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Shara Hubrich erkämpft sich bei WM die Silbermedaille, verliert das Finale nur hauchdünn

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Von: Michael Rusche

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Shara Hubrich feierte bei der Karate-WM in Dubai den zweiten Platz.
Shara Hubrich (links) feierte bei der Karate-WM in Dubai den zweiten Platz. © DKV / Brigitte Kraußer

Shara Hubrich, Karatekämpferin des TV Borgeln, hat bei den Weltmeisterschaften im Karate in Dubai die Silbermedaille geholt. Im Finale der Klasse bis 50 Kilogramm Körpergewicht musste sie sich nur hauchdünn der Japanerin Miho Miyahara geschlagen geben.

Dubai – Keine der beiden Kämpferinnen vermochte im Endkampf am Samstagnachmittag zu punkten. Nach einem 0:0 mussten die fünf Kampfrichter entscheiden - zwei entschieden für die Deutsche, drei für die Japanerin. „Es war ein Kampf, der extrem auf Augenhöhe war. Shara hätte mit einer Technik einen Punkt holen können, haben wir in der Zeitlupe gesehen“, so Vater und Trainer Roy Hubrich, der den Kampf im heimischen Borgeln auf einem Live-Stream verfolgt hatte. „Beide haben nichts und alles riskiert“, meinte er, dass natürlich keine der Kämpferinnen einen Fehler begehen wollte, aber dennoch beide bemüht waren, zu punkten.

„Ich bin auf jeden Fall total stolz. Als Trainer sehe ich es so, dass Shara alles richtig gemacht hat. Wenn die Japanerin einen Fehler gemacht hätte, hatte Shara gewinnen können“, erklärte er. Aber auch die Finalgegnerin seiner Tochter habe eben toll gekämpft - und so hätten drei der fünf Kampfrichter „ihre Karte“ für Miho Miyahara gezogen.

Die Verletzung, die sich die Kämpferin des TV Borgeln im Training zugezogen hatte und die beim ersten Vorrundenkampf wieder aufgebrochen war, habe nichts mit der Niederlage zu tun, meinte Roy Hubrich. „Die Ärzte und Therapeuten haben hervorragend gearbeitet“, erklärte er, „es ist wohl eine ziemlich starke Prellung. Eine genaue Diagnose gibt es erst zuhause.“ Er schätzt, dass das deutsche Team am Montag zurückfliegt.

Es war das gleiche Finale wie bei Shara Hubrichs Sieg bei der Juniorinnen-WM 2013 in Spanien. Die Japanerin Miho Miyahara ist als Weltranglisten-Fünfte zwei Plätze unter Shara Hubrich notiert und drehte diesmal den Spieß um.

Ich bin auf jeden Fall total stolz. Als Trainer sehe ich es so, dass Shara alles richtig gemacht hat.

Vater und Trainer Roy Hubrich

Am vergangenen Mittwoch hatte Shara Hubrich mit fünf Siegen den Endkampf erreicht. Erst in ihrem „Pool“ (Vorrundengruppe) mit einem 5:0 gegen die Schottin Amy Luke, einem 1:1 gegen Kateryna Kryva (Ukraine) - „Shara hat den ersten Punkt gemacht und lag damit vorne bei Punktgleichheit“, erklärte ihr Vater Roy Hubrich die Regel -, einem 1:0 gegen die Österreicherin Bettina Plank und einem 4:0 im Finale ihrer Gruppe gegen Cylia Ouikene aus Algerien.

Shara Hubrich (Mitte) mit ihrer Medaille.
Shara Hubrich (Mitte) mit ihrer Medaille. Zudem auf dem Foto: DKV-Präsident Wolfgang Weigert, Physiotherapeut Armin Kolb, Bundestrainer Thomas Nitschmann, Team-Arzt Dr. Roberto Michalek und Johanna Kneer. © DKV

Letzte Hürde auf dem Weg in den Endkampf war Moldir Zhangbyrbay aus Kasachstan. gewesen. Mit einem knappen 2:1-Erfolg war der Einzug ins Finale unter Dach und Fach. Da wartete die Japanerin Miho Miyahara auf Shara Hubrich vom TVB.

„Shara hatte den schwersten Pool, so wie ich das gesehen habe. Ich bin schon positiv überrascht, wie sie durch die Vorrunde gekommen ist“, lobte Roy Hubrich seine Tochter. „An den Punkten habe ich gesehen, wie gut sie drauf ist“, freut sich ihr Vater und Trainer. Und dass seine Tochter die Japanerin schlagen kann, habe sie ja vor rund acht Jahren bei den Titelkämpfen der Juniorinnen gezeigt.

Dabei hat sie ein Handicap: „Ja, im ersten Kampf ist eine Verletzung verschlimmert worden, die ich im Training schon hatte. Meine Mittelhand schmerzt und wurde für die Kämpfe danach betäubt“, so Shara Hubrich zu ihren Fights vom Mittwoch im Einzel der Gewichtsklasse bis 50 Kilogramm. Daher war sie auch in den Teamwettkämpfen nicht eingesetzt worden: Die Hand sollte geschont werden. „Meine Hand ist angeschwollen und würde vermutlich nur noch das Finale morgen durchhalten“, erklärte die 24-jährige Kämpferin des TV Borgeln am Freitagnachmittag, warum sie dem Team nicht helfen konnte. 

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