Handball

Karriereende nach zwei Kreuzbandrissen - jetzt zählt für Jan Bialas der Nachwuchs

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Jan Bialas (Mitte) coacht zusammen mit Axel Loer (links) und Martin Voigt die C-Jugend des STV, kümmert sich zudem als Sportlicher Leiter um die ganze Jugend.

Soest - Es waren Momente, die die meisten Zeitgenossen in aller Regel dazu veranlasst hätten, ihren Sport an den Nagel zu hängen. 

Ein Kreuzbandriss, eine Operation, ein zweiter Kreuzbandriss wenige Monate später und damit das Ende der Karriere – viele Sportler wären vor lauter Frust nicht mehr in die Sporthalle gekommen. Bei Jan Bialas ist der Fall aber ganz anders gelagert. Der nicht einmal 20-Jährige ist jetzt mindestens ebenso oft in der Sporthalle wie vor seiner Verletzung.

Denn der Soester hat sich mit Haut und Haar dem Handball verschrieben, obwohl er selber das Runde nicht mehr ins Eckige befördern kann. Vielmehr engagiert er sich als Sportlicher Leiter für den männlichen Nachwuchs der Handballabteilung des Soester TV.

Im März vergangenen Jahres zog er sich den Kreuzbandriss zu, nachdem er das Handball-Abc bei der HSG erlernt und über Carsten Buschhoff zum STV gekommen war. Unter den Trainern Michael Eckey und Michael Jankowski entwickelte er sich weiter, spielte meist als Jung-Jahrgang bei den Älteren mit. 

Bis eben zu der erwähnten Verletzung. Als das Knie im Sommer zum zweiten Mal seinen Dienst versagte, ließ Jan Bialas es bleiben, verzichtete auf eine zweite Operation, schließlich wollte er kein Risiko eingehen im Rahmen seiner Ausbildung zum Bankkaufmann. Die Verbundenheit zum Sport, zum Verein und seinen ehemaligen Mitspielern ließ ihn aber nicht verzagen.

Andrang bei den Minis riesengroß

Als Sportlicher Leiter hat er fast täglich mit dem Drum und Dran der jungen Schlüsselträger zu tun. „Ich bin Ansprechpartner für die Spieler und deren Eltern sowie für die Trainer“, skizziert er grob seine vielfältigen Aufgaben. „Jeder sollte zufrieden sein. Wenn es Probleme gibt, bin ich dafür da, sie aus der Welt zu schaffen“, ist es ihm ein Anliegen, allen Anforderungen im Verein gerecht zu werden.

Kein Kinderspiel, schließlich verfügt der STV über 15 Mannschaften im Nachwuchsbereich. Probates Mittel, dass erst gar keine Schwierigkeiten entstehen, sind Siege, denn: „Erfolg schweißt zusammen“, weiß Bialas. Daher bringt er sich aktuell auch selber als Trainer ein, will zusammen mit Axel Loer und Martin Voigt dafür sorgen, dass die männliche C-Jugend in der Landesliga als eines der Aushängeschilder des Vereins auf die Füße kommt. Der Auftaktsieg gegen Oespel-Kley war auf jeden Fall vielversprechend.

Bialas ist heilfroh, dass in den jüngeren Jahrgängen der Andrang riesengroß ist. „Ich habe den Eindruck, dass die Kinder wieder mehr Bock haben, Sport zu treiben“, hofft er auf eine Trendwende weg von der Spielekonsole. „Wir hatten eine lange Phase, in der sich Kinder und Jugendliche abgemeldet haben, weil sie neben dem Lernen für die Schule nur gezockt haben.“ Die Folge davon ist, dass es in der nächsten Saison wohl keine A-Jugend geben wird. Bialas sieht das mit großer Besorgnis: „Es ist schon bitter, dass uns dies als Oberligist droht, haben wir doch jetzt keine B-Jugend. Es dauert zwei Jahre, ehe die Jugendlichen nachrücken.“

Langfristig sieht Bialas mehr als einen Silberstreif am Horizont. „Wir könnten demnächst drei E-Jugendmannschaften bilden“, blickt er der Zeit nach den Osterferien entgegen. Dabei freut ihn, dass das Engagement der Eltern durchaus vorhanden ist: „Die meisten Väter und Mütter stehen dahinter. Wir hatten beim Spiel der C-Jugend mehr Zuschauer als die zweite Mannschaft.“

Zusätzlichen Schwung könnte auch die neue Halle bringen. „Das motiviert und pusht ganz bestimmt“, blickt Bialas optimistisch nach vorn. Das würde ihm auch die Arbeit als Sportlicher Leiter erleichtern.

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