Handballkreis Hellweg trifft Entscheidung

Soester TV ist der große Gewinner - zwei Aufsteiger über den Quotienten

Der STV II – hier mit dem ehemaligen Spielertrainer Jan Stoppelkamp – hat den Landesliga-Aufstieg geschafft.
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Der STV II – hier mit dem ehemaligen Spielertrainer Jan Stoppelkamp – hat den Landesliga-Aufstieg geschafft.

Auch der Handballkreis Hellweg richtet sich nach den Vorgaben des Verbandes Westfalen und bestimmt die Aufsteiger der durch die Corona-Pandemie abgebrochenen Saison auf Kreisebene. Größter Nutznießer davon ist der Soester TV, der gleich zwei Aufsteiger auf diese Weise stellt.

Kreis Soest – Denn nach der zu Grunde gelegten Quotientenregelung haben die Oberliga-Reserve des STV den Sprung aus der Bezirksliga in die Landesliga geschafft und auch die „Dritte“ des STV darf aus der Kreisliga in die Bezirksliga aufsteigen. Das war das Ergebnis einer Video-Versammlung des Kreisvorstandes mit Vertretern seiner Mitgliedsvereine.

Den wurde zudem auch eine Perspektive für den Beginn der kommenden Saison gegeben. Mit der Aufstiegsentscheidung haben Carsten Umbescheidt, Vorsitzender des Handballkreises Hellweg, und seine Vorstandskollegen sich an den Handballverband Westfalen angelehnt, der bereits in der vergangenen Woche das gleiche Vorgehen für seine Vereine vorgenommen hatte.

Wie schon auf der übergeordneten Ebene wurden die Aufsteiger durch ein Rechensystem ermittelt, dem die Quotientenregel vergangener Spielzeiten zugrunde lag.

Lange Zeit hatte der Vorstand des Handballkreises Hellweg darauf gehofft, dass es eine Aufstiegsrunde im Juni geben könnte, zu der sich Vereine anmelden durften. Als die Zeit knapp wurde, musste die Spielordnung herhalten. Und der Paragraf 52 regelt, dass aus sportlichen Gesichtspunkten die Aufsteiger durch die spielleitende Stelle festgelegt werden können.

„Wir müssen Aufsteiger ermitteln, da wir ansonsten rechtlich anfechtbar gewesen wären“, erklärte Carsten Umbescheidt den Vereinsvertretern. Umbescheidt holte sich dafür auch noch das Einverständnis aller Vereine ein. „Es gab keine Gegenstimmen und keine großen Diskussionen“, sagte der Kreisvorsitzende.

Und so wurde am Montagabend während der Vereinsvertretersitzung die Aufsteiger durchgewunken.

Sprung in die Landesliga war langersehnt

Profitieren davon wird vor allem der Soester TV, der mit seiner Reserve den langersehnten Aufstieg aus der Männer-Bezirksliga in die Landesliga geschafft hat und gleichzeitig mit der „Dritten“ aus der Kreisliga in die Bezirksliga zieht.

Die Reserve wird auf jeden Fall aufsteigen. Das war unser Hauptziel und ist mehr als verdient. Nach dem ganzen Theater vor zwei Jahren ist das auch eine Genugtuung.

Kai Schönfeld, Handballchef des Soester TV

„Die Reserve wird auf jeden Fall aufsteigen. Das war unser Hauptziel und ist mehr als verdient. Nach dem ganzen Theater vor zwei Jahren ist das auch eine Genugtuung“, sagt Kai Schönfeld, Handballchef des Soester TV. Damals verpasste die Reserve den Aufstieg, weil Benni Haake zum Kader der ersten Mannschaft zugeordnet worden war, dort aber nicht zum Einsatz kam. Einen Punktabzug gab es trotzdem, der den Aufstieg kostete.

„Dritte“ darf Bezirksliga spielen - wenn sie will

„Wir waren ja in den vergangenen Jahren oben dabei und lagen auch in dieser Saison vorne – auch wenn es nur ein Spiel gab. Aber nach einem Spieltag bin ich auch noch nie aufgesteigen“, sagt Trainer Reinhard Zimmer. Dabei kam der 58-jährige Ascheberger zuvor auf über 20 Aufstiege.

Freuen dürfen sich bei den Männern zudem der ASV Hamm V (Aufsteiger zur Kreisliga), der TuS Overberge II (Aufsteiger zur 1. Kreisklasse) und der VfL Kamen IV (Aufsteiger zur 2. Kreisklasse). Bei den Frauen zieht die SGH Unna Massen in die Landesliga ein. Der TuS Overberge findet sich künftig in der Bezirksliga wieder und die „Dritte“ des TuS Westfalia Kamen läuft ab der neuen Spielzeit in der Kreisliga auf.

Alle genannten Vereine haben nun eine Woche lang Zeit, um den Aufstieg des Handballkreises am „Grünen Tisch“ anzunehmen oder abzulehnen. „Bei der 3. Mannschaft werden wir das in dieser Woche klären. Die Mannschaft soll das selber entscheiden“, sagt Abteilungsleiter Kai Schönfeld.

Umbescheidt hat zudem den Vereine drei mögliche Starttermine für einen Saisonbeginn zur Abstimmung vorgelegt. Das sind der 4., 18. September oder 2. Oktober.

„Ich würde den ersten Termin nehmen, damit Luft hat und auf eventuelle Corona-bedingte Pausen reagieren kann“, erklärt Schönfeld weiter.

Abstimmung über Saisonstart

Fest steht allerdings, dass die Spielrunden in der Jugend am 4. September beginnen sollen. „Das ist durch die Aufstiegs- und Qualifikationsrunden zum Ende der Saison vorgegeben“, führt der Kreisvorsitzende Carsten Umbescheidt aus.

Die kleinsten Handballer sollen zudem nach Möglichkeit nach den Sommerferien zunächst auf Fußballplätzen oder Beachsport-Anlagen wieder anfangen mit Ballübungen oder Parcours. Damit wird sich nun der Jugendausschuss des Handballkreises beschäftigen.

Reserve hat drei Abgänge und zwei Zugänge

Die Reserve des Soester TV wird in der kommenden Saison in der Landesliga antreten – allerdings weiß Trainer Reinhard Zimmer noch nicht, in welcher Staffel. Auch ein Termin für den Trainingsstart steht noch nicht fest. „Aber die Jungs sagten, dass sie zum Auftakt erst einmal eine Aufstiegsfeier machen wollen“, sagte der 58-Jährige.

Er hat für die Saison 2021/22 drei Abgänge zu verzeichnen. Der Allrounder Lasse Müller versucht sich in der ersten, Rückraumspieler Thomas Niehage folgt quasi Michael Jankowski (in der Vorsaison noch Mit-Trainer der „Ersten“) zum Oberligisten TV Isselhorst und Finn Waesh (ebenfalls Rückraum) hört wegen seines Studiums an der Sporthochschule in Köln auf. Neu dabei sind der Linkaußen Timo Timmermeier vom TuS Wehe und Torwart Philipp Rendenbach (TV Neheim).

„Wir haben 17, 18 Leute im Kader, darunter viele ehemalige A-Jugendliche und einige erfahrene Kräfte wie die Stoppelkamp-Brüder. Das ist eine supergute Mischung“, sagt Zimmer. Zudem sei ein Trainingslager mit dem Oberliga-Team und eine engere Anbindung geplant.

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