Soester Handballer gehen wieder auf den Sonntag

SOEST ▪ Der Drops ist gelutscht, die Messe gelesen, das Thema durch – es gibt eine Menge Phrasen, mit denen sich eine Mannschaft von bestimmten Zielen verabschiedet. So verhält es sich auch mit den Handballern des Soester TV, die im Jahr eins nach dem Regionalliga-Abstieg für die Meisterschaft in der Oberliga nicht mehr in Frage kommen. Mitabsteiger HSG Lemgo II hat den Schlüsselträgern den Zahn endgültig gezogen, kann selbst im Duell mit Gladbeck den sofortigen Wiederaufstieg anpeilen.

Der ist für den STV außer Reichweite, was jedoch nicht bedeutet, dass die Bördestädter die Rückrunde ohne Elan abspulen wollen. Vielmehr ist der Verein bemüht, den Fans entgegenzukommen, die im Laufe der Hinrunde weniger zahlreich in die Bördehalle geströmt waren als in der Vergangenheit. Die Verantwortlichen des Vereins haben die Lage analysiert und sind zu der Erkenntnis gekommen, dass weniger der Abstieg für den Zuschauerschwund verantwortlich ist als die neue Terminierung.

Auf Wunsch der Mannschaft war der STV mit seinen Heimspielen vom jahrelang angestammten Sonntagabend-Termin auf den Samstagabend gewechselt. Schließlich wollten die Spieler die Gelegenheit nutzen, nach den Spielen gemeinsam auszugehen. Doch viele Fans machten den Wechsel nicht mit. Zwischen 50 und hundert Zuschauer weniger waren im Schnitt zu verzeichnen.

Handball-Abteilungsleiter Bernhard Müller betonte im Gespräch mit dem Anzeiger, dass er darauf angesprochen worden sei. Denn viele Fans hätten samstags eben vielfach etwas anderes vor, sonntags hingegen nicht. „Wir sind Diener unserer Zuschauer“, so Müller. „Versuch macht klug, wir ziehen die Lehren aus den Erfahrungen.“

So kontaktierte STV-Handball-Geschäftsführer Gerd Stuckmann die Vereine, deren Mannschaften in der Rückrunde in Soest gastieren, um eine Verlegung von Samstag auf Sonntag zu erreichen. Für die beiden ersten Partien hat er bereits Vollzug vermeldet. So spielen die Schlüsselträger am nächsten Wochenende gegen Menden-Lendringsen erst am Sonntag um 18 Uhr, ebenso am 13. Februar gegen Bielefeld/Jöllenbeck. Stehen noch die Spiele gegen Hahlen (26.2.), Schwitten (12.3.), Mennighüffen (26.3.), Ibbenbüren (9.4.) und Verl (30.4.) aus.

Derweil können auch die Damen die Rückrunde dazu nutzen, sich schon langfristig in Form zu bringen. Das erste Heimspiel unter Neu-Trainer Norbert Flötotte brachte nicht den erhofften und auch möglichen Sieg. Dabei war ein doppelter Punktgewinn zum Greifen nah gegen den TVE Netphen. Die Schlüsselträgerinnen verbauten sich den Erfolg selbst, da sie sage und schreibe 32 Fehlwürfe verzeichneten.

„Wir müssen uns an die eigene Nase packen“, analysierte Flötotte. In der Schlussphase seien einige Spielerinnen einfach zu nervös gewesen, nachdem zuvor schon Chancen massenhaft vergeben worden waren. „Ich hatte leider keine Gelegenheit mehr, einzugreifen, da ich die Auszeit schon beim Stand von 17:18 genommen hatte“, bedauerte Flötotte. „So konnte ich die Mädels nicht mehr beruhigen.“

Gleichwohl sah er positive Elemente. Ein Lob des Trainers gab es für junge Spielerinnen wie Ann-Christin Schlutt und Judith Müller und vor allem für Lena Dickeduisberg. Die Torhüterin der zweiten Mannschaft hatte sich zwischen die Pfosten gestellt, da Maike König verletzt und Andrea Lemke erkrankt war. Sie machte ihre Sache ausgezeichnet. ▪ dw

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