Bogenschießen

Mit Pfeil und Bogen ins Paradies

Dierk Schimmel genießt das traditionelle Bogenschießen in seiner alten Tennishalle.

Westönnen –  In einer alten Tennishalle in Westönnen hat sich Dierk Schimmel sein  Paradies erschaffen. Hier findet er zur Ruhe, hierdrin steckt sein Herzblut. Allerdings drischt Schimmel hier keine Filzbälle über ein Netz, sondern geht einem anderen Hobby nach: dem traditionellen Bogenschießen.

„Das hat einfach eine gewisse Faszination für mich“, erzählt Dierk Schimmel, der im ehemaligen Tennistempel nun auf Scheiben und Tierattrappen zielt. Und das ohne technische Hilfsmittel. „Es ist eine alte Technik, die man auch schon vor 10 000 Jahren angewendet hat.“ Dabei geht es ihm nicht darum, bloß ins Schwarze zu treffen. Schimmel reizt etwas anderes an diesem Sport. „Bogenschießen ist eine natürliche Handlung mit der Koordination von Hand und Auge“, meint er. „Dadurch ist es für jeden erlernbar, und genau das ist das Coole.“ 

Sich vom Druck befreien

Vor 15 Jahren hat Schimmel das Bogenschießen für sich entdeckt, damals aber noch in der olympischen Version. „Da geht es aber um Leistung, ums Ringe zählen“, gefiel ihm das nicht ganz. Dann aber entdeckte er das traditionelle Bogenschießen für sich und war sofort gefesselt. „Dabei kann man alles ausblenden, sich vom Druck befreien, treffen zu müssen“, sagt er. „Wenn das gelingt, schafft man die besten Schüsse. Traditionelles Bogenschießen ist daher ein Abbild des mentalen Zustands.“ Diese Faszination möchte Schimmel gerne auch an andere weitergeben. Deshalb stellt er seine Halle für Veranstaltungen oder Feiern zur Verfügung und gibt dazu noch Kurse. „Das ist aber nichts Essentielles“, erklärt er. Noch handelt der 57-Jährige schließlich selbstständig mit Landmaschinen, ist finanziell daher unabhängig. „Doch mit 60 möchte ich mich daraus zurückziehen.“ 

Vom Hobby zum Geschäft

 Bis dahin will Schimmel seine Hobbyhöhle zu einem profitablen Geschäft machen. „Noch ist es aber ein Zuschussbetrieb“, sagt er. „Aber ich bin sicher, dass sich das ändern wird.“ Neben seinen Events und Kursen hat er nämlich auch noch einen Laden für Bögen an seiner Halle. Die Kombination aus allem soll das Projekt rentabel machen. „Es gibt hier in der Region viele Bogenschützen, doch die nächsten Anlagen sind in Dortmund und Brilon“, gibt Schimmel einen Einblick in seine Pläne. „Die Leute nehmen also sehr weite Strecken in Kauf. Ansonsten ist das Gebiet hier nämlich ein weißer Fleck auf der Karte.“ Den mit seinem persönlichen Paradies aufzufüllen, hat sich Schimmel vorgenommen. „Ich bin davon überzeugt, dass das in der Börde wirklich super ankommen wird“, hofft er. „Doch wenn es mal einen Monat nicht läuft, dann ist das halt so. Ich genieße einfach die Lockerheit dabei.“ So wie es im Paradies auch sein sollte.

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