Thomanek hört am Saisonende auf

WARSTEIN ▪ Da sage noch einer, zwischen zwei Spieltagen tut sich nichts. Die Handballer des VfS Warstein wurden gestern gleich mit zwei Nachrichten konfrontiert: Die gute: Sie bleiben zum Hinrundenabschluss auf Platz vier der Landesliga, denn Dortmund-Süd unterlag Tabellenführer Ferndorf II. Die weniger erfreuliche: Chefcoach Heinz Thomanek verkündete, den VfS nach Ende seines siebten Amtsjahres am Saisonende zu verlassen. Darüber informierte er seine Spieler gestern persönlich.

„Es hat mir großen Spaß gemacht, hier zu arbeiten. Das Umfeld ist top, der Verein hervorragend geführt. Allerdings sind auch Abnutzungserscheinungen unvermeidbar. Ich möchte mich mit meinen 54 Jahren noch einmal einer neuen Aufgabe widmen“, begründete der in Warstein beliebte B-Lizenz-Inhaber seine Entscheidung. Hintergrund ist auch, dass die Warsteiner nach dem Laufbahnende von Björn Kanning kaum mehr Perspektiven Richtung Verbandsliga aufweisen – und quasi ewig in der Landesliga zu arbeiten, dazu hat der Vermessungstechniker keine Lust.

In seinen bislang sechs Spielzeiten als VfS-Trainer errang Heinz Thomanek mit seiner Mannschaft zwei Vizemeisterschaften (2006/07, 2009/10), belegte zweimal den dritten Platz (2007/08, 2008/09). In der Saison 2005/06 reichte es zu Platz 5. Die schlechteste Platzierung gab es in Thomaneks Debüt-Saison 2004/05 mit Rang 11.

Warsteins Männerspielwart Tobias Clewing wusste schon länger von Thomaneks Absichten und zeigt volles Verständnis: „Wir haben bestens zusammengearbeitet und sind Freunde geworden, aber aus sportlicher Sicht ist es nachvollziehbar, dass Heinz sich anderweitig orientieren möchte.“ Auf die Frage eines Nachfolgers meinte Clewing: „Wir sind in guten Gesprächen, werden wahrscheinlich schon in ein bis zwei Wochen den neuen Coach präsentieren können.“

Zudem hat der VfS die Hoffnung, seinen Spielmacher Lars Schorlemer, der sich zum Hinrundenausklang an die Spitze der Landesliga-Schützenliste geschoben hat, für eine weitere Saison in Warstein binden zu können. Dazu Clewing: „Wenn uns das gelingt, sind wir schon recht gut aufgestellt, werden aber weiterhin versuchen, den Kader um mindestens zwei Akteure zu verstärken.“

Aktuell kann Thomanek zumindest wieder auf acht Feldspieler bauen, denn der 18-jährige Rechtsaußen Lino Gericke, der aufgrund eines verschleppten Handbruchs lange pausieren musste und in dieser Saison noch kein Meisterschaftsspiel bestritten hat, erhielt von den Ärzten grünes Licht und wird am Samstag ab 19.15 Uhr beim abstiegsbedrohten Kreisrivalen Letmather TV sein Saisondebüt geben.

„Dort herrscht immer eine besondere Atmosphäre, die uns sicher anstacheln wird, die gute Leistung vom Spiel in Wetter zu bestätigen“, geht Thomanek fest davon aus, dass die Bekanntgabe seines Ausstiegs zum Saisonende keine negativen Auswirkungen auf Einstellung und Leistung seiner Mannschaft hat: „Akteure wie Boban Ristovic haben mir fest versprochen, dass sie sich bis zuletzt voll engagieren werden.“

Mit dem LTV haben die Warsteiner noch eine Rechnung offen, verloren sie doch das Hinspiel, das wegen des Umbaus der Dreifachhalle in Rüthen ausgetragen werden musste, aufgrund personeller Engpässe mit 22:26. „Das hat sehr weh getan und uns gleich arg zurückgeworfen. Jetzt wollen wir uns revanchieren und die wahren Kräfteverhältnisse aufzeigen“, gibt Thomanek die Richtung vor.

Auch die Letmather, die nach einem 5:1-Punktestart aufgrund großen Verletzungspechs nur noch drei Zähler ergattern konnten, werden mit Sicherheit alles daran setzen, daheim die Basis für den Klassenverbleib zu legen. Der VfS schielt, einen eigenen Erfolg vorausgesetzt, mit besonderem Interesse nach Ferndorf, denn sollte Schwelm dort, wie allgemein erwartet wird, das Gipfeltreffen verlieren, würde Warstein bis auf zwei Zähler an den Tabellenzweiten heranrücken. „Und erneut Vizemeister zu werden“, so Thomanek, „wäre in unserer Situation doch der optimale Erfolg.“

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