Golf

Beim GC Werl ist am ersten Tag nach der langen Pause richtig viel los

Waren zum Neustart auf der Anlage: Thomas Butzek (Mitte), Vizepräsident des Golfclubs Werl, im Gespräch mit Wolfgang (rechts) und Keno Haferkemper.
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Waren zum Neustart auf der Anlage: Thomas Butzek (Mitte), Vizepräsident des Golfclubs Werl, im Gespräch mit Wolfgang (rechts) und Keno Haferkemper.

Carolin Matuschek genoss die ersten Schläge in vollen Zügen. „Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, sagte die Neheimerin. Sie war am Montagmorgen die Erste auf der Driving Range des Golfclubs Werl. 

Werl – „Ich spiele mich schon mal ein“, sagte Matuschek. Die Apothekerin nutzte die Zeit vor der Arbeit. „Ich genieße mutterseelenallein die Weite des Platzes und die Wärme der Sonne.“

Wie ihr ging es vielen. Mit einem Grinsen im Gesicht betraten die meisten die Neun-Loch-Golfanlage am Werler Stadtwald. Nach mehr als drei Monaten Zwangspause wegen der Corona-Maßnahmen hat der Golfclub für seine Mitglieder und Gäste wieder geöffnet. Denn seit Montag ist der Sport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen aus einem Haushalt unter freiem Himmel wieder zulässig.

Verein ist „gut aufgestellt“

„Es waren harte Zeiten seit Anfang Dezember. Die Kosten liefen ja weiter“, sagte Vizepräsident Thomas Butzek und gab zu, dass sich die Verantwortlichen schweren Herzens mit der Situation abgefunden hatten. Für ihn kam der Termin des Neustarts – erst am Freitag gab das Land die Lockerungen bekannt – überraschend. „Wir sind wirklich happy, wieder öffnen zu können.“ Butzek sieht den Verein „gut aufgestellt“, um die Vorgaben erfüllen zu können. „Das Hygienekonzept steht, alle können sich sehr gut aus dem Weg gehen.“ Der Mindestabstand von fünf Metern könne problemlos eingehalten werden. Im Caddyhaus, wo die Ausrüstung untergebracht ist, gibt es eine Art Ampelsystem, um Kontakte zu vermeiden.

Nach den Schneemassen spielte das schöne Wetter dem Golfclub natürlich in die Karten. „Die letzten drei Tage mit Sonnenschein waren absolut wichtig, damit die Anlage bespielbar ist“, sagte Butzek. „Sonst wäre der Platz zu nass gewesen“, fügte Oliver Dieber hinzu. Der Sekretär hatte anders als Butzek die Hoffnung, dass Golf spielen schon vor März wieder möglich sein wird.

Nutzte das schöne Wetter, um beim Golfclub Werl zu spielen: Carolin Matuschek.

Die Greenkeeper – der Werler Club hat eine externe Firma beauftragt – waren am Montag seit dem Morgengrauen aktiv, um die Anlage auf Vordermann zu bringen. Sie mähten den Rasen, checkten die Abschläge, räumten Äste und Zweige weg, entfernten Erdhügel von Wühlmäusen und Maulwürfen sowie Dachslöcher und säten neu ein. Der Verein selbst hatte die unfreiwillige Pause im Winter genutzt, um 30 Obstbäume zu pflanzen und ein bisschen zu renovieren.

Von Vorteil ist aktuell natürlich das Online-Buchungssystem. „Viele waren skeptisch, aber es ist so einfach“, sagte Butzek, der seit einem Jahr Vizepräsident ist. 487 Mitglieder zählt der 1973 gegründete Club, „bei 90 Prozent ist das neue System gut angekommen“, berichtete Dieber. Kontakte würden reduziert, Wartezeiten vermieden. Im Abstand von zehn Minuten dürfen die Golfer auf den Platz. Am ersten Tag nutzten rund 100 Sportler die Möglichkeit. „Wir sind komplett ausgebucht“, freute sich Dieber. Am Sonntag hatte der Verein seine Mitglieder über den Re-Start informiert.

Ich genieße mutterseelenallein die Weite des Platzes und die Wärme der Sonne.

Carolin Matuschek

Wolfgang und Keno Haferkemper ließen sich nicht zweimal bitten. Vater und Sohn aus Warstein gingen zunächst auf die Driving Range. „Zum Reinkommen nach der langen Zeit“, sagte der 19-Jährige, der wie die ganze Familie seit November 2019 Mitglied des GC Werl ist. Für ihn war es „ein Träumchen“, endlich wieder den Schläger schwingen zu können. „Ich hoffe, nicht zu viele Bälle zu verlieren“, sagte er lachend. Golf sei als Sportart prädestiniert für erste Lockerungen und für ihn ein „Ventil“ im Lockdown, betonte Keno Haferkemper. Sein 58-jähriger Vater sieht vor allem in der Einbahnstraßenregelung einen großen Vorteil in diesen Zeiten. Da beide auch Tennisspieler und Einzel auf Außenplätzen ebenfalls wieder erlaubt sind, profitieren die Haferkempers besonders von den ersten Lockerungen.

Für mehrere Tage eingebucht

Gelockert war auch die Stimmung von Gerhard Reimer und Martin Vogt. Die beiden gingen am Vormittag als Zweier-Flight auf die erste Bahn. „Es ist ein Traum, dass wir wieder spielen können“, sagte Reimer. Der Soester hatte sich direkt auch für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zum Spielen eingetragen. Vogt, der in Herdringen wohnt, freute sich über das „traumhafte Wetter“ und sagte: „Wir haben drei Monate aufzuholen.“

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