Big Brother immer dabei: Gina Lückenkemper für Doping-Kontrolleure rund um die Uhr erreichbar

+
Abseits des Scheinwerferlichts gehört die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit für Dopingkontrollen zum Alltag für Spitzensportler wie Gina Lückenkemper. 

Berlin/Soest - Bevor Gina Lückenkemper (TSV Bayer 04 Leverkusen) nach ihrem Silbersprint und dem anschließenden Interviewmarathon das Berliner Olympiastadion am Dienstagabend verlassen konnte, stand für die 21-Jährige noch ein Termin an, der für sie zu einem Wettkampf schon dazugehört wie der Startschuss zum 100-Meter-Sprint: die Dopingkontrolle. Bei großen Meisterschaften wie jetzt in der Hauptstadt schauen die Kontrolleure selbstverständlich ganz genau hin. Doch nicht nur hier muss die Soesterin mit Blut- oder Urinproben rechnen.

Wer wie Lückenkemper in der Weltspitze der Leichtathletik angekommen ist, kann täglich Besuch von den Dopingkontrolleuren bekommen. Was auf der einen Seite für einen sauberen Sport sorgen soll, bedeutet für sie und viele andere Top-Athleten auf der anderen Seite ständige Überwachung. 

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) weiß jeden Tag, wo sich die schnelle Soesterin aufhält. Über eine Onlineplattform muss sie eintragen, wo sie sich befindet. 

„Anti-Doping Administration and Management System“ (ADAMS) heißt das Portal der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), über das die Dopingkontrolleure Lückenkemper jederzeit finden können. Hier muss die Soesterin nicht nur ihren Übernachtungsort angeben, sondern auch ein einstündiges Zeitfenster, in dem die Kontrolleure sie definitiv besuchen können. „Wenn mich die Kontrolleure zu Hause nicht erwischen, werde ich mit einer unterdrückten Nummer angerufen und habe eine Stunde Zeit, um mich mit den Dopingkontrolleuren zu treffen“, erklärt Lückenkemper.

Der Anruf kann während des Trainings kommen oder, auch schon passiert, im Eiscafé in der Soester Altstadt. Unter Umständen klingeln die Kontrolleure sogar vor dem Aufstehen. „Mein Wecker geht um 7.30 Uhr, wenn die dann um sechs Uhr klingeln, machen sie mich halt wach. Mittlerweile kann ich damit einigermaßen umgehen“, sagt Lückenkemper. 

So lästig die Kontrollen auch sind, die 21-Jährige hat dafür Verständnis: „Ohne Dopingkontrollen geht es nicht. Ich will einen sauberen Sport, und ich finde es auch gut, dass diese Kontrollen durchgeführt werden. Das ist einfach etwas, womit man als Leistungssportler leben muss“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare