Nachruf

Soester Handballer trauern um Werner Franke

Werner Franke verstarb mit 81 Jahren.

Die Soester Sportwelt hat einen der herausragenden Akteure der letzten Jahrzehnte verloren. Werner Franke ist am Samstag im Alter von 81 Jahren gestorben. Mit der Familie trauert insbesondere der Soester TV um einen Handballer, der sich wie kaum ein anderer um den Verein verdient gemacht hat.

Soest – Werner Franke erlernte das Handballspiel zu einer Zeit, als die nach dem Fußball populärste Mannschaftssportart in Deutschland noch nicht unter schützendem Hallendach ausgeübt wurde. Feldhandball war das Metier, in dem sich der junge Soester in den 50er-Jahren erste Meriten erwarb. Als Schützling des legendären Trainers Günter Biesterfeld legte er ein Spiel an den Tag, das auch größere Vereine auf ihn aufmerksam werden ließ.

Doch der Junge aus der Börde war zu sehr verbunden mit Soest, seiner Familie und dem STV. Ein Weg weit weg von seiner Heimat war für den Handballer bei allem Talent nicht vorstellbar. So setzte er über Jahrzehnte die Akzente in den Reihen der Schlüsselträger, war auf dem Feld vor allem durch seine ansatzlosen Schlagwürfe gefürchtet. Damals spielten die Handballer zu elft auf dem Fußballfeld, warfen aus der Distanz auf das Fußballtor.

Werner Franke gehörte aber auch zu denjenigen Handballern, die den Weg mitmachten vom grünen Rasen auf das Hallenparkett. Bis in die 70er-Jahre war er dort aktiv, engagierte sich anschließend als Trainer. Später übernahm er beim STV-Nachwuchs die Mannschaft seines Sohnes Dirk.

Franke führte den STV in ruhiges Fahrwasser

Werner Franke, beruflich bei der Post und der Telekom unterwegs, ließ sich von seinem Verein zudem in die Pflicht nehmen, indem er im Gesamtvorstand den Posten des 2. Vorsitzenden bekleidete, und das zwei Jahrzehnte lang.

War dieser Posten noch mit einem eher überschaubaren Arbeitsaufwand verbunden, hängte er sich, kaum beruflich im wohlverdienten Ruhestand, als Abteilungsleiter der Handballer voll rein. Als Mann der Verständigung, der stets auf Ausgleich widerstrebender Kräfte bedacht war, führte er die Schlüsselträger ab 2003 in ruhige und erfolgreiche Fahrwasser. Nach unruhigen Zeiten gelang ihm ein Glücksgriff, lotste er doch mit Dirk Lohse einen Trainer nach Soest, der das Gesicht der STV-Herren über ein Jahrzehnt lang prägte.

Da konnte Werner Franke das Zepter nach acht Jahren beruhigt weitergeben, blieb aber stets Stammgast bei den Spielen der Herrenmannschaft. Zuletzt wurden seine Besuche in der Bördehalle allerdings immer seltener, in jüngster Zeit konnte er gar nicht mehr zuschauen, zu sehr hatte ihn das Rheuma, woran er schon mit Ende 20 erkrankt war, gehandicapt.

Es bleibt für immer ein Platz verwaist auf der Tribüne…

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