Fußball Bezirksliga 7

Soest und Sönnern wechseln im Sommer den Trainer

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Sascha Eckert

Sönnern/Soest – Bei vielen Vereinen werden dieser Tage schon die personellen Fragen für die kommende Saison geklärt und bei gleich zwei Bezirksligisten bedeutet dies zunächst, die Trainerfrage für die Spielzeit 2019/20 zu klären: dem SV Westfalia Soest und dem SC Sönnern. Beide erste Mannschaften werden mit einem neuen Trainer in die neue Saison gehen.

„Wir haben stets von Jahr zu Jahr geplant und jetzt den Entschluss gefasst, dem Vertrag mit Christian Klotz auslaufen zu lassen“, erläuterte Wolfgang Brotte, Sportlicher Leiter am Ardey. „Wir haben drei Jahre gut und harmonisch zusammengearbeitet“, betonte Brotte, der in einem Atemzug verkündete, dass Ibo Mbaye Nachfolger wird. Der aktuelle A-Junioren-Trainer wird mit seinem Co Jannik Schürhoff aufrücken. 

„Wir haben uns in der Bezirksliga etabliert, doch unser Ziel bleibt die Landesliga. Daher probieren wir den nächsten Schritt, wollen in den nächsten zwei, drei Jahren den Sprung schaffen“, zeigt Brotte auf, wohin der Weg führen soll. Dabei setzt er darauf, dass die vielen jungen Spieler dazu beitragen, eine schlagkräftige Truppe zu bilden, sind sie doch allesamt durch die Schule von Ibo Mbaye im Nachwuchsbereich gegangen. 

Ibou Mbaye

„Es kommen wieder sieben bis acht Jungs aus der ersten A-Jugend raus, nachdem schon in den vergangenen Jahren etliche Youngsters integriert worden sind“, so Brotte. Jetzt gelte es, mit den erfahrenen Kräften eine gute Mischung zu finden. Dabei wird der Verein für die Saison 19/20 aber auch noch gezielt Verstärkungen suchen. In dieser Saison ist angesichts der sich anbahnenden Dominanz der IG Bönen der Zug nach ganz oben wohl abgefahren. 

Christian Klotz zeigt sich enttäuscht 

Klotz zeigte sich gegenüber dem Anzeiger überrascht. „Wir haben noch im Dezember zusammengesessen und über die Strategie für die Zukunft gesprochen. Da wurde auch vom Vorstand gesagt, dass er in der aktuellen Konstellation die nächsten Schritte gehen wollte. Doch wurde das offenbar verworfen. Das ist sehr schade“, bedauert der Coach. 

Christian Klotz

„Das ist leider der Gang des Geschäfts in der schnelllebigen Zeit. Ich denke, ich habe die Vorgaben erfüllt, die wir uns beim Start vor drei Jahren gesetzt hatten. Wir haben Nachwuchsspieler integriert, sind jünger und auch billiger geworden, haben fast nur Soester in der Mannschaft. Unter den Vereinen aus dem Kreis Soest sind wir hinter Landesligist Hilbeck in der Bezirksliga stets die Nummer eins“, bilanziert Klotz.

„Ich bin kein Romantiker, weiß auch, dass kein Trainer mehr acht, neun Jahre in einem Verein arbeitet. Das nutzt sich doch irgendwann ab. Doch sehe ich noch Steigerungspotenzial, der Weg war für mich noch nicht zu Ende“, macht Klotz kein Hehl aus seiner Enttäuschung. 

Nun hofft er auf ein „letztes geiles halbes Jahr“, brennt er auf die Rückrunde, auch wenn es nicht dafür langen wird, noch in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Zugleich ist Klotz bestrebt, auch in der Saison 19/20 im Trainergeschäft tätig zu bleiben. 

Eckert fühlt sich in Sönnern pudelwohl 

Anders sieht der Zukunftswunsch bei Sönnerns Trainer Sascha Eckert aus. „In den letzten sechs, acht Wochen habe ich intensiv darüber nachgedacht, wie es bei mir in der kommenden Saison weitergeht. Ich habe jetzt gut 20 Jahre im Fußball durchgezogen, ohne große Verletzungen. Da ist im Privatleben und auch bei der Arbeit schon etwas auf der Strecke geblieben“, erläutert Eckert die Gründe seiner Entscheidung. Insbesondere die aktuelle Saison, in der er erstmals alleinverantwortlicher Trainer ist, sei bislang mit einem enormen Aufwand verbunden gewesen. Umso stärker wurde nun der Wunsch, „wieder Privates genießen“ zu können. Dass er sich nie wieder als Trainer engagieren werde, schließt Eckert zwar nicht aus, zunächst möchte er sich jedoch aufs Spielen konzentrieren – wahrscheinlich auch weiterhin in Sönnern. 

„Ich hatte in den drei Jahren hier eine super Zeit und werde zu 98 Prozent auch kommende Saison beim SCS spielen. Ich fühle mich in Sönnern einfach sehr wohl“, soll das Kapitel „SC Sönnern“ noch nicht geschlossen werden. Auch beim Verein ist man darauf aus, Eckert wenigstens als Spieler zu halten, eine neue Lösung für die Trainerposition ist hingegen noch offen. „Wir bevorzugen wieder die Lösung mit einem Spielertrainer“, erklärt Tobias Raschke. Auf diese Weise könne man nicht nur die Trainerfrage klären, sondern sich zusätzlich auch spielerisch verstärken – auch in finanzieller Hinsicht stellt es für „den Dorfverein“ eine attraktive Lösung da. Einen konkreten Kandidaten gibt es allerdings noch nicht, wenngleich der Vorstand bereits einige Ideen für die Nachfolge habe. 

„Er muss zum Verein passen und natürlich auch zur Mannschaft. Es passiert eben, dass die Jungs samstags zusammen ein Bierchen trinken, damit muss ein Trainer natürlich umgehen können“, wolle der Vorstand die Trainerfrage laut Raschke in Ruhe klären.

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