Vorlauf am Samstagmittag

Gina Lückenkemper bei WM am Start

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Gina Lückenkemper startet bei der WM in London.

Soest - Vor vier Wochen wäre die Zehn vor dem Komma noch eine Zugabe gewesen, jetzt ist sie die neue Marke, an der sich Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund) messen lassen muss. Die Soester Sprinterin startet ab dem Wochenende bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London.

Der Zwischenlauf über 100 Meter ist das Ziel, das Finale wäre ein großer Erfolg. Im Fokus steht aber vor allem eines: Die Zehn vor dem Komma – als erste deutsche Frau seit mehr als 20 Jahren. Die Vorzeichen dafür stehen grundsätzlich gut. 

Bei der Deutschen Meisterschaft in Erfurt vor knapp einem Monat hat Gina Lückenkemper mit neuer persönlicher Bestzeit von 11,01 Sekunden die Goldmedaille gewonnen. Im Vorlauf hat sie auf den letzten Metern das Tempo rausgenommen, im Finale ist sie gestolpert. Sie hätte eine Zeit unter elf Sekunden drauf gehabt, das hat sie auf der nationalen Bühne bereits gezeigt. 

Wenn Gina Lückenkemper am Samstagvormittag im Londoner Olympiastadion für den 100-Meter-Vorlauf in den Startblock geht, zählt all das jedoch nicht mehr. „Ich kann unter elf Sekunden laufen, das weiß ich, dann muss aber schon alles passen“, sagt sie. Dass sie auf den Punkt genau topfit sein kann, das hat sie zuletzt bei der DM in Erfurt gezeigt. Wenn sie diese Leistung auch im WM-Vorlauf abrufen kann, sollte der Zwischenlauf so gut wie sicher sein. „Der Zwischenlauf ist mein Ziel und das ist auch relativ realistisch“, meint Gina Lückenkemper. 

In der aktuellen Weltjahresbestenliste steht sie derzeit auf Platz 16. Nummer eins ist die Jamaikanerin Elaine Thompson mit einer Saisonbestzeit von 10,71 Sekunden. Die vergangenen zwei Wochen hat Gina Lückenkemper im Bundesleistungszentrum in Kienbaum am Rande von Berlin verbracht. Im Kreis der Nationalmannschaft hat sich die Soesterin auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. „Das ist schon sehr motivierend, weil wir ja alle das gleiche Ziel haben“, sagt sie. Trotzdem gönnte sich Lückenkemper vor dem Abflug nach London am Mittwoch eine kurze Auszeit in Berlin. „Das war auch mal schön, wieder etwas Zeit für mich zu haben“, meint sie. 

Ihre letzte Nacht im eigenen Bett ist nun schon fast drei Wochen her. Nach dem letzten Testwettkampf in der Schweiz ging es für sie direkt weiter ins Trainingslager. Hier kurierte sie auch ihre Beschwerden im Hüftbeuger aus, die sie beim Test in der Schweiz noch ausgebremst hatten. „Jetzt kann ich wieder komplett ohne Schmerzen laufen“, sagt Lückenkemper. 

Für die 20-Jährige ist der WM-Start in London schon der zweite Weltmeisterschafts-Einsatz in ihrer noch jungen Karriere. Bei der WM in Peking vor zwei Jahren hatte die damals 18-Jährige ihren ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft in der Erwachsenen-Klasse. Es folgten Starts bei der Europameisterschaft und den Olympischen Spielen. „Ich habe in den vergangenen zwei Jahren so viel Erfahrung gesammelt, das ist jetzt alles nicht mehr komplett neu, ich weiß schon etwas besser, was da auf mich zukommt“, meint Gina Lückenkemper. 

Nach dem 100-Meter-Einzelstart an diesem Wochenende hat Gina Lückenkemper Gelegenheit, sich etwas auszuruhen, am folgenden Samstag tritt sie dann noch mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel an. Hier gehört die deutsche Nationalmannschaft in London zu den Medaillenkandidaten.

Live im Fernsehen 

Lückenkempers WM-Start ist live im TV zu sehen. Die ARD überträgt den Vorlauf am Samstag, das ZDF zeigt den möglichen Zwischenlauf am Sonntagabend. Das Finale am späten Sonntagabend läuft bei Eurosport und im ZDF. Außerdem ist Lückenkemper am Samstagabend zu Gast im „Aktuellen Sportstudio“, das wegen der Leichtathletik-WM nicht aus Mainz, sondern aus London gesendet wird.

Zeitplan 

Samstag, 5. August, 11.45 Uhr: 100-Meter-Vorläufe Sonntag, 6. August, 19.10 Uhr: 100-Meter-Zwischenlauf Sonntag, 6. August, 21.50 Uhr: 100-Meter-Finale Samstag, 12. August, 10.35 Uhr: 4x100-Meter-Vorläufe Samstag, 12. August, 21.30 Uhr: 4x100-Meter-Finale (alle Angaben London-Zeit, in Deutschland eine Stunde später).

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