Amerikanischer Lieblingssport

Soester spielt Football: Eine unüberwindbare Mauer

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Die Nummer 69 trug O-Liner Malte Markwort im grün-weißen Trikot der Schwäbisch Hall Unicorns.

Deiringsen - Wenn Malte Markwort erzählt, wie er zwei Leute gleichzeitig aus dem Weg räumt, ist das keineswegs unglaubwürdig. Zwei Meter groß und mehr als 100 Kilogramm schwer, ist der 16-Jährige – ein Baum von einem Kerl. Malte Markwort spielt Football in der U19-Mannschaft der Lippstadt Eagles.

Doch Malte Markwort ist nicht einer dieser Jugendlichen, die sich einfach nur auf ein Football-Feld stellen, um sich körperlich auszuleben. Der Deiringser beherrscht auch die richtige Technik: Ein Jahr lang hat Malte Markwort das Football-Internat der Schwäbisch Hall Unicorns in Baden-Württemberg besucht. Die Unicorns zählen zu den besten Footballmannschaften in Deutschland, haben 2017 und 2018 der German Bowl, das deutsche Pendant zum amerikanischen Super Bowl, gewonnen. Im vergangenen Jahr haben die Haller dann verloren, gegen die New Yorker Lions aus Braunschweig.

Zu dem Zeitpunkt war Malte Markwort aber schon wieder zurück in der Heimat – dort hat er sich Lippstadt angeschlossen. Erst ein Spiel konnte er mit seiner neuen Mannschaft absolvieren. „Erst gab es Probleme mit dem Spielerpass, dann war ich verletzt“, sagt Malte Markwort. Das erste Spiel mit den Eagles wurde dann auch noch verloren. Das ist dem großgewachsenen Jugendlichen aber egal. „Football ist der beste Sport und ich möchte einfach nur Spaß haben.“

Die Football-Leidenschaft von Malte Markwort entbrannte nach einem Probetraining bei den Hamm Aces. „Mein Vater hat angefangen Football im Fernsehen zu schauen und hat meinen Bruder und mich dann zu diesem Training gefahren“, sagt Malte Markwort. Sein Bruder hat seine kurze Football-Visite anschließend wieder beendet. Doch Malte Markwort blieb am Ball – oder umgangssprachlich am Ei, ähnelt der Ball bei der Lieblingssportart der Amerikaner eher dem Frühstücksleckerbissen. Eine Saison lang spielte Malte Markwort für die Hammer, verlor dort jedes einzelne Spiel. Gefallen hat es Malte Markwort trotzdem. Weil er auf seiner Schule unzufrieden war, wechselte der damals 14-Jährige 2018 in die Academy, so nennen die Unicorns ihre Nachwuchsabteilung mit dem angeschlossenen Internat.

Markwort spielt in der Offensive-Line

Neben der Schule hatten die Academy-Spieler zweimal wöchentlich Training mit der Mannschaft. Hinzu kamen eine Einheit im Kraftraum, Techniktraining und Videoanalyse. Dort, wo zuvor Mathe gepaukt wurde, analysierten Malte Markwort und seine Mitschüler die eigenen Spieler, aber auch Spiele aus der German Football League.

Mit seiner Körpergröße beeindruckt der 16-jährige Malte Markwort seine Gegenspieler.


Malte Markwort spielt als Offensive-Liner, seine Aufgabe ist es im Angriff den Quarterback, den Spieler der den Ball wirft, zu beschützen. Eine sehr körperliche Aufgabe. „Die Füße sind am wichtigsten“, sagt Markwort, das haben ihm die Trainer in Schwäbisch Hall eingetrichtert. „Und man muss die Hände schnell an den Körper des Gegners bekommen.“ Auf seine durchtrainierten Beine ist der 16-Jährige stolz – auf Bildern präsentiert er seine angespannte Wadenmuskulatur.

Zweimal hat er sich in den USA schon ein Spiel der National Football League (NFL), der wohl besten Fooball-Liga der Welt angeschaut. Natürlich von den Seattle Seahawks, dem Verein dem Vater und Sohn die Daumen drücken. Ein Erlebnis: „Die verteilen vor dem Spiel Ohrenstöpsel in den Farben der Seahawks – grün und blau – weil es so laut ist“, sagt Malte Markwort. Und erinnert er sich daran, dass seinem Vater ein Bier verwehrt wurde, weil er keinen amerikanischen Pass hat. „Und das bei seinem Vollbart“, sagt Malte Markwort lachend.

"Selber spielen ist besser als gucken"

Der Super Bowl interessiert ihn in diesem Jahr wenig. Zum einen spielt dort mit den San Francisco 49ers der Rivale der Seahawks, zum anderen wird bei den Spielen im Fernsehen die Offensive-Line nur sehr selten gezeigt, sagt Malte Markwort. Und ohnehin: „Selber spielen ist viel besser, als den Sport im Fernsehen zu gucken.“

Super Bowl LIV

Das 54. Finale der National Football League (NFL) zieht nicht nur die Zuschauer in den USA in ihren Bann. Weltweit hat der Super Bowl rund 800 Millionen Zuschauer. Im Hard Rock Stadium in Florida spielen am Montag 3. Februar, ab 0.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit, die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers gegeneinander. Die Amerikaner lieben den Super Bowl und es gibt auch einige verrückte Zahlen: So sollen 1,3 Milliarden Hähnchenflügel von den Amerikanern an diesem Tag verzehrt – und 120 Millionen Liter Bier getrunken werden.

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