Trainer des SV Westfalia Soest hospitiert beim SV 08 Lippstadt

Ibou Mbaye schnuppert Regionalliga-Luft

Ibou Mbaye, hier im Kreis seiner Soester Mannschaft, hospitiert derzeit in Lippstadt.
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Ibou Mbaye, hier im Kreis seiner Soester Mannschaft, hospitiert derzeit in Lippstadt.

Soest – Was macht ein fußballverrückter Bezirksliga-Trainer, wenn in den unteren Fußball-Ligen das Leder Corona-bedingt ruht? Er sucht sich eine andere Herausforderung, bildet sich weiter oder macht einfach mal Pause. Ibou Mbaye, Trainer des ambitionierten Soester Bezirksligisten Spielverein Westfalia, suchte sich eine Fortbildung aus, die ihn weiter nahezu täglich mit dem Fußball konfrontiert. Er hospitiert beim Trainerkollegen des Regionalligisten SV Lippstadt 08, Felix Bechtold.

„Ich habe überlegt, was ich machen könnte, wollte gern hospitieren und da fiel mir ein, dass Dustin Hamel, ehemaliger Trainer der A-Jugend von Westfalia Rhynern, Co-Trainer in Lippstadt ist. Da wir noch Kontakt haben, schrieb ich ihn an und wenig später konnte ich schon anfangen. Das ging schnell und unbürokratisch“, freute sich der Soester Trainer, der sich schon in seiner dritten Woche in Lippstadt befindet.

Auf die Frage, ob er die Weichen für höheren Fußball beim SVW Soest schon stellen will, lacht er. „Ich wollte mal live erleben, wie unter profiähnlichen Bedingungen gearbeitet wird. Welche Abläufe und Strukturen ein Verein in der Regionalliga hat“, sagt Mbaye, der ergänzt, dass seine Mannschaft sicher von dieser Hospitation profitieren werde.

Dabei gehört der SV08 aber zu den Teams, die kaum Profis in den eigenen Reihen haben. „Wir beginnen mit dem Training erst nach 18 Uhr, damit die Berufstätigen rechtzeitig da sind. Einige Spieler, die Zeit haben, kommen aber schon um halb fünf um sich vorzubereiten, das sind schon gute Bedingungen“, lobt Mbaye auch die Einstellung der recht jungen Mannschaft des SV08.

„Es war toll, wie ich hier aufgenommen wurde. Alle waren sehr nett und das machte es mir sehr leicht hier mitzuarbeiten. Denn Trainer Bechtold hat mich gleich mit einbezogen. So leite ich manche Übungen, lege Bälle beim Schusstraining auf oder kümmere mich um Spieler, die nach einer Verletzung langsam wiederaufgebaut werden. Nur an den Ton, der dort auf dem Platz herrscht, musste ich mich etwas gewöhnen. Aber ich habe mir sagen lassen, dass in diesem Bereich eine andere, rauere Sprache üblich ist“, wunderte sich der SVW-Trainer, der immerhin den A-Schein hat und schon 15 Jahre im Geschäft ist.

Insgesamt macht Mbaye die Arbeit in Lippstadt viel Spaß. Und gerade die Abläufe vor und nach den Spielen mit Videoanalysen sowohl zum letzten Spiel als auch für den kommenden Gegner sind schon sehr spannend. „Felix Bechtold stellt die Mannschaft gut ein, hat einen klaren Matchplan, kennt Schwächen und Stärken der Gegner“, gefällt Mbaye die Spielvorbereitung beim Regionalligisten. Überhaupt ist der Soester angetan von dem professionellen Handeln in Lippstadt mit einen Funktionsteam von sieben, acht Leuten: „Das hat es zu meiner aktiven Zeit in höheren Ligen nicht gegeben. Auch das mediale Interesse ist enorm gestiegen.“

Doch ist der Job auch sehr aufwendig. „Wir hatten zuletzt zwei englische Wochen, da war fast jeden Tag Programm“, sagt Mbaye, der anführt, dass zum Beispiel das Gastspiel in Mönchengladbach (Endstand 0:0) fast den ganzen Tag gekostet habe. „Wir haben uns am vergangen Samstag um 9 Uhr getroffen und ich war erst gegen 19 Uhr wieder zu Hause.“

Aber er macht es gern und offensichtlich auch richtig gut, denn Felix Bechtold fragte an, ob Mbaye, der eigentlich nur im November hospitieren wollte, nicht bis Weihnachten bleiben wolle. Ein Lob von einem der jüngsten Trainer in den Regionalligen. Denn Bechtold wird erst im nächsten Jahr 30. Nach Stationen als Spieler in Ahlen, Rhynern und Lippstadt beendete er vor zwei Jahren seine aktive Karriere und wurde Co-Trainer beim SV 08, wo er wenig später mit der B-Lizenz zum Chefcoach aufstieg.

Mbaye, der sich über diese unerwartete Offerte freut, wird somit wohl bis zur Winterpause weiter seinem liebsten Hobby nachgehen können. Er will versuchen, dem SV Lippstadt 08 etwas zu helfen, damit der Nachbar auf jeden Fall die Regionalliga hält. Den nächsten Schritt zum Klassenerhalt will der Remiskönig der Liga am Samstag auf Schalke machen. Da wird Mbaye wieder den ganzen Tag für den Fußball unterwegs sein. Aber er macht es gern.

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