Langjährige Unparteiische verstorben

Fußballer im Kreis Soest trauern um „Juppa“ Schulze und Michael Westerhoff

„Juppa“ Schulze (links) ist im Alter von 71 Jahren gestorben, „Maradona“ Westerhoff (rechts) mit nur 47 Jahren.
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„Juppa“ Schulze (links) ist im Alter von 71 Jahren gestorben, „Maradona“ Westerhoff (rechts) mit nur 47 Jahren.

Gleich zwei traurige Nachrichten haben die Schiedsrichter im Kreis Soest zu verkraften: Karl-Josef Schulze und Michael Westerhoff sind gestorben.

Welver/Kreis Soest - Er wird ihnen fehlen. In erster Linie natürlich seiner Frau Daniela, seinen beiden Töchtern und seinen drei Enkelkindern. Doch auch in den Reihen der Schiedsrichter des Fußballkreises Soest hinterlässt der Tod von Karl-Josef Schulze, allen nur als „Juppa“ bekannt, auf schmerzhafte Art eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Im Alter von nur 71 Jahren ist der Welveraner am Mittwoch den Folgen einer schweren Erkrankung erlegen, die ihn im Frühsommer ereilt hatte.

„Mit Juppa verliert der Fußballkreis nicht nur einen unermüdlichen Mitarbeiter, der sich für die Sache Fußball einsetzte, sondern auch einen guten Freund. Seine freundliche und humorvolle Art wird uns allen im Gedächtnis bleiben“, ist sein jahrzehntelanger Wegbegleiter Siegfried Reffelmann bestürzt. Als 2. Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses stand Juppa Schulze seit 2005 Obmann Reffelmann stets zur Seite, fungierte bis 2019 drei Jahrzehnte lang als Lehrwart für die Schiedsrichter zwischen Möhne und Lippe.

Schiedsrichter gestorben: 40 Jahre an der Pfeife

Juppa Schulze wäre in diesem Jahr für sein 40-Jähriges an der Pfeife ausgezeichnet worden, wechselte er doch das grün-weiße Trikot des SV Welver im Alter von 31 Jahren mit dem Schwarzkittel der Schiedsrichter-Zunft. Mit einem B-Jugendspiel beim SV Eilmsen begann 1980 seine Laufbahn als Unparteiischer, über die er schon nachgedacht hatte, als er noch für die dritte Mannschaft vom Buchenwald kickte.

Hin und wieder war Schulze aber schon mal eingesprungen, wenn kein Schiedsrichter gekommen war, und ließ erstmals Pfiffe im legendären Distelwaldstadion ertönen, wo damals die Dritte des SVW kickte. Noch im Interview zu seinem 70. Geburtstag kurz vor Weihnachten 2019 plauderte er über die Anfänge in diesem Metier. „Damals gab es noch keine Eltern, die ständig von außen hereingerufen haben“, schwärmte er von seiner ersten Zeit mit der Pfeife.

Juppa Schulze verstand es, als aktiver Schiedsrichter in 33 Jahren in nahezu sämtlichen seiner unzähligen Spiele Ruhe auszustrahlen, die sich auch auf die Spieler übertrug. Richtig kritisch ist es so gut wie nie geworden. „Ich hatte in meiner ganzen Laufbahn nur eine einzige Spruchkammer-Sitzung“, zeigte sich Schulze vor anderthalb Jahren nicht von ungefähr stolz, dass er nie Anlass zu massiven Beschwerden gab.

Schiedsrichter gestorben: Auch SV Welver betroffen

In den vergangenen Jahren verschrieb sich der Welveraner, der bei seinem Heimatverein seit 2007 auch als Geschäftsführer fungierte, der Förderung des Schiedsrichter-Nachwuchses. Es war ihm ein Herzensanliegen, die Jungs an der Pfeife auf den rechten Pfad zu führen, um mit ähnlicher Begeisterung ihrem Hobby als Schiedsrichter nachzugehen, wie er es seit 1980 machte.

Dabei konnte er sich stets darauf verlassen, dass ihm seine Frau Daniela in all den Jahrzehnten den Rücken für sein Hobby freihielt. Gleichwohl war Juppa Schulze ein Familienmensch, der zudem in seinem Umfeld für gute Laune sorgte. Nicht von ungefähr moderierte der Gladbach-Fan viele Male den Weiberfastnachtsumzug in Welver.

Auf dem Marktplatz der Gemeinde in Niederbörde wird seine Stimme wie auch auf den Fußballplätzen schmerzlich vermisst werden.

Schiedsrichter gestorben: Bis zuletzt aktiv

Nur einen Tag nach Schulzes Tod erreichte die heimischen Unparteiischen die nächste traurige Nachricht: Michael Westerhoff, aktiver Schiedsrichter des SuS Scheidingen, ist am Donnerstag im Alter von nur 47 Jahren verstorben. Der unter dem Spitznamen „Maradona“ bekannte Referee pfiff seit 2006 zahlreiche Spiele in den Soester Kreisligen.

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