Winter-Neuzugang von SG Oestinghausen

Profi-Projekt von Youtube-Star Lukas Steinlein ist in der Warteschleife

Lukas Steinlein (Mitte) arbeitet mit dem Athletikcoach Marcel Dzossou (links) und Physio-Therapeut Ismail-Jean Condé daran, Profi zu werden.
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Lukas Steinlein (Mitte) arbeitet mit dem Athletikcoach Marcel Dzossou (links) und Physio-Therapeut Ismail-Jean Condé daran, Profi zu werden.

Lukas Steinlein ist bekannt als Fußball-Youtuber „Lukas Football“, Mitglied der „Freekickerz“ und wollte als Winter-Neuzugang des Bezirksliga-Spitzenreiters SG Oestinghausen seinen ersten Schritt auf seinem Weg zum Fußball-Profi gehen, seine „Road to Pro“.

Oestinghausen/Dortmund – Ab Januar sollte es für ihn beim Fußball-Bezirksligisten los gehen mit der Vorbereitung auf den Rest der Saison – das geht natürlich nicht. In der vergangenen Woche hat Lukas Steinlein seine Ideen mit SGO in einem Youtube-Video vorgestellt.

Er läuft am Signal-Iduna-Park, der Heimstätte von Borussia Dortmund, und sinniert: „Ich habe während der Corona-Zeit lange überlegt, worauf habe ich nochmal Lust in meinem Leben? Und da bin einfach noch mal drauf gekommen, Fußball nochmal voll durchzuziehen“, sagt der 25-Jährige, der in Würzburg geboren wurde, von seinem zweiten Lebensjahr in Bielefeld lebte und mit 22 Jahren zusammen mit seiner Freundin nach Dortmund zog.

Wohin ihn der Weg zum Profi führen wird und ob Lukas Steinlein in zehn Jahren dann tatsächlich auf eine, wenn auch vermutlich kurze, Profikarriere zurückschauen kann, ist als Art Langzeitstudie auf Youtube angelegt. „Das Schwierigste ist, geduldig zu sein“, glaubt Steinlein, denn es gibt viele „offene Faktoren“.

Fünf- bis sechsmal in der Woche trainiert Steinlein aktuell für seinen Traum. Er absolvierte als Mitglied der „Freekickerz“ für deren gleichnamigen Youtube-Kanal zum Beispiel Wettkämpfe im Freistoß- und Strafstoßschießen gegen Cristiano Ronaldo oder Sergio Ramos. Diese witzigen Herausforderungen auf dem Youtube-Kanal mit den 8,5 Millionen Abonnenten liegen Corona-bedingt ebenfalls seit dem Frühjahr vergangenen Jahres vorerst brach.

So startete Steinlein im Sommer sein nächstes Projekt. Nach sechs Partien in der Kreisliga A Dortmund beim VfR Sölde II, dem Verein in dem Stadtteil, in dem Steinlein auch lebt, folgte im Winter der sportliche Wechsel zum Klub ins Lippetal.

Mit seinen neuen Teamkameraden hat der Mittelfeldspieler noch nicht trainieren dürfen. Der Youtuber arbeitet aktuell mit dem Athletiktrainer Marcel Dzossou zusammen, der ansonsten beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach im Nachwuchs- und Frauenbereich in dieser Position tätig ist. Mit ihm übt er ein- bis zweimal pro Woche. „Wir treffen uns an Locations mit vielen Treppen oder für Waldläufe mit Steigerungsläufen“, sagt Steinlein. Die zudem geplante Arbeit mit einem Fitness- und Techniktrainer muss allerdings derzeit ruhen. Auch die technischen Übungen mit dem Ball auf Sportplätzen ist nicht möglich. „Aber das ist ja auch auf Wiesen zu machen“, sagt der Dortmunder.

Ich habe während der Corona-Zeit lange überlegt, worauf habe ich nochmal Lust in meinem Leben? Und da bin einfach noch mal drauf gekommen, Fußball nochmal voll durchzuziehen.

Lukas Steinlein

Er ist übrigens pessimistisch, was den weiteren Verlauf der aktuellen Saison angeht. „Ich gehe stark davon aus, dass es erst wieder mit der nächsten Saison weiter geht“, glaubt er an einen Komplett-Abbruch und Neustart ab Sommer.

Darunter leide auch ein wenig die Motivation auf dem gerade begonnenen Weg. „Es ist natürlich schwer ohne ein Ziel vor Augen. Aber dass so etwas dazwischen kommt, kannst du halt nicht ändern“, erklärt der Youtuber. Aber er sieht auch das Positive: „Es gibt einem die Chance, an gewissen Schwächen zu arbeiten.“

Ernährung umgestellt

So hatte Steinlein im vergangenen Sommer begonnen, seine Ernährung umzustellen: Er verzichtet auf Fleisch und Milch. Seitdem hat er sein Körperfett reduziert und seine Sprintgeschwindigkeit gesteigert. „Aber es ist schwer, sich im Antritt stark zu verbessern“, hat er auch erkannt.

Lukas Steinlein muss derzeit mit dem Ball alleine trainieren.

Die Ernährungsumstellung hat auch zur Gründung einer neuen Unternehmung geführt. Unter dem Namen „ProVibez“ will Steinlein „Ernährung für Fußballer“ anbieten, auch „coole Gerichte für nach dem Spiel“. Ein erstes Produkt ist ein „optimiertes Müsli für die perfekte Energie“ im Spiel. Die Produktpalette entwickelt der Jungunternehmer zusammen mit einem Bäcker, beide holen sich von vielen Seiten Tipps dafür. Die Produkte sollen zunächst online vertrieben werden und später dann auch in den stationären Einzelhandel kommen.

Nur lobende Worte für den neuen Verein

Wenn es wieder los gehen kann mit dem Fußball, dann will der Jung-Unternehmer weiterhin bei SG Oestinghausen spielen. „Auf jeden Fall. Ich habe den Trainer kennen gelernt. Alles im Verein ist super positiv, von der Spielanalyse mit Fernseher in der Kabine bis hin zur Athletiktrainerin“, lobt er.

SGO-Trainer Dierk Meincke hat Steinlein auch schon weitere Hinweise für seine Entwicklung gegeben. „Er muss mehr Zug zum Tor entwickeln“, sagt der A-Lizenzinhaber etwa, und dass er sich genauso dem Konkurrenzkampf um einen Stammplatz stellen muss, wie jeder andere.

Der zielstrebige Fußballer weiß natürlich nicht, wann er das erste Mal an der Gemeinschaftshalle zum Training unter Meincke und auch unter Athletiktrainerin Gertie Brinker auf den Rasen darf. „Aber ich freue mich darauf, sie alle kennenzulernen.“

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