Tennis

Tennisbezirk Ruhr-Lippe spricht sich für Absage der Sandplatzsaison aus

Florian Lemke würde gern wieder spielen. Foto: Hoffmann
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Florian Lemke würde gern wieder spielen.

Kreis Soest – Der Westfälische Tennis-Verband entscheidet am 11. Mai darüber, ob die Sandplatzsaison ausgetragen wird. Der Bezirk Ruhr-Lippe spricht sich für eine Absage aus, der Soester Florian Lemke ist für die Aufnahme des Wettspielbetriebs.

In vielen Sportarten ist die laufende Saison ad acta gelegt worden, andere ringen noch mit einer Entscheidung, wie der Wettkampf- bzw. Spielbetrieb wieder in die Gänge kommen kann. Dabei gehen innerhalb der Verbände die Meinungen teilweise erheblich auseinander. So wird aktuell im Westfälischen Tennisverband diskutiert, ob und wann die gelbe Filzkugel über die Netze fliegen kann.

Zum einen stellt sich die Frage, wann überhaupt die Plätze wieder betreten werden dürfen; zum anderen geht es um den Start des Wettspielbetriebs. Was die Öffnung der Tennisanlagen betrifft, zeigten sich die Vertreter des WTV enttäuscht über die Vorgaben der Politik, dass zwar Spielplätze für Kinder ab dieser Woche wieder freigegeben werden, nicht aber die Tennisplätze.

Der Verband setzt seine Hoffnung darauf, dass am Mittwoch bei den Beratungen der Bundes- und Landesregierungen die Weichen für eine Öffnung der Tennisplätze gestellt werden. In einer Pressemitteilung vom Landessportbund NRW heißt es: „Die Position der Sportministerkonferenz steht definitiv auf der Tagesordnung der nächsten Runde von Kanzlerin und Ministerpräsidenten. Die Regeln des Sports für einen Wiedereinstieg sind geschrieben. Nun ist also nochmals Geduld gefragt – auch das haben wir ja beim Sport gelernt.“

„Corona-konforme“ Aufnahme möglich

Wenn tatsächlich eine Öffnung der Tennisplätze im Laufe des Monats Mai ermöglicht wird, bleibt dem Verband die Entscheidung überlassen, ob der Spielbetrieb aufgenommen wird. Vom WTV heißt es, dass eine „corona-konforme“ Aufnahme des Betriebs in den Tennisvereinen auch schon jetzt möglich wäre. Dazu wurden den Vereinen am 22. April Richtlinien zu Hygieneregeln verschickt, um sich auf den Tag X vorzubereiten.

Bezüglich der Entscheidung über die Durchführung des Wettspielbetriebs hat der WTV einen Fahrplan beschlossen. In der kommenden Woche treffen sich die WTV-Gremien zu eingehenden Beratungen. Am 11. Mai soll eine Entscheidung bekannt gegeben werden. Schon vor Wochen wurde der Saisonstart von Ende April/Anfang Mai in die Woche ab dem 8. Juni verschoben.

Lemke für die Aufnahme

Florian Lemke vom TC Blau-Weiß Soest würde es begrüßen, wenn wieder um Spiel, Satz und Sieg gerungen werden könnte auf der roten Asche. „Es wäre schon schön, wenn wir wieder spielen könnten. Man könnte ja auch die Doppel weglassen, um die Abstandsregeln zu wahren“, macht er einen praktischen Vorschlag, der verbandsweit diskutiert wird. Es leuchtet dem Spielertrainer der Blau-Weißen nicht ein, dass beispielsweise Joggen im Stadtpark erlaubt ist, Tennis spielen aber nicht, obwohl die Abstände zwischen zwei Tennisspielern sehr groß sind. Gleichwohl äußert Lemke Verständnis für die derzeitigen Maßnahmen. „Sport ist auch nicht das Wichtigste auf der Agenda.“

Vom Tennisbezirk Ruhr-Lippe kommt derweil die Empfehlung an den WTV, den Spielbetrieb nicht aufzunehmen. In einem Schreiben an den Verband heißt es, die Durchführung eines Mannschaftsspielbetriebs wäre unter bestimmten Umständen rechnerisch möglich. „Wir waren nicht untätig und haben trotz aller Ungewissheiten einen Plan B erstellt. In der Theorie könnten wir auf Bezirks- und Kreisebene in der Jugend am 8. Juni (U8/U10) bzw. am 11. Juni (U18) und 12. Juni (U12/U15) beginnen, im Erwachsenenbereich am 11. bzw. 13./14. Juni – jeweils die höheren Spielklassen zuerst, die niedrigeren eine Woche später.“

Viele Rückmeldungen

Allerdings, so die Verlautbarung des Bezirks, hätten ihn viele Rückmeldungen erreicht, die die Verantwortlichen zum Schluss kommen lassen, sich für eine Absage des Mannschaftsspielbetriebs 2020 auszusprechen. „Zu viele Gründe, Bedingungen und Einschränkungen sprechen aus unserer Sicht gegen einen sportlich fairen, geordneten und vergleichbaren Ablauf. Auch für die Vereine wird es organisatorisch schwer, bei möglicher voller Auslastung der Platzanlage die nötigen Abstände und Hygienemaßnahmen aufrechtzuerhalten oder, insbesondere im Jugendbereich, Fahrten zu Auswärtsspielen zu organisieren.“

Planungssicherheit

Als Argument gegen eine Aufnahme des Spielbetriebs führt der Bezirk auch an, dass die Geselligkeit, die für viele Spielerinnen und Spieler einen wichtigen Grund für die Teilnahme am Mannschaftsspielbetrieb darstelle, in der gewohnten Form nicht möglich sei. „Natürlich liegt es uns am Herzen, dass alle Tennisfreunde die Möglichkeit haben, so viel wie möglich und so vorsichtig wie nötig auf dem Platz unserem geliebten Sport nachzukommen und trotzdem auch das Clubleben soweit wie möglich zu genießen.“

Der Bezirk möchte den Vereinen Planungssicherheit und Spielräume geben, um vielleicht im Spätsommer Vereinsevents und Turniere zu organisieren. Hier könne ein Verein alles selbst steuern. Außerdem verweist der Bezirk darauf, dass die Tennisschulen, die seit Wochen nicht mehr aktiv sein können und somit keine Einnahmen haben, die Plätze uneingeschränkt zur Verfügung haben sollten – auch an den Wochenenden.

Lebhafte Diskussion

Das Schreiben des Bezirks an den Verband hat über das lange Wochenende eine lebhafte Diskussion in den sozialen Medien entfacht, in denen das Pro und Contra zur Tennissaison 2020 dargelegt wird. Diskutiert wird unter anderem auch darüber, ob auch in den Sommerferien gespielt werden könnte. Bislang waren die Ferien für den Spielbetrieb tabu. Angesichts der Aussicht, dass in diesem Sommer viele Leute nicht in den Urlaub fahren, erscheint vielen Tenniscracks denkbar, von dieser Regel abzuweichen. „Man könnte sicherlich in den Ferien spielen, aber auch noch danach“, ist Florian Lemke flexibel.

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