In der Frauen-Kreisliga

SV Völlinghausen: Punktlos, torlos, aber mit Spaß dabei und voll motiviert

Karina Borgmann (Mitte, rotes Trikot) bei einem der Völlinghausener Vorstöße in die Belecker Hälfte. Zu einem Treffer reichte es allerdings nicht.
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Karina Borgmann (Mitte, rotes Trikot) bei einem der Völlinghausener Vorstöße in die Belecker Hälfte. Zu einem Treffer reichte es allerdings nicht.

Eine Ersatzspielerin drückt ein Baby an ihre Brust, ein Hund ruht sich vor der Auswechselbank aus. Die Stimmung ist familiär und ausgelassen, es wird gelacht und noch häufiger angefeuert. Dabei steht es zu diesem Zeitpunkt in der 80. Minute schon 0:6 aus Sicht im Spiel der Frauen-Kreisliga A zwischen dem SV Völlinghausen und dem TuS Belecke II.

Völlinghausen – Beide Teams hatten bis Sonntag noch keinen Punkt gesammelt, geschweige denn einen Treffer erzielt. „Wir hatten schon die Hoffnung, dass es mit dem ersten Tor klappt“, sagt SVV-Trainer Patrick Jakob. Dass es nicht geklappt hat und es am Ende deutlich mit 0:7 ausgegangen ist, verschmerzten die „Schäfchen“ schon schnell nach Schlusspfiff und lachten schon wieder.

Harmlose Schäfchen: Erfolglos, aber voll motiviert

Die Kreisliga-Frauen des SV Völlinghausen im Heimspiel gegen Belecke
Die Kreisliga-Frauen des SV Völlinghausen im Heimspiel gegen Belecke
Die Kreisliga-Frauen des SV Völlinghausen im Heimspiel gegen Belecke
Die Kreisliga-Frauen des SV Völlinghausen im Heimspiel gegen Belecke
Harmlose Schäfchen: Erfolglos, aber voll motiviert

Spielerin Karina Borgmann wünscht sich: „Wir wollen erst einmal unser erstes Tor erzielen, dann können wir weitersehen.“

Dabei verpufften eigene Vorstöße, der Ball war schnell wieder weg und zudem war es für die Gastgeberinnen auch ungewohnt, nur zu neunt spielen müssen (weil der Gegner vor Saisonbeginn als Neuerteam gemeldet hat) und so die Abstände noch größer wurden.

In der Tabelle belegt der SV Völlinghausen Rang zwölf mit vier Niederlagen und 0:30 Toren – schlechter ist aktuell noch der Kreisrivale SV Welver (vier Niederlagen, 0:33 Tore). Das Duell dieser beiden Teams steht am 10. Oktober ab 15 Uhr im Buchenwald-Stadion an. „Da schielen wir schon drauf. Aber Welver ist uns noch ein, zwei Schritte voraus“, sagt der an der Seitenlinie engagiert auftretende Trainer.

Sina Bispinghoff Schützin des bislang einzigen Tores

Es ist ja nicht so, als ob die SVV-Frauen noch kein Tor erzielt hatten. In der Vorbereitung gab es eine 3:4-Niederlage gegen den TuS Rumbeck und auch Unentschieden gegen SuS Eisborn (1:1) und SV Bachum/Bergheim (0:0).

„Aber unsere Kreisliga ist einfach stärker“, hat Trainer Jakob erkannt und ordnet die Spiele ein. Das musste er schon in der Vorsaison erkennen, als das Team neu zum Spielbetrieb angemeldet wurde. In den sechs Spielen bis zum Saisonabbruch Ende Oktober 2020 gab es sechs Niederlagen bei 1:68 Toren, die höchste Niederlage war das 0:16 beim MFFC Soest. Das bislang einzige Meisterschaftstor der Völlinghauserinnen gelang Sina Bispinghoff beim 1:6 gegen Welver am 11. Oktober 2020.

Im Spiel gegen Belecke am Sonntag steht zumindest in den ersten 20 Minuten die Null. Auch als in regelmäßigen Abständen die Gegentore fallen, gibt es kein Mosern und keine abfälligen Handbewegungen. Jeder angenommene Ball, jeder gute Abschlag der Torfrau, jeder angekommene Pass und jeder gewonnene Zweikampf wird von allen Beteiligten gelobt. „Hut ab für die Moral. Wie ihr euch abfeiert für jede gute Aktion; das hätte ich auch gerne“, sagt Beleckes Trainer Mike Brackwehr anerkennend bei seiner Verabschiedung.

Aufruf über diverse Kanäle

Vor einem Jahr hatten Jessica Gerbauleth und Michelle Gosmann die Idee, ein Frauenteam auf die Beine zu stellen. Dem Aufruf über diverse Kanäle folgten bis zu 30 Spielerinnen. „Das ist fast eine komplette Anfängermannschaft“, sagt die 27-jährige Gerbauleth, die in dieser Saison wegen ihrer Schwangerschaft noch nicht gespielt hat, und hofft, dass sie ab der Rückrunde dabei sein wird.

„Wir haben am Küchentisch zusammen gesessen und meine Schwester Michelle hat mich gefragt, ob ich das Team trainieren könnte“, sagt Patrick Jakob, wie er zum Trainerposten gekommen ist. Er glaubte zunächst nicht so richtig daran, dass am Kettelbötel ein neues Team für den Liga-Betrieb entsteht, doch es meldeten sich immer mehr Frauen auch aus Suttrop, Berlingsen, Soest, Günne, Echtrop und natürlich Völlinghausen. Jakob macht seine Arbeit Spaß, er fühlt sich gut durch seine Co-Trainerin Judith Herbers unterstützt. „Es sind auch immer 15 bis 20 Spielerinnen zweimal die Woche beim Training, obwohl wir so viele Gegentore kassieren“, sagt er.

Und: „Wir verbessern uns. Haben wir in den ersten Spielen 20, 30 Gegentore kassiert, sind es jetzt sieben oder acht“, sagt Mittelfeldspielerin Karina Borgmann. Die 25-Jährige pausierte in den vergangenen fünf Jahren und spielte davor in Höingen.

Am Dienstag geht es wieder zum Training, mit Motivation und guter Laune, um weiter am kleinen Ziel, dem ersten Tor, zu arbeiteten. Ob das schon am Donnerstag (19 Uhr) im nächsten Meisterschaftsspiel gegen den Tabellendritten SG Overhagen/Lippstadt klappt?

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