Interessante Fakten zur annullierten Kurzsaison 2020/21

Rückblick auf die Kreisliga A Soest: Außenseiter an der Tabellenspitze

Die torreichste Partie in der Saison 2020/21 fand gleich am ersten Spieltag am 6. September statt, als der SV Welver Germania Hovestadt (hier mit seinem Top-Torjäger Mirsad Masuku in grün) mit 6:5 bezwang.
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Die torreichste Partie in der Saison 2020/21 fand gleich am ersten Spieltag am 6. September statt, als der SV Welver Germania Hovestadt (hier mit seinem Top-Torjäger Mirsad Masuku in grün) mit 6:5 bezwang.

Die Saison 2020/21 in der Kreisliga A Soest wurde annulliert – und es ist die zweite Spielzeit in Serie, die aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Lockdown annulliert wurde.

Kreis Soest – Der letzte Spieltag der Saison für die 17 Teams im Kreis-Oberhaus wurde am 25. Oktober vergangenen Jahres ausgetragen, letztlich mit allen bis dahin möglichen Partien. Hier folgt ein Rückblick auf den nur zu einem Viertel ausgetragenen Wettbewerb.

Spitzenteams: Die SpVg Möhnesee führte die Kreisliga A zum Zeitpunkt der Annullierung mit 22 Punkten (sieben Siege, ein Remis) überraschend an. Den einzigen Punktverlust gab es für das Team von Trainer Viktor Müller am 11. Oktober, am 6. Spieltag, beim 0:0 bei Verfolger TuS Wickede. Die TuS belegte – ebenfalls ungeschlagen – Platz zwei mit 20 Punkten, auch die stabil auftretende Bezirksliga-Reserve des SV Westfalia Soest II auf Platz drei blieb in der Kurz-Saison bei fünf Siegen und drei Unentschieden ungeschlagen. „Wir müssen nicht aufsteigen. Wir wollen so gut wie möglich abschneiden und unter die ersten Vier oder Fünf“, wurde Möhnesees Trainer Müller nicht müde, die Außenseiterrolle zu betonen.

Serientäter 1: Während am oberen Ende der Tabelle drei Teams ohne Niederlage blieben, waren am anderen Ende zwei Teams komplett ohne Sieg. Die Landesliga-Reserve des SV Hilbeck blieb in ihren sieben Partien sogar ohne Punktgewinn bei 2:20 Toren. Der Werler Konkurrent Preußen TV, der vor der Saison den Abgang der kompletten ersten Mannschaft verkraften musste, holte in acht Partien einen Zähler, den gab es am 4. Spieltag mit einem 2:2 beim Höinger SV.

Jan Klett (TuS Wickede) blieb 416 Minuten ohne Gegentor.

Serientäter 2: Es gab nach sechs Spieltagen im gesamten Kreis Soest exakt einen Torwart, der noch keinen Treffer kassiert hatte. Das war Jan Klett von der TuS Wickede. Nur beim 4:0 der Wickeder gegen Schlusslicht SV Hilbeck II stand Nils Peuler im Tor. Das erste Gegentor kassierte Klett dann am 7. Spieltag in der 56. Minute beim 3:1-Sieg gegen den Höinger SV, als Simon Becker per Foulelfmeter zum 1:2-Zwischenstand traf. Es war das erste Gegentor für die TuS nach 506 Minuten, für Klett nach 416. Am 8. Spieltag folgte noch das zweite Gegentor beim 2:1-Sieg gegen RW Westönnen II.

Serienende: Die Saison begann fürchterlich für den TuS Schwefe. 0:8 zum Saisonstart beim TuS Bremen, 0:10 daheim gegen den BV Bad Sassendorf. Dann folgte die Überraschung des 3. Spieltags: Der TuS, ohnehin seit November 2018 sieglos in der A-Kreisliga, setzte sich am 20. September im Welveraner Gemeindeduell bei Aufsteiger SuS Scheidingen durch. Beim 1:0-Sieg am Bispingwald war Finn Luis Korn der Schütze des Goldenen Tores. „Die Erleichterung war natürlich sehr groß, auf der einen Seite endlich mal wieder gewonnen und dadurch die Negativserie beendet zu haben. Auf der anderen Seite freuen wir uns über die ersten drei wichtigen Punkte in dieser Saison“, so der Trainer. Und es folgten noch zwei weitere Siege (3:1 gegen Hilbeck II und 3:0 gegen Preußen TV Werl) für das Team von Neu-Trainer Patric Bals. Schwefe blieb in der Vorsaison 2019/20 bei zwei Punkten sieglos, hatte aber das Glück, dass es wegen des Saison-Abbruchs keine Absteiger gab. „Wir haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind und auch bei einigen knapperen Niederlagen gut mitgehalten haben“, sagte Bals. Zum Zeitpunkt des Abbruchs bedeutete das Platz zehn mit neun Punkten bei 7:33 Toren.

Kartenflut: Viermal Rot, einmal Gelb-Rot: Die gut 200 Zuschauer am Kunstrasenplatz in Körbecke bekamen am 13. September (2. Spieltag) so einiges geboten. Die SpVg Möhnesee gewann mit 3:0 gegen den Aufsteiger SuS Günne das erste Möhnesee-Derby seit Jahren. Auf Günner Seite sahen die Spieler Laenen und Schönmeier sowie Trainer Knobloch Rot, bei der SpVg Müller Rot und Schröder Gelb-Rot.

Torjäger: Am 15. Oktober 2020 titelte der Anzeiger „Die Abwesenheit der Torjäger“. Warum? Nach sechs Spieltagen führten die Torjägerliste Mirsad Masuku von Germania Hovestadt und Tom Scheele von RW Westönnen II an – dafür reichten ihnen jeweils überschaubare fünf Tore. Dahinter folgten gleich sieben Akteure, die es bislang auf vier Treffer gebracht haben. Am Ende der acht ausgetragenen Spieltage lagen neben Masuku auch Marius Janus vom Spitzenreiter SpVg Möhnesee mit acht Toren vorne, sechs Tore für Simon Becker (Höingen) und Manuel Feldhaus (TuS Bremen) reichten für Platz zwei. Tobias Walter, Trainer der Westönner Reserve, versuchte sich an einer Begründung: „Es kommt darauf an, was die Mannschaft für einen Spielstil hat. Häufig sind die Topstürmer der Liga bekannt und der Gegner stellt sich auf sie ein, die kriegen dann Sonderbewacher.“

Promi-Auflauf: Auch Bundesliga-Duft wehte mitunter über die Kreisliga-Plätze in der Börde. Mit Sebastian Tyrala lief für den BV Sassendorf ein Spielertrainer auf, der früher sieben Bundesliga-Spiele für Borussia Dortmund absolvierte und einmal für die polnische Nationalmannschaft kickte. Der frühere Profi von VfL Osnabrück, SpVg Greuther Fürth und RW Erfurt erzielte dabei drei Tore für den auf Platz vier liegenden BVS. Im Januar verkündete Tyrala, dass er zum Dortmunder Landesligisten Türkspor als Trainer wechselt.

Oliver Ruhnert, Manager des Bundesligisten Union Berlin, leitete das Spitzenspiel TuS Wickede gegen SpVg Möhnesee.

Und Oliver Ruhnert ist nicht nur Manager beim Fußball-Bundesligisten Union Berlin, sondern auch Fraktionsvorsitzender der Partie Die Linke im Iserlohner Stadtrat und als Schiedsrichter in der Kreisliga tätig. So leitete er am 11. Oktober vergangenen Jahres die Spitzenpartie zwischen der TuS Wickede und der SpVg Möhnesee, die 0:0 endete. Er machte klare Ansagen und bei einer Rudelbildung in der Nachspielzeit wartete er 30 Sekunden ab, bis sich die Gemüter beruhigten. Dann zeigte er Möhnesees Kapitän Jan Schröder die Rote Karte.

Torreich: Eine Partie endete mit dem 0:10 zwischen TuS Schwefe und BV Bad Sassendorf zweistellig. Doch das war nicht die torreichste Partie der Saison. Die gab es gleich am ersten Spieltag beim 6:5 des SV Welver gegen Germania Hovestadt. Auch das 8:0 des TuS Bremen gegen Schwefe, das 4:4 zwischen SVW Soest II und Büderich, das 3:5 des SuS Scheidingen gegen den Höinger SV und das 2:6 des SV Welver gegen den TuS Bremen stachen heraus. Auf der anderen Seite gab es in den 64 Partien nur drei torlose Remis. Neben dem 0:0 zwischen Wickede und Möhnesee waren dies die Partien Wickede gegen Bad Sassendorf und TuS Bremen gegen BW Büderich.

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