Für Sven Tetzlaff ist Kampfsport mehr als nur ein Hobby

Vermittelt sein großes Wissen über den Kampfsport an die nächste Generation: Seit eineinhalb Jahren betreibt Sven Tetzlaff eine Kampfkunstschule in Soest.
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Vermittelt sein großes Wissen über den Kampfsport an die nächste Generation: Seit eineinhalb Jahren betreibt Sven Tetzlaff eine Kampfkunstschule in Soest.

Soest - „Der Kampfsport war für mich immer viel mehr, als nur ein Hobby“, sagt Sven Tetzlaff. Und, wenn man ihn sieht und erlebt, glaubt man ihm. Kung-Fu, das ist für ihn Leidenschaft, Lebensfreude, Einstellung und Aufgabe zugleich. Der 36-Jährige trainiert seit 1991, darf sich seit 15 Jahren selbst „Meister“ nennen – und ist immer noch nicht am Ende seiner Ausbildung angekommen.

Vor gut eineinhalb Jahren hat er in Soest seine eigene Kampfkunstschule gegründet und weiht dort inzwischen 120 Schüler aller Altersklassen in die Geheimnisse der asiatischen Kampfkunst ein – und das alles neben seinem Vollzeit-Job als Webshop-Administrator, dem er nach wie vor nachgeht. 

Multitasking ist also offenbar eine seiner Stärken. Eine weitere ist Disziplin: „Ich habe eines schon sehr früh gelernt – um im Kampfsport Erfolg zu haben muss man viel lernen, hart arbeiten und sich auf einen langen Prozess einstellen. Es war schon seit meiner frühesten Jugend so, dass ich im Zweifel immer trainiert habe. Alle anderen haben sich zum Party machen getroffen – ich war beim Training“, erinnert er sich. Das Kung-Fu begleitet Tetzlaff, der in Lippstadt geboren wurde, aber jetzt mit seiner Familie in Bad Sassendorf wohnt, seit 27 Jahren. Und in diesen ist viel passiert. „Der Sport hat mich durch alle Zeiten begleitet, durch gute und auch schlechte“, sagt er. Ausgebildet wurde er selbst bei Meister Hermann Brüning aus Oelde – und musste sich nach vielen Jahren von ihm und seiner Lehre emanzipieren, seinen eigenen Weg gehen. So kam es letztlich zur Gründung seiner eigenen Schule. „Ich habe einen großen Anspruch an meine Tätigkeit als Lehrer und möchte etwas von meinen eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen an meine Schüler weitergeben“, erklärt Tetzlaff, der vorher viele Jahre als ehrenamtlicher Trainer tätig gewesen war. 

Bilder von der eigenen Meisterprüfung Doch nicht nur der persönliche Reifeprozess des Menschen Sven Tetzlaff ist spannend, auch ein Blick an die Wand in seinem Büro offenbart allerlei Abenteuer, die er schon durch seine Leidenschaft erleben durfte: Da hängt eine Weltmeister-Urkunde neben der des Europameisters Sven Tetzlaff, da stehen Pokale im Regal, Medaillen blinken und mittendrin das Foto von einem der wichtigsten Moment in Tetzlaffs Kampfsport-Karriere: Seiner eigenen Meisterprüfung, die er mit 21 Jahren absolvierte. „Damals war ich wirklich in Topform“, erzählt er. Mittlerweile trägt er den fünften „Duan“, eine Ausbildungsstufe, die ihn als Meister ausweist. Am Ende des Weges ist er damit noch nicht, auch der sechste Duan soll folgen. Das geht aber frühestens in acht Jahren, denn in seinem Verband, dem Kampfkunstkollegium, kann dieser Grad erst mit 44 Jahren abgelegt werden. „Je höher die Ausbildung ist, desto theoretischer werden die Anforderungen“, erklärt er. 

Einen großen Wunsch hat er sich in den vergangenen 27 Jahren noch nicht erfüllen können, obwohl es bereits einmal kurz davor war: „Ich war noch nie in Asien und habe dort gekämpft“, erklärt er. Damals, als er die Möglichkeit hatte, war das Abenteuer am fehlenden Geld gescheitert, heute ist die mangelnde Zeit, die ihn zurückhält. 

Aber Sven Tetzlaff ist sich sicher: Zu seinem ganz persönlichen Weg wird es gehören, eines Tages bei einer Meisterschaft in Asien teilzunehmen. Und damit wäre klar, welche Tugenden noch unabdingbar sind für den Erfolg im Kung-Fu: Der Glaube an sich selbst und ein unbeugsamer Wille.

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