Falk Wendrich verpasst in Polen mögliche Europameisterschaft

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Falk Wendrich scheiterte bei der U23-EM in Polen an der 2,24-Meter-Marke. Hätte er sie geschafft, wäre sogar der Titel möglich gewesen.

Bydgoszcz/Polen - Als Falk Wendrich am Samstagabend kurz sein Gesicht in der Hochsprungmatte vergrub, wusste er noch nicht, wie knapp er seinen Traum vom EM-Titel verpasst hatte. Er wusste nur, dass er gerade zum dritten Mal an der Höhe von 2,24 Metern gescheitert war.

Und er wusste, dass er mit dieser Höhe im Hochsprung-Wettbewerb der U23-Europameisterschaft den fünften Platz belegt hatte.

Drei Athleten schafften den Sprung über die 2,24 Meter. Dem Weißrussen Dzmitry Nabokau gelang das im ersten Versuch, er stand am Ende da, wo Wendrich gerne hin gewollt hatte: ganz oben auf dem Siegerpodest. Dabei war Wendrich im ersten Versuch nur ganz knapp an den 2,24 Metern gescheitert.

„Ich hatte eigentlich gedacht, die Latte bleibt liegen“, sagte er später. Doch sie fiel zu Boden. Und das nicht nur einmal, sondern dreimal. „Hätte ich die 2,24 Meter im Ersten gepackt, dann wäre ich auf Rang eins gewesen, aber so knapp ist der Hochsprung eben“, so Wendrich.

Zuvor hatte der 22-Jährige einen beinahe fehlerfreien Wettkampf abgeliefert, war bei 2,10 Metern, 2,15 Metern und 2,19 Metern jeweils ohne Fehlversuch geblieben. Erst beim Sprung über 2,22 Meter brauchte er einen zweiten Anlauf.

„Es hat einen kleinen Bruch gegeben, die ersten Sprünge waren besser. Am Ende war ich nicht mehr so aggressiv, da fehlt mir auf jeden Fall etwas die technische Sicherheit“, meinte er. Am Ende habe sich doch bemerkbar gemacht, dass er erst seit vier Monaten wieder vollkommen so trainieren könne, wie er sich das wünscht.

Dementsprechend haderte er auch nicht allzu lange mit der verpassten Chance. „Natürlich bin ich ernüchtert, aber ich bin auch einfach froh, nach diesen schweren Jahren auf der internationalen Bühne zurück zu sein“, resümierte er nach seiner ersten internationalen Meisterschaft seit der U20-WM vor drei Jahren.

Vorbei ist die Saison für Wendrich noch lange nicht. Schon am Mittwoch springt er bei einem international hochkarätig besetzten Meeting in Köln und ab Mitte August schließlich bei der Universiade in Taiwan.

„Ich freue mich, dass es noch nicht vorbei ist, ich glaube es steckt noch deutlich mehr in mir“, sagte Wendrich in der Mixed Zone im Gespräch mit den Journalisten. Anschließend verschwand er mit einem Lächeln im Gesicht in den Katakomben des Stadions. Dass er sein Gesicht in der Hochsprungmatte vergrub, war da erst eine gute halbe Stunde her.

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