Soester Handball-Nachwuchs muss auf Zuschauer verzichten

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Die Mädchen der weiblichen STV-C-Jugend stehen in der Quali vor einer großen Herausforderung.

Kreis Soest – Im Handballverband Westfalen müssen neue Wege beschritten werden, um in die Saison 20/21 starten zu können. Eine Qualifikation der Jugendmannschaften nach dem herkömmlichen Muster im Turniermodus ist angesichts der Bestimmungen durch die Corona-Schutzverordnung nicht möglich.

Daher wurde ein Plan B erarbeitet, um den Nachwuchs vom bevorstehenden letzten August-Wochenende an einen Einstieg in den Spielbetrieb zu ermöglichen. Dem nach werden die Qualifikationen für die Oberliga in einfachen Runden ohne Rückspiel ausgetragen. Die besten Mannschaften dieser Runde schaffen den Sprung in die Oberliga, die anderen spielen in einer neu geschaffenen Bezirks-Oberliga, die unter Verantwortung der Handballkreise durchgeführt wird. 

Verbands- und Landesligen unter Regie des HV Westfalen wird es demnach nicht geben. Die Mannschaften, die nur für die Kreisebene gemeldet sind, ermitteln ebenfalls in einfachen Runden die Teilnehmer an der künftigen Kreisliga bzw. Kreisklasse. Der Soester TV beteiligt mit zwei Mannschaften an der Oberliga-Quali. 

Die männliche B- und die weibliche C-Jugend nehmen diese Herausforderung an. Sie starten am Samstag in die Quali, und zwar in der Dülberghalle. „Wir haben gleich fünf Spiele an einem Tag“, verweist STV-Handball-Geschäftsführer auf den dicht gedrängten Terminkalender. Dabei dürfen die Spiele nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. „Wir sind der einzige Verein in ganz Westfalen, der solche Auflagen unterliegt“, bedauert Wolfgarten. 

Nur unter 14-Jährige dürfen eine Begleitperson zum Spiel mitbringen. So wird die Unterstützung von der Tribüne weitgehend ausbleiben, wenn die jungen STV-Talente ihre Heimspiele bestreiten. „Das ist definitiv ein Nachteil für uns“, bedauert Yvonne Dresselhaus, Trainerin der weiblichen C-Jugend. „In Hamm, Lünen und Ahlen sind Zuschauer erlaubt“, sieht sie eine Art von Wettbewerbsverzerrung. 

Dennoch ist sie voller Tatendrang. „Wir wollen mindestens Dritter werden, um in die neue Bezirks-Oberliga zu kommen“, will sie mit ihrem Team unbedingt vermeiden, als Letzte aus der Doppelrunde herauszugehen. Platz eins oder zwei zum Sprung in die Oberliga wäre natürlich der Wunschtraum. „Wir haben nach den Abgängen der Leistungsträgerinnen Brandenburg und Worch daran gearbeitet, als Team enger zusammenzuwachsen“, sieht sie deutliche Fortschritte bei allen Spielerinnen, die nun eine Einheit bilden würden. 

Dabei kann sie mit Merthe Thiemann auch auf einen Neuzugang zurückgreifen. Bescheiden sind die Ziele von Jan Bialas, dem Coach der männlichen B-Jugend. „Wir haben aus der letztjährigen C-Jugend das Torwart-Problem geerbt“, drückt ihn der Schuh zwischen den Pfosten. So wird mit Leonhard Schlüter ein Spieler im Kasten gefordert sein, der eigentlich ein Leistungsträger auf dem Feld ist. Bialas wäre daher schon sehr zufrieden, wenn sein Team in der sechs Mannschaften umfassenden Quali-Gruppe Dritter oder Vierter würde. 

Denn das wäre das Ticket für die Bezirks-Oberliga. Reicht es nur zu Platz fünf oder sechs, würde der gesamte männliche STV-Nachwuchs nur auf Kreisebene spielen, da keine andere Jungen-Mannschaft für die Oberliga-Quali gemeldet ist. Gegner sind neben dem Auftaktgegner SuS Oberaden noch der TV Beckum, ASV Hamm, HLZ Ahlen II und TV Ennigerloh. 

Die Spiele im Überblick: Weibliche B beim HLZ Ahlen, So, 13.30 Uhr; weibliche C – Lüner SV, Sa, 18.30 Uhr; weibliche C2 beim HLZ Ahlen, So, 10 Uhr; weibliche D – Lüner SV, Sa, 15.40 Uhr; weibliche E2 – ASV Hamm, Sa, 13 Uhr; männliche B – SuS Oberaden, Sa, 20 Uhr; männliche C1 bei SGH Unna-Massen, So, 16 Uhr; männliche C2 – ASV Hamm, Sa, 17 Uhr; männliche D bei SGH Unna-Massen II, So, 14.30 Uhr; männliche E1 – HC Heeren-Werve, Sa, 14.20 Uhr; männliche E2 bei SGH Unna-Massen II, So, 10 Uhr. 

HSG Soest

Bei der HSG Soest nimmt mit der weiblichen A-Jugend eine Mannschaft an der Oberliga-Qualifikation teil. Sie startet am Samstag um 14 Uhr beim HLZ Ahlen in die Runde, die außerdem noch besetzt ist mit dem Lüner SV, dem TV Beckum und dem ASV Hamm.

 Die männliche B-Jugend spielt auf Kreisebene am Sonntag um 14 Uhr gegen den TV Beckum II. Carsten Buschhoff, der die Mannschaft gemeinsam mit Daniel Rummel coacht, ist ganz gespannt, wie sich seine Schützlinge gegen die etablierte Konkurrenz schlagen werden: „Die Mannschaft ist über Jahre gewachsen, war vor zwei Jahren Kreismeister, ist in der vergangenen Saison nur knapp an Werl gescheitert. Jetzt wollen wir es mal wagen.“ 

Die HSG-Mädels müssten, um nicht doch auf Kreisebene zu spielen, nur vermeiden, in der Endabrechnung den letzten Platz einzunehmen. Da Brambauer zurückgezogen hat, müssen die Soesterinnen nur eine Mannschaft hinter sich lassen für die Bezirks-Oberliga-Quali. 

Werler A-Jungen 

Der Werler TV ist mit der männlichen A-Jugend in der Quali am Start, tritt am Samstag am 16 Uhr beim HC Heeren-Werve an; weitere Gegner sind hier RSV Altenbögge-Bönen und TV Beckum, die am 5. bzw. 19. September nach Werl kommen. „Wenn wir einen guten Tag erwischen, können wir vielleicht sogar die Oberliga erreichen“, spricht Trainer Dominik Junker von einer schlagkräftigen Truppe. Durch die Ambitionen des ASV Hamm in Richtung Bundesliga und den Rückzug von Brambauer ist die Quali für die Bezirks-Oberliga schon sicher, Platz eins und zwei berechtigen für die Oberliga.

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