Freiwilliges Soziales Jahr

Finn Wäsch bringt Soester Grundschülern Handball näher 

+
Zunächst stehen die Grundlagen auf dem Lehrplan: Finn Wäsch macht sein Freiwilliges Soziales Jahr beim Soester TV. Er bringt Grundschülern Handball näher.

Wie ein Riese ragt Finn Wäsch aus der Gruppe Grundschulkinder hervor. Die Dritt- und Viertklässler hören aufmerksam zu, als er die nächste Übung erklärt. Eingeschüchtert sind sie nicht, denn sie kennen Finn inzwischen gut.

Soest - Der 19-Jährige leitet seit diesem Schuljahr die Handball-AG an der Petrigrundschule. Doch nicht nur dort. Wäsch bringt in fast allen Soester Grundschulen Kindern den Umgang mit dem Handball bei. Dies tut er im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), dass er bei seinem Verein, dem Soester TV absolviert.

Den Großteil seiner Arbeitszeit verbringt er mit den Grundschülern, um ihnen den Sport beizubringen. Noch arbeitet er mit seiner AG an den Basics. „Wichtig ist, dass ich ihnen die Handball-Grundlagen beibringe, aber ich sie auch ins Schwitzen bringe. Sie sollen einfach generell Sport treiben“, so Wäsch.

An diesem Nachmittag hat er zwei Übungen im Gepäck. Nach einem Aufwärmspiel geht es los: Wäsch kombiniert Dribbeln, eine Grundlage, die jeder Handballer beherrschen muss, mit dem Spiel Memory. Die Karten liegen auf der anderen Seite der Halle und je ein Spieler pro Team macht sich dribbelnd auf den Weg, um ein passendes Pärchen zu finden.

Handball-Memory: Erst dribbeln, dann müssen die Schüler die passenden Pärchen finden.


Auch die korrekte Wurftechnik wird in einer Übung trainiert. Später sollen die Schüler das Zusammenspiel lernen. „Wenn man sie dazu bekommt, ein bisschen zu passen, dann reicht das auch schon aus, damit sie später mal ein Spiel bestreiten können“, so Wäsch, der damit auf den Höhepunkt für seine AGs hinweist.

Denn am Ende des Schuljahres treten seine Schützlinge für ihre Grundschulen in einem Turnier gegeneinander an. Wäsch ist der Organisator des Turniers. „Dabei werde ich von den Elftklässlern des Börde-Berufskollegs als Sporthelfer unterstützt“, ssagt Wäsch.

Finn Wäsch hat eine Trainer-Lizenz

Fast sein ganzes Leben ist er dem Handball treu. „Ich spiele seit den Minis, also gut zwölf Jahre.“ Zusätzlich hat er die C-Trainerlizenz erworben und leitet ein weibliches D-Jugendteam des STV. „Da kann ich auf meine Handball-Erfahrung zurückgreifen und muss nicht mehr so häufig die Grundlagen trainieren lassen“, sieht Wäsch Unterschiede zum Training mit den Grundschülern.

Vor der Aufgabe, die Schüler zu trainieren, hatte er viel Respekt. „Am Anfang war ich relativ unerfahren. Aber nach einer kurzen Zeit wird man ruhiger. Lernt man die Kinder kennen, kommt man auch mit den unruhigeren Schülern besser zurecht.“

Inzwischen kennt er seine Gruppen gut, weiß wie sie zusammengesetzt sind und worauf er achten muss.

An der Petrigrundschule gibt es zum Beispiel überdurchschnittlich viele Schüler, die bereits Handball im Verein spielen. Für Wäsch ist es allerdings einfacher, wenn alle Schüler auf einem Niveau starten. „Man merkt in den Übungen schnell, dass Schüler, die den Sport kennen, einen Vorteil haben oder sich langweilen. Andererseits können sie ihre Mitschüler anleiten. Am Ende profitieren alle von den Grundlagen.“

Ohnehin geht es Finn Wäsch nicht um die große Spielkultur: „Am wichtigsten ist, dass die Kinder sich bewegen, das wird leider immer weniger. Ich nehme in die AG auch Übungen wie Purzelbäume schlagen auf, da haben viele schon Probleme.“

Eine STV-Chronik wird erstellt

Neben dem Training für Grundschüler kümmert sich Wäsch während seines FSJs auch um das Verfassen einer Chronik seines Vereins. Es ist ein Gegenpol zum sportlichen Hauptteil seines Engagements. Aber Wäsch gefällt das. Nach seinem sozialen Jahr möchte er Lehramt studieren. Am liebsten Sport und Geschichte. Den Umgang mit Schülern beherrscht er bereits jetzt sehr gut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare