Segeln

Vom Wasser aus den Blick auf die Schönheit der Natur genießen

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Voll auf seinem Element: Joachim Hellmich leitet die Nachwuchssegler der Heinz-Nixdorf-Academy an.

Möhnesee – Am 15. März hat die neue Saison für die Segler auf dem Möhnesee begonnen. Ein Sonntag mit herrlichem Wetter, viel Sonnenschein und dazu noch etwas Wind. „Überragende Verhältnisse“, freute das Joachim Hellmich. „Aktuell haben wir die perfekten Bedingungen." 

Allerdings war dieser erste Tag der Saison auch erstmal der letzte, denn auch die Segler müssen jetzt eine Coronapause einlegen. „Das ist super schade“, sagt Hellmich nun, ein paar Tage nach seiner ersten Tour auf dem Möhnesee. „Doch wir akzeptieren das. Im Moment ist das gesellschaftlich eben notwendig.“

Die Schönheit der Natur fasziniert 

Dennoch wäre der Segelbegeisterte aktuell lieber täglich auf dem Wasser unterwegs. Der frühe Frühling ist nämlich Hellmichs absolute Lieblingszeit. „Die ganze Farbwelt ist in dieser Phase wunderschön“, schwärmt er. „Die Grün- und Blautöne, das glasklare Wasser. Man kann bis zu sieben oder acht Meter in die Tiefe sehen.“ Die Faszination für die Umgebung ist genau das, was für Hellmich den besonderen Reiz am Segeln ausmacht. „Wenn dir das alles nichts gibt, dann wirst du das nicht so lange machen können“, glaubt er. Denn nur so könne man sogar das abendliche Einsammeln der Bojen genießen. Da vermischt sich die lästige Pflicht mit der unberührten Schönheit der Natur. „Und man merkt, welch tolles Idyll wir mit dem Möhnesee direkt vor der Haustür haben.“ Diese Liebe zur Natur, die Begeisterung für das Schöne hat Hellmich von seinem Vater Franz-Josef übernommen. Der war einst Mitbegründer des Westfälischen Yachtclubs Delecke, dem auch der Sohn heute angehört. „Er hat das Zusammenspiel der Elemente gesehen und das an mich weitergegeben“, erinnert sich der Sohnemann gerne daran zurück.

Für die Vereine ändert sich aktuell viel 

Doch obwohl sich der Ausblick auf dem Möhnesee nicht verändert, verändern sich die Voraussetzungen für das Segeln überall. Das Vereinsleben wird laut Hellmich nämlich zusehend schwieriger, immer weniger Mitglieder besitzen noch eigene Boote. „Es braucht etwa eine Woche Vorbereitung bevor auf dem Boot gesegelt werden kann“, erläutert er. „Und wer nimmt solch einen Zeitaufwand noch auf sich, wenn er sich alternativ auch eines chartern kann?“ Noch sei das am Möhnesee zwar nicht die Regel, die Entwicklung gehe aber klar in diese Richtung. „Anders werden die Vereine ihre Stege bald nicht mehr voll bekommen.“ In Delecke sei das in diesem Jahr noch gelungen, allerdings musste der Verein dafür aktiv Gäste anwerben. Dazu fehle es vielerorts an der Unterstützung für den Nachwuchs. Als Jugendliche und Kinder bekommt man noch Boote vom Verein zur Verfügung gestellt, sobald man aber zu alt für die Jugendboote ist, ist das nicht mehr der Fall. Lediglich der Westfälische Yachtclub Delecke und der Yachtclub Möhnesee würden den nötigen nächsten Schritt gehen und die jungen Erwachsenen weiterhin unterstützen. „Das hat die Einführung des Ligabetriebs im Segeln möglich gemacht“, erzählt Hellmich. „Das hat die Vereine animiert, auch Boote über der Jugendklasse zu kaufen.“ So fahren jetzt nicht mehr nur vereinseigene Optimist-, Teeny-, Laser- oder Europe-Boote über den See, sondern auch J/70-Segler, die in der Liga gesegelt werden und die Trainingsaktivitäten von vielen verschiedenen Altersklassen abdeckt. „Ich bin jetzt schon seit 30 Jahren dabei“, sagt Hellmich. „Und das war der wichtigste Schritt für den Segelsport seitdem.“ 

Nachwuchs ist besonders wichtig 

Gerade der Nachwuchs liegt ihm besonders am Herzen. Hellmich ist Geschäftsführer des Heinz-Nixdorf-Vereins zur Förderung des Segelsports, der in Delecke sitzt. Dieser Verein hat 2017 die Heinz-Nixdorf-Academy ins Leben gerufen, welche Jugendliche für den olympischen Segelsport begeistern und auch fördern will. Für dieses Ziel ist Hellmich regelmäßig mit jungen Leuten auf dem Möhnesee unterwegs. „Es ist sehr wichtig, dass die Vereine ihre Jugend unterstützen“, appelliert er deshalb an die Klubs vom See. „Es ist traurig, dass nur zwei 14 Vereine am Ligabetrieb teilnehmen. Das ist schlecht für den Regattasport.“ Und der nimmt neben der Natur eben auch einen großen Teil in Hellmichs Seglerherz ein.

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