Steffen Kree von der TuS Wickede ein halbes Jahr in Würzburg

Praxis-Semester beim Zweitligisten

Steffen Kree von der TuS Wickede absolviert ein Praxis-Semester beim Zweitligisten Würzburger Kickers.
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Steffen Kree von der TuS Wickede absolviert ein Praxis-Semester beim Zweitligisten Würzburger Kickers.

Würzburg – Ein Praxis-Semester in der Corona-Zeit – nicht unbedingt die Wunschvorstellung eines jeden Studenten. Doch wie alle Kommilitonen seiner Generation muss Steffen Kree da durch. Der 21-Jährige absolviert seit Mitte März als Student des Sportmanagements sein halbjähriges Praxis-Semester beim Fußball-Zweitligisten Würzburger Kickers, konzentriert sich in der unterfränkischen Metropole am Main ganz und gar auf seinen Job. Denn: „Über Privates spricht man nur in der gemeinsamen Mittagspause“, deutet der Büdericher an, dass unter den aktuellen Umständen ein Studentenleben am Abend nicht stattfindet.

Insofern ist Steffen Kree froh, dass er in knapp drei Stunden über A7 und A44 wieder zu Hause sein kann, wie es auch an den Ostertagen der Fall war. In seiner Ein-Zimmer-Bude würde ihm sonst wohl die Decke auf den Kopf fallen. Wenn die Würzburger Kickers ein Auswärtsspiel haben, und das war zu Ostern der Fall, kann der Student heimwärts fahren. Ist der Zweitligist aber im Stadion am Dallenberg im Einsatz, ist Kree vor Ort als Teil des Teams der Kickers-Geschäftsstelle.

Es war gar nicht so einfach, im Fußball eine Stelle für ein Praxis-Semester zu finden. „Eine Initiativ-Bewerbung lohnt sich nicht, Vereine wie der BVB nehmen die gar nicht entgegen, könnten sich vor Anfragen gar nicht retten“, weiß Kree. Die Würzburger Kickers aber hatten die Stelle ausgeschrieben. Der A-Kreisliga-Fußballer der TuS Wickede hat sich beworben und durfte am 15. März starten.

„Ich bin im Bereich Marketing und Ticketing eingesetzt“, gibt er einen Einblick in seine Arbeit. Beim Ticketing gibt‘s aktuell natürlich keine normalen Arbeitsabläufe, schließlich dürfen die Fans auch in Würzburg nicht ins Stadion. „Wir schmieden aber Pläne für eine Wiedereröffnung“, deutet Kree an, dass es Überlegungen gibt, wie ein Neustart erfolgen kann.

Derzeit beschränkt sich das Ticketing auf die Ausgabe der Stadion-Ausweise für Spieler, Betreuer, Delegierte der Gäste und vor allem für die Medien. „Allein das Team, das für Sky filmt, ist groß. Dazu kommen die Vertreter von Presse und Radio“, summiert Kree diese Gruppe allein auf ungefähr 50 Personen. Alles in allem sind etwa 200 Leute bei einem Spiel im Stadion.

Kontakt zu den Spielern gibt es für den Amateur-Kicker aus dem Kreis Soest nicht. „Die werden abgeschottet, dürfen kaum Kontakt nach außen haben“, schildert Kree die klare Vorgaben der DFL. So durften die Spieler, zu denen auch der aus Bad Sassendorf stammende Lars Dietz zählt, an einem Videodreh nicht teilnehmen, mit dem in den Social-Media-Kanälen für eine Laufaktion der Kickers geworben werden soll.

So mussten Kree und seine Kollegen umdisponieren. „Wir haben acht Stunden gedreht, am Ende kommt eine Minute dabei heraus“, gibt er Einblick, wie viel Arbeit bisweilen hinter den kurzen Filmchen bei Instagram oder Facebook steckt. Die Kickers rufen mit dem Video auf zur Teilnahme an einer Laufaktion im April. „Jeder gesammelte Kilometer wird gesponsert, das Geld kommt einem guten Zweck zugute.“

Apropos guter Zweck: „Die Kickers sind sehr sozial eingestellt“, verdeutlicht der Büdericher. So haben sie sich beim Weltfrauentag engagiert und auch beim Downsyndrom-Tag. Der Verein legte zwei Extra-Kollektionen mit Paaren von unterschiedlichen Socken auf, ein Symbol für diesen Tag. Zudem ist geplant, dass zwei, drei Spieler eine Trainingseinheit mit einer Behinderten-Sportgruppe durchführen. „Natürlich erst, wenn Corona überstanden ist“, so Kree.

Zum Bereich Marketing zählt für ihn auch die Aufgabe, die Spieltagsbetreuung für die Einlaufkinder neu zu organisieren; momentan ist auch das auf Eis gelegt. „Das macht großen Spaß“, geht der 21-Jährige in der Aufgabe auf, fühlt sich in seinem Team wohl: „Wir sind auf einer Wellenlänge, haben einen Altersdurchschnitt von nur etwas über 30!“

Bis zum 15. September läuft das Praxis-Semester, dann ist das sechste Semester abgeschlossen. Sportlich hält sich der Fußballer mit Joggen und Work-Outs fit. „Es juckt aber in den Füßen“, kann er es kaum erwarten, selber wieder das runde Leder zu jagen. Seit Ende Oktober hat Steffen Kree keinen Ball mehr getreten, kann nur den Profis dabei zuschauen.

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