Fußball

Aufstieg trotz Lockdown? Schiedsrichter wollen in der Landesliga pfeifen

Schiedsrichter Patrick Hoffmann vom SV Westfalia Soest
+
Schiedsrichter Patrick Hoffmann vom SV Westfalia Soest.

Nicht nur die Amateurfußballer stecken mittlerweile in einer fünfmonatigen Zwangspause. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für Unparteiische wie Patrick Hoffmann. 

Kreis Soest – „Ich war ja sonst jeden Sonntag unterwegs und im Einsatz. Sonntags auf dem Platz zu stehen und auf bisher unbekannten Plätzen neue Leute kennenzulernen, das fehlt mir schon. Man hat viel freie Zeit“, sagt Patrick Hoffmann, der für den SV Westfalia Soest pfeift.

Dazu kommt, dass er neben seinen beiden Schiedsrichterkameraden Halil Üstün von RW Westönnen und Marcel Voß vom SV Welver auch einer von drei Kandidaten aus dem Fußballkreis Soest war, die für den Aufstieg in die Landesliga infrage kommen.

Hoffen auf eine Saisonfortsetzung

Aber auch das liegt derzeit auf Eis und keiner von den dreien weiß, ob es dazu kommen wird. Wie der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen mit der ungewissen Situation umgehen und ob es noch Prüfungen geben wird, die wegen des Lockdowns auch nicht stattgefunden haben, hat der FLVW noch nicht entschieden.

„Wir waren alle drei gut im Rennen“, sagt der 30-jährige Hoffmann. Acht Spieltage gab es bis zum zweiten Lockdown, Hoffmann wurde bei drei Bezirksliga-Spielen beobachtet. Das ist die Grundlage für die Bewertung und für einen möglichen Aufstieg. Üstün wurde sogar erst einmal beobachtet. Denn die Unparteiischen werden zusätzlich ja auch in Partien von der Kreisliga D hoch bis zur Kreisliga A eingesetzt, je nachdem, wie und wo der Bedarf ist.

Das bestätigte Siegfried Reffelmann, der jüngst als Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses (KSA) im Fußballkreis an einer Videokonferenz des Verbandes unter den KSA-Kollegen teilgenommen hatte. „Einige haben erst ganz wenige Beobachtungen. Deswegen hat der Verband sich dahingehend geäußert, dass er sich über eventuelle Aufstiege noch nicht äußern kann. Wie wir diese Entscheidung über Aufstiege analog dazu auf Kreisebene treffen, bleibt ebenfalls abzuwarten.“

Lesen Sie auch: Dieser Schiedsrichter hat noch nie ein Spiel gepfiffen.

So hofft Hoffmann, der auch Jugendtrainer beim SVW ist, auf eine Fortsetzung der Spielzeit und dass zumindest mit einer Hinrunde eine Saisonwertung erfolgen kann – entsprechend dann auch für die Schiedsrichter. Aber mit einem Landesliga-Aufstieg wäre für den zweifachen Familienvater das Ende der Fahnenstange erreicht. „Dann wäre für mich Schluss“, sagt Hoffmann.

„Dass der zweite Lockdown noch schlimmer ist als der erste und immer weiter verlängert wird, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt der Schadens-Sachbearbeiter bei einer Versicherung. „Ich versuche, jeden Tag joggen zu gehen“, hält sich Hoffmann fit und sieht sich grundsätzlich gewappnet für einen Wiederbeginn: „Wenn es wieder weitergeht, wird es wohl auch zu Wochen-Spieltagen kommen. Da muss man sich drauf vorbereiten.“ Auch für die Spielleitung: „Man steht mitten auf dem Platz und muss regelsicher sein.“

Ich bin ein Schiedsrichter, der sich gerne zeigt.

Patrick Hoffmann

Die Schiedsrichterei bezeichnet er als „Herzblut-Hobby“. Was er neben dem wöchentlichen Sportplatz-Besuch besonders vermisst, ist der direkte Austausch mit den Kameraden. „Ich bin ein Schiedsrichter, der sich gerne zeigt“, sagt der seit 2006 pfeifende Hoffmann.

So habe er auch schon als Pate für Jungschiedsrichter fungiert und diese bei ihrem Einstieg begleitet, auch die regelmäßigen Besuche der Schulungsabende seien für ihn selbstverständlich. „Was mir fehlt, ist das Zusammensitzen mit den anderen Schiris. Von den Fußballern hört man ja immer, wie sehr sie den Sport vermissen. Uns Schiedsrichtern geht es genauso.“ Auch für die Männer in Schwarz heißt es stattdessen: „Wir treffen uns online, um ein bisschen in Kontakt zu bleiben.“

Sich selber sieht er gegenüber den Spielern als „kollegialen Typen“ an. „Da ich früher selbst Fußballer war, weiß ich, wie Fußballer ticken. Ich versuche der zu sein, den die Spieler mögen. Es muss auch mal ein Spaß oder Spruch möglich sein. Aber alles im Rahmen der Regeln: hart, aber fair.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare