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Silvesterlauf-Organisator: „Werden von Werl nach Soest laufen“

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Von: Thomas Müller

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Los geht´s: So wie hier zuletzt 2019 hoffen die Macher vom Silvesterlauf auf einen Startschuss in Werl in diesem Jahr.
Los geht´s: So wie hier zuletzt 2019 hoffen die Macher vom Silvesterlauf auf einen Startschuss in Werl in diesem Jahr. © Thomas Nitsche

In knapp 120 Tagen fällt der Startschuss beim Silvesterlauf von Werl nach Soest. Mindestens in der virtuellen Variante, aber – wenn alles gut geht – auch tatsächlich an der Werler Stadthalle. Lauf-Organisator Ingo Schaffranka gibt im Interview mit Thomas Müller eine ganz persönliche Einschätzung der Lage, erzählt vom Planungsstand, warum es auf jeden Fall einen virtuellen Lauf geben wird und wie viele Läufer sich schon angemeldet haben.

Sagen wir mal, ich möchte mich für den Silvesterlauf 2021 anmelden. Was muss ich tun?

Erst mal nur www.silvesterlauf.com eingeben, dann ist man schon einen Schritt weiter. Dann hat man zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man sich nur für einen virtuellen Lauf anmelden. Der findet immer statt. Auch dann, wenn wir dieses Jahr wieder mit einem Start in Werl nach Soest laufen können. Und davon gehe ich auch aus – das wäre die zweite Möglichkeit.

Das sehen Sie 120 Tage vor Silvester als realistische Möglichkeit an? Die Läufer können sich also darauf einstellen?

Ja. Wir werden jetzt beispielsweise am 15. September den Firmenlauf für den Kreis Soest am Möhnesee durchführen. Da werden wir mit knapp 2000 Teilnehmern starten. Und da sehe ich im Moment auch keinen Grund, warum wir nicht Ende Dezember nicht auch von Werl nach Soest laufen können.

Das sind schon mal gute Nachrichten. Wie viele Läufer haben sich schon für den Silvesterlauf angemeldet?

Das Portal haben wir am 25. August erst geöffnet. Aber es sind schon fast 300 Anmeldungen eingegangen.

Die Alternative hatten Sie schon kurz angesprochen: Kann der virtuelle Lauf den Silvesterlauf ersetzen? Oder ist es nur für die Hardcore-Fans eine tolle Aktion?

Nein, das Erlebnis Silvesterlauf kann ein virtueller Lauf niemals ersetzen. Das ist mir völlig klar. Sollten wir wirklich wegen Vorgaben vom Land oder vom Bund den Lauf nicht ausrichten dürfen, werden wir wieder zur Waffe vom letzten Jahr greifen: nur den virtuellen Lauf anbieten. Das Erlebnis eines echten Silvesterlaufs kann man aber nicht ersetzen.

Anders herum gilt: Sollte der normale Lauf stattfinden können, wovon ich ausgehe, wollen wir trotz alledem Leuten, die „Sorge auf Masse“ haben oder denen die Anfahrt bis nach Werl zu weit ist, einen virtuellen Silvesterlauf zusätzlich anbieten.

Also sozusagen für die Börde-Bewohner in Übersee, die im Austauschjahr oder auf Montage sind….

Genau. Man muss ja bedenken, dass wir im vergangenen Jahr 6000 Teilnehmer hatten. Darunter waren aber nur 20 Prozent von unseren Stammläufern. 80 Prozent sind zum ersten Mal den Silvesterlauf gelaufen – unter 6000 Teilnehmern. Da muss man sich die Frage stellen: Wo kommen die Menschen her? Und die Frage ist relativ schnell zu beantworten: Es sind natürlich viele Leute, die von außerhalb des 30- bis 40- Kilometer-Zirkels stammen, aus dem sonst unsere Läufer kommen. Und es sind überdurchschnittlich viele Frauen gewesen, die vielleicht nicht lange Strecken oder im Gedränge laufen wollen; die vielleicht sonst viel walken. Denen wollen wir das Angebot natürlich wieder genauso unterbreiten und sagen: Wenn ihr nicht mit – wenn es gut läuft – 3000 Menschen in Werl starten wollt, dann könnt ihr trotzdem virtuell starten. Wir bieten also beide Versionen an.

Für den echten Silverstauf sieht es aktuell gut aus. Wie sind die Planungen, sind Sie da auf dem normalen Stand für Anfang September?

Ja, das Komitee trifft sich regelmäßig. Wir hatten schon ein Treffen im Juli, das war recht früh dieses Jahr. Aber auch da haben wir schon überlegt, wie wir weiter vorgehen, wie bauen wir die Homepage um und dergleichen mehr. Ich habe jetzt im September noch einen Termin, den die Stadt Soest koordiniert hat mit den Ordnungsbehörden der Börde, wie Feuerwehr, Rettungsdienste und Kreis Soest. Der ganz normale Prozess geht seinen Weg.

Die Planungen laufen: Ingo Schaffranka ist mit seinen Helfern voll im Plan für den normalen Silvesterlauf.
Die Planungen laufen: Ingo Schaffranka ist mit seinen Helfern voll im Plan für den normalen Silvesterlauf. © Hellweg Solution

Wie groß ist die Rolle von Corona während all dieser Planungen?

Ich bin da ein ziemlich optimistisch denkender Mensch. Mir ist natürlich auch klar, dass wir steigende Corona-Inzidenz-Zahlen haben. Trotz alledem glaube ich nicht, dass wir noch mal einen Lockdown erleben werden und ich glaube auch, dass wir Zahlen von geimpften Menschen haben werden im Bereich von 80 bis 85 Prozent. Vielleicht haben wir das schon Ende des Jahres. Daher plane ich einfach mit dem Lauf und glaube nicht, dass uns Corona jetzt noch einmal eine komplette Breitseite geben wird und wir den Lauf nicht durchführen können.

Es wird sicherlich Menschen geben, die die Durchführung kritisieren werden als Gefahr für Teilnehmer und Zuschauer: Tausende Läufer auf der Strecke, das Publikum eng gedrängt entlang der Strecke in den Dörfern und im Zielbereich. Was entgegnen Sie denen?

Meiner Meinung nach muss man irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren. Und ob das der 31. Dezember ist oder der 1. April, wie es manche Virologen sagen, oder vielleicht gibt es auch einen Weg dazwischen… da möchte ich niemandem die Entscheidung abnehmen. Aber auch jetzt gehen schon 25 000 Leute in ein Stadion, die Menge erreichen wir bei Leibe nicht auf einer viel, viel größeren Fläche. Start und Ziel liegen bei uns 15 Kilometer auseinander und wir haben keine 25 000 Menschen. Von der Seite bin ich der Meinung, dass alle sich impfen lassen sollten, wir eine hohe Impfquote haben und wir schnellstmöglich zur Normalität zurückkehren.

Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch. Ich plane einfach mit dem Lauf und glaube nicht, dass uns Corona jetzt noch einmal eine komplette Breitseite geben wird und wir den Lauf nicht durchführen können.

Ingo Schaffranka, Silvesterlauf-Organisator

Und die Leute, die der Meinung sind, der Lauf dürfe unter solchen Umständen nicht stattfinden, deren Meinung akzeptiere ich, die verstehe ich auch. Aber die müssen dann nicht unbedingt in der Menge dabei sein.

Wagen wir zum Abschluss noch einen Blick in die Glaskugel: Was macht Ingo Schaffranka am 31. Dezember 2021? Wie sieht sein Tag aus?

Eigentlich so wie immer in den vergangenen 24 Jahren – mit Ausnahme vom vergangenen Jahr. Ich werde früh aufstehen, ungefähr um 6 Uhr, dann gegen 8 Uhr in Werl sein, um mitzuhelfen aufzubauen – wobei da ein super eingespieltes Team ist. Ich werde hoffentlich 3000 bis 5000 Teilnehmer begrüßen – wobei ich glaube, dass es weniger sein werden als sonst. Vielleicht starten die dann auch in unterschiedlichen Blöcken, auch das kann ich mir vorstellen. Den Plan, nicht alle auf einmal starten zu lassen, haben wir auch schon einmal angedacht. Dann müsste man etwas mehr Zeit mitbringen, wir werden dann parallel arbeiten. So oder so freue ich mich auf eine schöne Siegerehrung um 15 Uhr auf dem Soester Marktplatz. Anschließend geht es gemütlich nach Hause – wie sonst auch. So plane ich es zumindest zurzeit.

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