Tennis-Vereine mit einem vorsichtigem Ja zum Liga-Betrieb

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Julia Jäger ist bei den Verbandsliga-Frauen von Blau-Weiß Soest in der Sommersaison an Position vier gesetzt.

Kreis Soest – Der Mannschafts-Spielbetrieb sei eine tragende Säule des Tennissports, auf die man nicht verzichten wolle, heißt es beim westfälischen Verband. Daher ist im WTV die Entscheidung gefallen, auch in Corona-Zeiten im Rahmen aller behördlichen Vorgaben einen Ligabetrieb anzubieten – vom 8. Juni an als „Übergangssaison 2020“ bei freiwilliger Teilnahme mit Auf-, aber keinen Absteigern.

Am Mittwoch endete die Abmeldefrist. Von den 106 ursprünglich gemeldeten Seniorenmannschaften der 19 Tennisvereine im Kreis Soest ist die Bereitschaft, daran teilzunehmen, insgesamt etwas größer als die Zahl der Abmeldungen. 57 wollen daran teilnehmen, 49 verzichten auf einen Start. Aber nicht nur solche aus der Risikogruppe der über 60-Jährigen sind ausgestiegen, wie eine Umfrage ergab. Im Nachwuchsbereich herrscht hingegen eine größere Zurückhaltung. 

BW Soest

Bei den Blau-Weißen nehmen nur vier der zehn gemeldeten Mannschaften am Spielbetrieb teil. Die erste und zweite Herrenmannschaft gehen ebenso an den Start wie die Damen und die zweite Damen 30. Verzichten werden hingegen die Herren 40, 60 und die beiden 75er-Mannschaften. „Wir gehören größtenteils zur Risikogruppe“, erläuterte Sportwart Ötte Schulze die Beweggründe. Aus terminlichen Gründen müssen die dritte Herrenmannschaft und die erste Damen 30 passen, können sie doch im August kein vollständiges Team aufbieten. Demnach sind unterm Strich vier der zehn gemeldeten Teams am Start. 

Soester TV

Bei den benachbarten Schlüsselträgern hingegen ist die Mehrheit für die Teilnahme. „Die Jüngeren sehen das eher lockerer“, resümiert Sportwart Hartmut Barnhusen nach dem Abstimmungsprozess innerhalb der Mannschaften. Daher werden immerhin sechs der neun STV-Teams auf die rote Asche gehen: Damen, Damen 50, Herren I und II, Herren 40 und Herren 50. 

Verzichten werden die Damen 55, die Herren 55 und die Herren 65. „Die Älteren haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sich aber schließlich gegen eine Teilnahme entschieden“, so Barnhusen, der zugleich ergänzte: „Es bleibt ja abzuwarten, wie sich die gesamte Lage entwickelt.“ 

TV Deiringsen

Der TVD bringt das Aushängeschild vom Köttersweg, die Herren 55, in der Verbandsliga an den Start. „Hier war es zwar knapp, doch die Mannschaft hat entschieden anzutreten. Vielleicht muss mal eine Terminverschiebung vorgenommen werden“, erläuterte TVD-Sportwart Julian Struwe. Ebenfalls mitmischen werden die Damen, die Herren, die Herren 30 und die Herren 40. Verzichten werden aus gesundheitlichen oder privaten Gründen drei der acht gemeldeten Teams: Die Damen 30, Damen 50 und die Herren 60.

TuS Ampen

An der Landwehr bringen die Soester Vorstädter eine neue Herrenmannschaft an den Start, die ebenso mitmischen wird wie die Herren 60 als frischgebackener Bezirksligist. Auch die Hobby-Herren werden den Schläger schwingen. Verzichten werden die Herren 70. „Da sind doch einige Spieler mit Vorerkrankungen“, erläutert TuS-Abteilungsleiter Rainer Hannß, der aber ganz begeistert ist, dass der Zulauf mit etlichen Neueintritten gerade in den vergangenen Wochen immens war. 

TuS Bad Sassendorf 

Der TuS aus dem Badeort bringt drei Mannschaften ans Netz. Die Damen und Herren und auch die Herren 65 wollen aufschlagen. „Die Herren 65 sind recht ambitioniert. Ich hoffe für sie nur, dass es überhaupt Gegner geben wird. Das werden die nächsten Tage zeigen“, so TuS-Sportwart Ingo Naruhn. Nicht antreten werden die Damen 30, bisher Aushängeschild in der Verbandsliga. „Sie haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und demokratisch abgestimmt. 

Die knappe Mehrheit war dafür abzusagen“, erläuterte Naruhn. Dabei spielte seinen Worten nach auch der soziale Aspekt eine Rolle, würde nach den aktuellen Bestimmungen doch der gemütliche Teil des Spieltags mit dem anschließenden Essen mit dem Gegner untern Tisch fallen. Nicht antreten werden im Kurort zudem die Herren 30, Damen 50, Herren 55 und Herren 70. 

TC Welver 

Auch am Buchenwald wurde innerhalb der Mannschaften demokratisch abgestimmt. Die Mehrheit ergab bei fast allen Teams, dass gespielt werden soll. Die die erste Damen 40 werden nicht antreten. „Ich selber bräuchte es zwar nicht, fehlt doch etwas, wenn man hinterher nicht zusammensitzen kann“, macht Norbert Brink, Vorsitzender des TC Welver, aus seinem Herzen keine Mördergrube. Doch die Mehrheit will spielen, sodass beim TCW sechs Mannschaften den Schläger schwingen werden: Damen 40 II, Damen 50, Herren, Herren 40 I und II sowie Herren 50. 

BW Büderich 

Am Bruchbach ist hingegen die Mehrheit eindeutig contra Spielbetrieb. „Wir haben das Für und Wider abgewogen, sind aber überwiegend zur Auffassung gelangt, dass der Aufwand viel zu groß wäre für eine Saison, die so weit weg ist von dem, wie sonst gespielt wird“, erläutert Bernd Telgenbüscher, Sportwart bei der DJK Blau-Weiß. 

„Wir werden vereinsintern was organisieren, denken über Mixed-Turniere nach und über eine Rangliste“

So werden nur die Damen 30 um Carina Mundry die BWB-Flagge im Bezirk hochhalten. Verzichten werden die Damen 40, die Herren 30 und die Herren 50 sowie auch die der Verbandsliga zugehörigen Damen 55. „Wir werden vereinsintern was organisieren, denken über Mixed-Turniere nach und über eine Rangliste“, so Telgenbüscher. 

SV Hilbeck 

Am Strangbach waren zwei Mannschaften im Erwachsenen-Bereich gemeldet, mit den Herren 55 nimmt eine am Spielbetrieb teil. Die Herren 50 belassen es in diesem Sommer beim Training, so Sportwart Michael Hering. „Der Spaß bleibt doch bei den Vorgaben auf der Strecke, würde doch die Geselligkeit fehlen“, verweist er auf die Abstandsregeln und weiteren Einschränkungen. 

Skiclub Werl 

Diese Meinung herrschte auch beim größten Werler Tennisclub vor. Wie Sportwart Lars Kobbeloer erläuterte werden nur vier Mannschaften des Skiclubs am Spielbetrieb der Damen und Herren im Bezirk teilnehmen. Dabei wäre der Club vom Kolbenschlag zahlenmäßig der größte im Kreis gewesen, waren doch zwölf Mannschaften gemeldet. „Ich habe Verständnis für jede Entscheidung. Wenn drei Spieler einer Mannschaft nein sagen, muss man das akzeptieren in dieser Lage“, so Kobbeloer.

 Er will mit den 130 Jugendlichen im Verein nach Pfingsten mit dem Training starten, im Sommer die Pause auf drei Wochen beschränken und wieder ein Tenniscamp anbieten. Die Erwachsenen werden abseits des regulären Spielbetriebs Freundschaftsspiele durchführen. An der Saison teilnehmen werden die Herren, Herren 30, Herren 30 II und die Damen. Verzichten werden die Herren II, Herren 40 I, Herren 40 II, Herren 55, Herren 60, Damen 40, Damen 40 II und Damen 55. 

RW Westönnen 

Im Gegensatz zum Skiclub ist bei der Tennisabteilung von RWW eine hundertprozentige Beteiligung an den Mannschaftsspielen zu verzeichnen. Sowohl die neu gemeldete Herrenmannschaft als auch die Herren 30 wollen aufschlagen. „Wir haben ja noch ein wenig Zeit, sind doch unsere Spiele alle nach den Ferien neu angesetzt worden“, erläuterte Abteilungsleiter Chris Ebert. „Mal abwarten, wer von den Gegnern dann überhaupt spielen wird“, gilt es die weitere Entwicklung bis zum August abzuwarten. 

SpVg Möhnesee 

Ebenfalls zwei Mannschaften auf dem Zettel standen bei den Matrosen. Hier haben sich die Damen 40 gegen eine Teilnahme an der Saison entschieden. „Wir müssten ja in die Ballungsgebiete im Ruhrgebiet fahren, da gibt’s ja doch höhere Zahlen“, skizziert Mannschaftsführerin Melanie Haupt die Beweggründe ihrer Mannschaft. Außerdem fehle doch was, wenn man nach dem Spiel nicht zusammensitzen dürfte. „Da ist uns der Sonntag doch zu schade.“ Die Herren in Körbecke starten hingegen. Auch die beiden U15-Jugendteams (männlich und weiblich) werden sich nicht am Spielbetrieb beteiligen, so Sportwart Oliver Vogel. 

TV Bremen

Im Enser Zentralort sind die Herren 50 das einzig gemeldete Team. An der Waterlappe werden die 50er in der Kreisliga die Flagge hochhalten. „Wir sind ja erst im August dran. Vielleicht hat sich die Lage bis dahin so weit beruhigt, dass sogar eine Bewirtung wieder möglich sein wird“, gibt Georg Kaulmann, 2. Sportwart und Mitglied der Mannschaft, seiner Hoffnung Ausdruck. Ohnehin sei das Team mit vielen Spielern auf der Setzliste gut bestückt.

Höinger SV

Von den acht Seniorenteams gehen sechs an den Start. „Die erste Herren 40 nutzt die Möglichkeit, nicht spielen zu müssen wegen ein paar verletzter Spieler. Einige Spieler aus der höheren Altersklasse werden dann bei den Herren 30 aushelfen. Und auch die Damen 40 spielen nicht“, erklärt er HSV-Abteilungsleiter Andreas Plikun. Die Aktiven, die seit den Lockerungen wieder rege auf der Anlage spielen, würden sich freuen, dass es ein „Stückweit Normalität geben wird – natürlich unter Einhaltung aller Corona-Maßnahmen“, sagt Plikun. 

Denn weitere Spielmöglichkeiten durch Tennisturniere würden in diesem Sommer ja auch wegfallen. An der Saison beteiligen sich die Damen (4er), Herren (4er), Herren 30, Herren 40 II, Mixed und Mixed 40. Jugendteams stellt der HSV in dieser Saison nicht, hat aber einige Nachwuchsspieler im Training und hofft auf einen Start im kommenden Jahr.

SV Lüttringen

Fünf der acht Teams des Enser Stadtteilvereins wollen sich am Spielbetrieb beteiligten. Die neu gegründete Mixed 40 verzichtet auf einen Start, da dieser Wettbewerb ab diesem Jahr erst neu eingeführt wurde und einige Akteure auch in anderen Teams spielen, wie etwa Abteilungsleiterin Sandra Kaufmann. Die wird bei den Damen 40 in der Bezirksliga aufschlagen. Ebenfalls verzichten die Damen 30 und die U15-Juniorinnen – „nach Rücksprache mit den Eltern“, so Kaufmann. An den Start gehen die Herren 65 in der Verbandsliga, die Damen 40, die Herren 30, Herren 40 und Herren 60. „Alle sind heiß und voller Vorfreude, aber sie wissen um die Vorgaben“, sagt die Abteilungsleiterin. 

Enser TC 

Die Damen, Herren 30 und die neue Mixed-Mannschaft starten in die Sommersaison. Hingegen verzichten sechs weitere der neun Seniorenteams auf eine Teilnahme am Spielbetrieb. „Dass die Duschen geschlossen sind, die Auswärtsfahrten in einzelnen Autos vorgenommen werden müssen und dass es kein gemeinsames Essen nach den Spielen gibt, hat die Mannschaften zu den Absagen bewogen“, sagt Sportwart Marcel Rosenbaum. 

Zudem würden auch einige Teams in den älteren Altersklassen bewusst aus Gesundheitsgründen verzichten. So spielen die Damen 40, Herren 40, Herren 60, Herren 65, Herren 70 und Mixed 40 nicht. Da die Jugend erst später spielt, ist noch nicht entschieden, ob der Enser TC seine Teams in den Altersklassen U12-Juniorinnen, U10-Mixed und U8-Mixed antreten lässt.

TV Wickede 

Drei von sechs Mannschaften werden sich am Spielbetrieb beteiligen. „Das Problem ist, die Leute dafür zu motivieren. Es steht ja auch das Gesellige im Vordergrund, dass man nach den Spielen im Vereinsheim ein Bier zusammen trinkt. Nur Tennisspielen ist doof“, sagt TVW-Sportwart Stefan Reinhart übr die gelebte Praxis der vergangenen Jahre. Und wenn man nach weiten Fahrten ins Siegerland anschließend nicht auf der Anlage duschen dürfe, schrecke das ebenfalls ab. Am Spielbetrieb teilnehmen wollen die beiden Herrenmannschaften und das Mixed 40-Team. 

Die Damen, Damen 40 und Herren 40 verzichten auf einen Saisonstart. Welche der sieben Nachwuchsteams der Altersklassen U15 bis U8 spielen werden, steht noch nicht fest. „Da werden wir noch mit den Eltern reden und bis Ende Mai abwarte. Wir starten aber in der kommenden Woche das Nachwuchstraining unter den vorgegebenen Corona-Bedingungen“, sagt Reinhart. 

SC Lippetal 

Im Bezirk Ostwestfalen sind aus der Gemeinde Lippetal zwei Vereine am Start. Beim SCL in Herzfeld gehen zwei der vier gemeldeten Mannschaften auf den Platz. So werden die Herren und die Herren 30 um Meisterschaftspunkte spielen, die Damen 40 und Herren 50 nicht. 

Schon jetzt steht zudem fest, dass die sieben gemeldeten Nachwuchsteams sich nicht an den Mannschaftsspielen beteiligen werden. „Wir werden für die Kinder und Jugendlichen versuchen, Freundschaftsspiele gegen benachbarte Vereine zu organisieren“, kündigte Abteilungsleiter Thorsten Twesmann an. 

Germania Hovestadt 

Beim Nachbarn in Hovestadt werden die Herren 40 als einzige gemeldete Mannschaft nicht ans Netz gehen. Mannschaftsführer Stefan Winterstein machte die Beweggründe deutlich: „Zum einen ist natürlich eine Unsicherheit da, haben doch eine kleine Anlage mit nur zwei Plätzen. Doch Hauptgrund ist, dass der soziale Aspekt auf der Strecke bleiben würde, könnten wir doch nach den Spielen nicht mehr gemütlich zusammen grillen oder ein Bierchen trinken.“ 

BW Eickelborn

Bei den Lippstädter Vorstädtern war nur eine Mannschaft gemeldet. Die Herren 30 sind nach Auskunft von Abteilungsleiter Udo Hüsten zurückgezogen worden.

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