SVW-Umzug ins Jahnstadion

Weggang vom Ardey ein emotionales Thema

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Die Zukunft des SV Westfalia: Im Jahnstadion will der Verein eine neue Heimat finden.

Die Zukunft des SV Westfalia Soest liegt im Jahnstadion. So plant es der neue Vorstand, der seit Ende Juni im Amt ist. Doch nicht alle im Verein sind mit dieser Entscheidung einverstanden.

Soest –  Einer der Kritiker ist Manfred Kiefer. Er hat 30 Jahre Vorstandsarbeit bei Westfalia Soest, einem der beiden einstigen Fusionspartnern, geleistet und war auch lange Mitglied im Ehrenrat des SVW. „Doch jetzt habe ich mich daraus zurückgezogen“, sagt er und hadert mit dem Schritt zum Umzug ins Jahnstadion. „Das hat man von heute auf morgen übers Knie gebrochen. Viele wurden davon total überrascht.“ Christoph Werning, der auf der jüngsten Jahreshauptversammlung zum neuen ersten Vorsitzenden beim SV Westfalia und damit zum Nachfolger von Elmar Gröne gewählt wurde, hat durchaus Verständnis für die aufkommende Kritik. „Es ist eben ein emotionales Thema und dementsprechend haben wir auch mit emotionalen Reaktionen gerechnet“, meint er. „Am Ardey hängt schließlich viel Herzblut von vielen Leuten.“ Eine spontane und nicht durchdachte Entscheidung seien die Umzugspläne jedoch nicht gewesen. 

Info-Veranstaltungen für die Mitglieder

Im Vorfeld der Jahreshauptversammlung gab es Info-Veranstaltungen, auf denen der mittlerweile bestätigte Vorstand den Mitgliedern sein Konzept und seine Ideen diesbezüglich vorgestellt hat. Und zwar schon vor Monaten. Bei den Wahlen Ende Juni gab es später keine einzige Stimme gegen den Vorstand, woraus Werning nun ableitet, das präsentierte Konzept sei von den Mitgliedern akzeptiert und abgesegnet. „Dafür haben wir uns schließlich zur Wahl gestellt“. erklärt er. Zunächst zieht der SVW allerdings noch nicht komplett ins Jahnstadion. Nur die Leistungsteams des Vereins werden dauerhaft dort trainieren und spielen, alle anderen bleiben erstmal im Ardey. Bis 2025 sollen dann aber auch sie umziehen. „Das wird eine echte Herausforderung für uns. Damit begeben wir uns auf einen steinigen Weg“, ist sich Werning bewusst. Doch für ihn ist dieser Pfad unausweichlich. „Die Fusion vor sieben Jahren war eine gute Entscheidung, doch damals wurde vielleicht ein bisschen unterschätzt, dass ein Verein eine Heimat braucht.“ 

Neue Heimat mit Problemen

So sei der SVW seit 2013 irgendwie heimatlos geblieben – hin und hergerissen zwischen zwei Spielstätten – was sich nun ändern müsse. „Und das ist mittel- bis langfristig nur im Jahnstadion möglich“, ist sich Werning sicher. „Wir haben aktuell 31 Trainingsgruppen. Am Ardey sind wir dafür nicht flexibel genug, vor allem. da der dortige Rasenplatz nicht zuverlässig bespielbar ist.“ Für Kiefer ist das jedoch kein Grund, die Anlage komplett zu verlassen. „14 Jahre lang hat dort alles klasse funktioniert. Das ist eine super Anlage dort. Doch jetzt wird sie schlecht gemacht“, findet er. „Stattdessen geht man nun ins Jahnstadion, wo seit 40 Jahren nichts mehr investiert wurde. Die sanitären Begebenheiten dort sind eine Katastrophe. Jeder Soester kennt die Umstände dort.“ Dazu sei der Rasenplatz im Jahnstadion in keinem guten Zustand. „Da ist also nur ein Platz bespielbar.“ Grundsätzlich sei er aber überhaupt nicht gegen einen Umzug, nur unter den aktuellen Begebenheit hält Kiefer die Entscheidung für falsch. Immerhin hätte es in den letzten Jahren ja auch funktioniert, an beiden Spielstätten zu kicken. Da könne man doch nun auch warten, bis das Jahnstadion saniert wurde. Doch wann das passiert, ist noch unklar. Die Stadt hat diesbezüglich bisher keine festen Zusagen gemacht.

Jahnstadion soll Leistungszentrum werden

Auch Werning gegenüber nicht. Der Vorsitzende ist dennoch vom Zeitpunkt des Umzugs überzeugt. „Wir wissen, dass die Infrastruktur am Jahnstadion Nachholbedarf hat“, gibt er zu. „Doch wir wollen jetzt dafür in Vorleistung treten.“ Einen Ballraum und ein Zimmer für die Trainer hat der Verein schon eingerichtet, bald sollen die nächsten Schritte folgen, immerhin haben Werning und Co einiges vor in ihrer neuen Heimat. „Wir wollen das hier zu einem Leistungszentrum machen“, verrät er. „Und würden wir damit noch warten, würde das Ziel irgendwann weich werden. Das wollen wir auf keinen Fall.“ In Sachen Sanierung würden er und seine Kollegen die Zusammenarbeit mit der Stadt suchen. „Schlussendlich gibt es nirgends einen Fortschritt ohne Veränderung und der ist für diesen Verein erforderlich“, glaubt Werning, mit dem Umzug den SVW voranbringen zu können. „Wir dürfen nicht stehen bleiben. “

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