Hubrich.

Im internen Ranking lag die Vize-Europameisterin Messerschmidt (bis 55 Kilogramm) von der 23-jährigen Karateka aus Borgeln, die in der Gewichtsklasse bis 50 kg Ende Mai im kroatischen Porec ebenfalls Silber im Einzel und Gold mit der Mannschaft holte – zusammen mit ihrer Trainingspartnerin Messerschmidt. „Ich wusste, dass nur eine von uns beiden nominiert werden kann. Es ist die absolut richtige Entscheidung“, sagte die in Borgeln lebende Studentin für Umwelttechnik und Ressourcenmanagement an der Uni Bochum und zeigt damit sportliche Größe.

Ich bin dankbar für die letzten Jahre und für das, was ich mit dem Team erreicht und erlebt habe sowie für die freundschaftlichen Kontakte.

Shara Hubrich

Dennoch war sie trotz des transparenten Umgangs mit dem Nominierungsverfahren natürlich enttäuscht über ihr Olympia-Aus. „Ich bin dankbar für die letzten Jahre und für das, was ich mit dem Team erreicht und erlebt habe sowie für die freundschaftlichen Kontakte“, sagt die Borgelnerin aber.

„Sie war im Ranking nicht soweit oben wie Jana Messerschmidt. Deswegen ist für sie der olympische Traum beendet“, sagte Christian Grüner, Sportdirektor des Deutschen Karate-Verbandes auf Anzeiger-Anfrage in Paris.

Daumen drücken aus dem Urlaub heraus

Denn für Olympia werden die beiden Gewichtsklassen von Hubrich und Messerschmidt zusammengelegt zu der höheren bis 55 Kilogramm – und nur eine deutsche Sportlerin kann sich hierfür qualifizieren. „Es ist die bessere Entscheidung, Jana zu nehmen. Sie hat ja auch Reichweiten- und Gewichtsvorteile“, sagt Hubrich rational.

Für Hubrich wäre es nicht nur die Krönung ihrer sportlichen Laufbahn gewesen: Vielmehr wäre sie auch in die deutschen Sport-Geschichtsbücher eingegangen: als eine Athletin, die erstmals an olympischen Karate-Wettbewerben teilnimmt. Denn bislang war die Sportart kein Teil der olympischen Familie – und für 2024 ist das Programm bereits festgelegt: ohne Karate. Insofern wäre die Teilnahme im Mutterland der Sportart eine einzigartige und historische zugleich gewesen.

„Es lag ja in meinen und ihren Händen“, sagte die 23-Jährige. „Ich hätte es für mich in den ersten Quali-Turnieren regeln müssen. Wir sind jetzt die letzten drei Jahre den Weg zusammen gegangen und letztlich hatte keine von uns den ersten Step geschafft. Es war so hart, dass man wusste, dass man den Weg allein gehen muss“, fasst die Karateka aus Borgeln den sportlichen Wettstreit nochmal komprimiert zusammen.

WM-Start im November in Dubai das neue Ziel

Hubrich und Messerschmidt sind zudem Trainingspartnerinnen, die einmal wöchentlich am Stützpunkt für Kaderathletinnen in Duisburg gemeinsam auf die Matte steigen. Natürlich drückt Hubrich Messerschmidt die Daumen bei Olympia. „Aber im Urlaub“, sagt Hubrich, die dann in Italien die Seele baumeln lassen will.

Und wie geht es sportlich weiter für das Karate-Leichtgewicht? „Europameisterschaften und Weltmeisterschaften sind ja auch etwas Wert“, sagt Shara Hubrich – und blickt schon einmal voraus: „Denn Ende des Jahres steht die Weltmeisterschaft an“ – durchaus ein lohnendes sportliches Ziel und eine Herausforderung, wenn Hubrich vom 16. bis 21. November in Dubai zu ihren Kämpfen antritt.

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