Trainer des SVW Soest initiiert Spendenaktion von Sportartikeln

Soester Coach schickt Trikots, Fußballschuhe und Bälle in den Senegal

Diese drei Jungs im Senegal sind mit Trainingsutensilien des SV Westfalia Soest ausgestattet.
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Diese drei Jungs im Senegal sind mit Trainingsutensilien des SV Westfalia Soest ausgestattet.

Mit einer beeindruckenden Aktion unterstützen die Fußballer und Fußballerinnen des Bezirksligisten SV Westfalia Soest den Jugendfußball im Senegal. Auf Initiative von Ibou Mbaye, Coach der ersten Mannschaft, sind nun zahlreiche Sportartikel der SV Westfalia in der senegalesischen Hauptstadt Dakar gelandet.

Soest – Im vergangenen Sommer hatten ehrenamtliche Helfer des Vereins die Corona-Zeit genutzt, um die Lagerräume aufzuräumen und dabei Trikotagen, Bälle und anderes Fußballzubehör auszusortieren. Trikots, die seit einiger Zeit nicht mehr zum Einsatz kamen, auch sogar noch welche vom Fusionsvorgängerverein Soester SV, Bälle, die kleinste Nahtöffnungen hatten oder im Jugendbereich aufgrund falscher Gewichte nicht mehr genutzt werden sollten, sammelte der Trainer und brachte die Utensilien zunächst in seinem Keller unter.

„Die sollten zum Großteil weggeschmissen werden. Aber die Sachen waren nicht so schlecht und da kam mir die Idee, dass man diese auch in den Senegal schicken kann“, sagt der 42-jährige Trainer, der selber aus dem afrikanischen Land stammt und in der Hauptstadt Dakar geboren wurde.

Nach und nach wurden es immer mehr Artikel wie Sporttaschen, Trainingsanzüge und weitere Trikots, die insbesondere mit Unterstützung des Fördervereins des SV Westfalia Soest durch Birke und Jens Wienke sowie Wilko Köpper dem Coach übergeben wurden, damit diese in den Senegal geschickt werden können.

Mit einen Übersee-Container ins Heimatland des SVW-Trainers

Mbaye lagerte auch diese Materialien bei sich daheim im Keller ein, „bis genügend zusammenkam“, berichtet der Pädagoge. Das waren immerhin acht Trikotsätze, etwa 80 Trainingsanzüge, 100 Paar Fußballschule, neun Sporttaschen und 200 Bälle. „Ich habe vier, fünf neue Bälle dazu gepackt“, sagt der Organisator. Er nahm im Winter Kontakt zu einem senegalesischen Landsmann in Bielefeld auf, der regelmäßig Container in das afrikanische Land verschiffen lässt.

Initiator Ibou Mbaye hat bereits wieder weitere Sportartikel gesammelt.

Hier buchte der SVW-Trainer eine Fläche in dem Übersee-Container, mietete einen Bulli an und transportierte die zusammengekommenen Sportmaterialien nach Bielefeld. Mittlerweile hat die erste Ladung ihren Zielhafen erreicht und wurde im Senegal an ihre Bestimmungsorte gebracht.

Freude über die Spenden ist riesengroß

Hier war die Freude bei den Kindern und Jugendlichen entsprechend riesengroß, als diesen die Bälle und Trikots überreicht wurden. „Man konnte sehen, wie glücklich die Kinder waren“, berichtete Mbaye über die Reaktionen, die ihn erreichten. „Insbesondere Fußbälle sind ein Problem“, erklärt Ibou Mbaye und erinnert sich zurück: „Als ich vor 20 Jahren noch im Senegal lebte, trafen sich zwei Mannschaften und ein Schiedsrichter, aber keiner hatte einen funktionsfähigen Ball. Manchmal warteten wir eine Stunde, bis ein Ball organisiert wurde.“

Ganze Teams sind mittlerweile mit den Trikots ausgestattet.

Die Kinder und Jugendlichen, die nun von den Spenden profitieren, trainieren in Fußball-Schulen in der Hauptstadt oder auch in dem etwa 70 Kilometer entfernten Ort Thies, der Partnerstadt von Solingen. Diese Fußballschulen werden von ehrenamtlichen Trainern organisiert und die sind zum Teil Weggefährten und Freunde von Ibou Mbaye – auch aus seiner Zeit als U19-Jugendnationalspieler im Senegal.

Mit Pferdeanhängern wurden die Utensilien zu den Fußballschulen transportiert.

„Sie haben zum Teil keinen Abschluss und keine Ausbildung. Jetzt wollen sie in den von ihnen gegründeten Fußballschulen Talente entwickeln“, beschreibt Mbaye das dahinterstehende System. Talente, die aus diesen Fußballschulen hervorstechen, dürfen dann in einem Fußballverein den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen.

Diese beispiellose Aktion soll weiterhin Früchte tragen. Wir wollen künftig alle sechs Monate einen Container buchen und weitere Sportartikel in den Senegal liefern.

Christian Werning, Vorsitzender SVW Soest

Mit dieser Lieferung soll aber nicht Schluss sein. Es ist, geht es nach Mbaye, der erste Schritt zu einer regelmäßigen Unterstützung. „Diese beispiellose Aktion soll weiterhin Früchte tragen. Wir wollen künftig alle sechs Monate einen Container buchen und weitere Sportartikel in den Senegal liefern“, erklärt der Vereinsvorsitzende Christoph Werning.

Denn auch die Fußballer des SV Westfalia Soest sind von der Initiative ihres Coaches begeistert und sicherten eine langfristige und weitere Unterstützung für das Projekt zu. „Ich habe oft gesehen, dass die Spieler häufiger neue Schuhe anhaben. Ich habe sie gefragt, was mit den alten ist. Sie sagten dann, dass die Macken hätten. Was machst Du dann damit, habe ich gefragt. Als Antwort kam, dass die rumliegen oder weggeschmissen werden. Also habe ich sie gebeten, mir die Schuhe zu geben“, berichtet Mbaye. Denn defekte Schuhe werden dann im Senegal repariert.

Dazu kauft der SVW-Coach auch immer wieder gebrauchte Fußballschuhe online, „aus denen Kinder herausgewachsen sind und die zwischen fünf und zehn Euro kosten“, berichtet Mbaye. So hat er schon wieder 15 Paar dringend benötigter Fußballschuhe zusammen, die für die nächste Lieferung im Keller von Mbaye gelagert werden.

Auch andere Verein haben schon Spendenaktionen initiiert

Auch andere Vereine haben schon Spendenaktionen initiert - wie etwa der B-Ligist SuS Rünthe aus dem Kreis Unna. Der SVW plant darüber hinaus, weitere heimische Vereine aus der Region um Unterstützung bitten. Denn wenn alle Kids in Dakar und Thies nur in rot-weißen Trikots auflaufen, bedarf es ja auch bald anderer Farben.

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