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STV-Oberliga-Handballer zu Gast beim VfL Gladbeck

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Von: Dirk Wilms

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Nach dem verpatzten Start gegen Altenhagen wartet auf den STV, hier Robin Bekel, ein schweres Spiel in Gladbeck.
Nach dem verpatzten Start gegen Altenhagen wartet auf den STV, hier Robin Bekel, ein schweres Spiel in Gladbeck. © Wilms

Soest - Dirk Lohse ist auch eine Woche nach der Auftaktniederlage gegen Altenhagen noch stinksauer. Der Trainer der Soester Oberliga-Handballer hat zum Telefonhörer gegriffen und sich beim Schiedsrichter-Ansetzer im Verband beschwert.

„Es gab mehrere Punkte, warum wir verloren haben. Doch einer davon war sicher die Besetzung der Schiedsrichter“, regt sich Lohse auf. Dabei muss er den Blick nach vorn richten, steht für seine Mannschaft doch am Samstag das Gastspiel beim VfL Gladbeck an, Anwurf 19.30 Uhr in der Riesener Sporthalle.

„Es kann nicht sein, dass ein Spiel von einem Schiedsrichter gepfiffen wird, der jahrelang in einem der Vereine Jugendtrainer war“, so Lohse, der auf mehrere Entscheidungen verweist, die aus seiner Sicht mehr als umstritten waren. „Anton Schönle wurde mehrfach aus dem Kreis heraus weggeschoben, das muss Siebenmeter geben“, fühlt sich Lohse nach Ansicht des Videos vom Spiel in seiner Meinung bestätigt.

Doch das Video offenbarte auch noch andere Fakten, die zur Niederlage geführt haben. So bekam Torwart Birk Muhr in der Anfangsphase kaum eine Hand an den Ball. „Er konnte nicht an die Form aus der Vorbereitung anknüpfen“, so Lohse. „Da entscheiden manchmal schon die ersten zwei, drei Bälle, ob man ins Spiel kommt“, weiß der erfahrene Coach.

Mit Veit Lichtenegger funktionierte es besser. Nur wurde der Rückkehrer im weiteren Verlauf des Spiels zunehmend oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Waren es erst Tore aus dem Rückraum, klafften später Lücken am Kreis. „Die Einladungen hat Altenhagen dankend angenommen“, analysierte der Coach. Er fand zudem heraus, dass das Gegenstoßspiel nicht so funktionierte wie erhofft. „Wir haben drei, vier Konter gesetzt, Altenhagen acht bis neun.“

Das Passspiel in diesen Situationen erwies sich als verbesserungswürdig. „Wir führten zweimal mit zwei Toren in der zweiten Halbzeit, hatten die Chance, auf drei wegzuziehen, haben sie weggeworfen“, ärgert er sich über die verpassten Möglichkeiten. Allerdings könne so eine Niederlage auch heilsame Wirkung haben. „Das sollte ein frühzeitiger Weckruf sein. Die Jungs sind auch hellhöriger als nach einem Sieg“, weiß er um die Befindlichkeiten seiner Schützlinge.

Dass es ausgerechnet in dieser Situation schon zum Kräftemessen mit einem Topteam der Liga kommt, sieht Lohse mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Nach Gladbeck fährt eigentlich niemand so gern. Die sind als Vizemeister super in die Saison gestartet. Doch vielleicht ist es das Beste, was uns passieren kann. Da können sich die Jungs gleich beweisen“, baut er auf eine Trotzreaktion.

Nicht dabei helfen kann Jannick Nöh. Seine Probleme an der linken Schulter erforderten einen operativen Eingriff. Vier Wochen lang muss der Neuzugang eine Schiene tragen, die Dauer der Genesung ist schwer abzuschätzen. Da auch Torben Voss-Fels nach seiner Kreuzband-Operation noch bis in den Winter hinein braucht, sind die Alternativen auf der halblinken Seite rar gesät.

Mut macht den Schlüsselträgern der couragierte Auftritt von Luis Gran auf der Mitte, insbesondere im Zusammenspiel mit dem Kreis. Und auch Kim Voss-Fels zeigte, was in ihm steckt. „Das waren Lichtblicke“, macht Lohse nach der Auftaktniederlage keineswegs in Schwarzmalerei.

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