Karate

Borgelnerin trainiert für die EM

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Mit Schmackes zur EM: Shana Hubrich trainiert in Borgeln eifrig für ihr großes Ziel

Borgeln – Auf den ersten Blick erkennt man die Deutsche Meisterin nicht: Zivile Kleidung, leicht geschminkt sieht die junge, zierliche Frau aus wie viele in ihrem Alter. Wenig später, umgezogen im Karate GI-Anzug, wird aber schnell klar, das dort eine Athletin mit sehr viel Energie vor mir steht.

Shara Hubrich, frisch gekürte Deutsche Karate-Meisterin im Kumite der Klasse bis 50 Kilo, trainiert in Borgeln mit ihrem Vater und bereitet sich aktuell auf die Europameisterschaft vor. In der nächsten Woche ist noch ein Lehrgang in Kaiserau und dann fliegt der Deutsche Kader nach Baku (Aserbaidschan). Dort will die 22-jährige Studentin auf dem Treppchen landen, ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden. „Ich habe sie alle schon mal auf Turnieren geschlagen, da entscheidet die Tagesform“, hofft Hubrich auf einen guten Lauf während des Turniers. 

Lieber Duell als Kür

Ein Kampf dauert drei Minuten, reine Kampfzeit. Mit Unterbrechungen und Wertungen sind dies dann sechs, sieben Minuten höchste Anspannung. Im Karate gibt es Kumite, den Freikampf, also das direkte Duell mit einer Gegnerin. Diese Art des Sports betreibt Hubrich seit Jahren sehr erfolgreich, feierte schon acht Deutsche Meisterschaften. Beim Kata steht der Athlet allein auf der Matte und zeigt diverse Bewegungsabläufe. „Mir macht das direkte Duell mehr Spaß, deshalb habe ich mich für Kumite entschieden“, scheut Hubrich keinen Zweikampf. Für den Sport nimmt die Studentin zahlreiche Entbehrungen in Kauf. 

Studium derzeit auf Sparflamme

So läuft ihr Studium der Umwelttechnik und Ressourcen zur Zeit auf Sparflamme. Denn sie investiert sehr viel Zeit und Energie in das Training. Im Schnitt stehen zwei Einheiten täglich auf dem Programm. Dabei ist die Intensität der Einheiten völlig unterschiedlich und auch sehr abwechslungsreich. Zum Karate-Training gehören auch Kraft- und Ausdauer-Einheiten. Yoga steht auf dem Programm – langweilig wird das Training nicht. Dafür sorgt unter anderem auch ihr Vater Roy, der den erfolgreichen Weg seiner Tochter von Beginn an begleitet und in Borgeln in der Turnhalle auch dem jüngsten Nachwuchs Unterricht gibt. Neben ihrem Vater wird Hubrich noch von Bundestrainer Thomas Nitschmann betreut, zudem holt sich die Athletin Tipps vom ehemaligen Aktiven (zehnfacher Deutscher Meister) und dem heutigen Trainer Alexander Heimann. So wird Shara Hubrich in der nächsten Woche mit dem Olympiakader auf die Europameisterschaft (25.-29. März) vorbereitet. Wer sie in der kleinen Turnhalle in Borgeln beim Training beobachtet, zweifelt nicht, dass sie in Baku ihren Gegnerinnen einen heißen Kampf liefern wird.

Hoffnungen auf Olympia

 „Wenn ich bei der Europameisterschaft gut abschneide, verbessere ich meine Chancen für das Olympia-Ticket“, träumt die heimische Sportlerin auch von Tokio. Hier hat der Karate-Verband nicht viele Startplätze, so teilen sich zwei Gewichtsklassen eine Nominierung. „Die Chance ist da, es hängt sicher auch von einer guten Europameisterschaft ab“, kämpft Shara Hubrich auch für das Ticket zu den Olympischen Spielen. Zuzutrauen ist es ihr.

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