Wechsel in K-League

Stanislaw Iljutcenko stürmt für Pohang Steelers in Korea

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Mit der Nummer 10 läuft Stanislaw Iljutcenko bei den Pohang Steelers auf. Das Foto stammt von seiner offiziellen Vorstellung beim Champions League Sieger von 2009.

Soest – Vier Jahre lang hat er das Trikot der Zebras getragen. Jetzt hat der Soester Fußballer den Sprung aus der Zweiten Bundesliga in die Ferne gewagt. Sieben Stunden Zeitunterschied trennen Stanislaw Iljutcenko nun von seiner Heimat in der Börde, spielt er doch seit Anfang dieses Monats in Südkorea.

Beim Erstligisten Pohang Steelers geht der bald 29-Jährige auf Torejagd in der K-League, der koreanischen Bundesliga. Und das gleich überaus erfolgreich. Nachdem er in seinem ersten Spiel im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war, gelang ihm in seinem zweiten Spiel der 1:0-Siegtreffer für seine neue Mannschaft. 

Und auch beim jüngsten 1:1-Unentschieden hieß der Torschütze für Pohang Stanislaw Iljutcenko. Jetzt bereitet er sich mit seiner Mannschaft auf das nächste Heimspiel am Samstag vor, fand gleichwohl Zeit, die Fragen von Dirk Wilms zu beantworten.

Wie ist der Transfer nach Korea zustande gekommen? 

Ich hatte zum Ende der Saison 17/18 schon mal eine Anfrage aus Korea erhalten, habe mich da aber entschieden, beim MSV zu verlängern. Nach dem Abstieg in der letzten Saison bin ich erst mal in den Urlaub gefahren, um den Kopf frei zu bekommen. Und da habe ich dann den Anruf bekommen, dass es ein Angebot aus Südkorea für mich gibt. Dann ging es ziemlich schnell, ich hatte nur ein kleines Zeitfenster, um eine Entscheidung zu fällen. Ansonsten wäre das Angebot verstrichen. Und dann habe ich noch im Urlaub die meisten Dokumente unterschrieben. 

Wie waren die ersten Tage fernab der Heimat? 

Die ersten Tage waren sehr anstrengend. Nach einer Anreise von ca. 24 Stunden bin ich in Pohang angekommen. Ich konnte direkt in meine Wohnung, mich ausruhen und mich mit dem Jetlag quälen. Am nächsten Tag waren dann der Medizincheck und die Vertragsunterzeichnung. Und dann ging es direkt ins Training und Extraschichten schieben, um so schnell wie möglich fit zu werden, da hier die Saison im vollen Gange ist. 

Wie müssen wir uns Pohang vorstellen? 

Pohang ist eine große Industriestadt im Osten von Südkorea, die direkt am Meer liegt. Sie erinnert mich einerseits an Duisburg durch die Stahlindustrie. Es gibt fast nur Hochhäuser und alles ist sehr farbenfroh beleuchtet, was ziemlich beeindruckend ist. Andererseits gibt es hier auch sehr schöne Ecken und Strände. 

Wo wohnen Sie? 

Ich wohne direkt in Pohang in einer Vier-Zimmer-Wohnung, die vom Verein gestellt wird. In der Gegend leben alle ausländischen Spieler mit ihren Familien. 

Wie sind Sie in Ihrem neuen Verein aufgenommen worden? 

Ich wurde sehr gut aufgenommen. Wir haben hier einen Dolmetscher, der uns bei allem hilft und uns alles erklärt. Die Menschen sind hier sehr hilfsbereit und pflegen einen sehr respektvollen Umgang. 

Wie war Ihr erstes Spiel im neuen Trikot? 

Das erste Spiel ist natürlich immer etwas Besonderes. Man lernt die Fankultur und den Spielstil kennen. 

Wie lange läuft Ihr Vertrag in Korea? 

Ich habe einen Vertrag bis Ende 2020 mit einer Option auf ein weiteres Jahr, sprich bis Ende 2021, unterschrieben. 

War auch ein Verbleib in Deutschland eine Option? Gab es Angebote? 

Es gab mehrere Interessenten und auch Angebote, sowohl aus Deutschland und auch aus dem Ausland. Und nach dem Abstieg im letzten Jahr wollte ich etwas Neues sehen und eine neue Herausforderung haben. Von daher wurde dann auch relativ schnell klar, dass ich eher ins Ausland gehen möchte. Und am Ende hatte ich zwei sehr interessante Angebote vorliegen und habe mich dann für Pohang entschieden. 

Können Sie sich eine Rückkehr zu einem Verein in Deutschland nach Ihrem Korea-Engagement vorstellen? 

Natürlich kann ich mir eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen. Das Fußballgeschäft ist sehr schnelllebig. Man weiß nie, was passiert und wo einen der Weg hin führt. 

Sie werden bald 29; haben Sie schon angefangen, Pläne zu schmieden für die Zeit nach der Fußball-Karriere? 

Nach der Karriere wird Soest definitiv unsere Heimat. Wir lassen gerade unser Einfamilienhaus in Soest bauen. Was genau ich nach der Karriere mache, kann ich nicht sagen. Ich würde gerne dem Fußball treu bleiben, kann mir aber auch anderes vorstellen. Das lasse ich in Ruhe auf mich zu kommen. 

Wo leben jetzt Frau und Kinder? Wie halten Sie Kontakt? 

Meine Frau und die Kinder sind noch in Soest bei unseren Familien. Wir telefonieren täglich per Videoanruf. Ende des Monats kommt dann die Familie und bleibt hier. Haben Sie noch stetigen Kontakt in die Soester Heimat? Ja, meine Familie und auch die meiner Frau leben in Soest. Unsere Freunde leben alle in Soest. Von daher sind wir ziemlich oft in Soest. In der nächsten Zeit wird das allerdings weniger…

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