Plaketten und viel Applaus bei Soester Sportlerehrung

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Soest - Von Sportlern, die gerne bei Olympischen Spielen starten möchten, bis zu denen, die einfach für sich persönlich mit dem Deutschen Sportabzeichen ihre Fitness überprüfen – bei der Sportlerehrung der Stadt im Blauen Saal war die ganze Bandbreite des Soester Sports vertreten.

Und alle bekamen für ihre Leistungen im vergangenen Jahr, vorgestellt von Moderator Holger Vock, Sportplaketten und Sportabzeichen von Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und Sportabzeichenobmann Volker Wilmes sowie den Applaus der vielen Gäste.

820 Sportabzeichen wurden im vergangenen Jahr in Soest erworben, 600 von Kindern und Jugendlichen an Schulen, der Rest von Erwachsenen in Vereinen. Herausragend dabei Ilse Luncke mit dem 30. Gold, Peter Voss mit dem 35. Gold und vor allem Helmut Schmücker mit dem 50. „Das hatten wir bisher erst zwei-, dreimal“, staunte auch Wilmes nicht schlecht.

Die oberste Bandbreite stellten WM- und EM-Teilnehmer dar. So sammelte Wilfried Mahler im Tennis 2015 noch mehr Meriten als im Jahr zuvor. Der 81-Jährige verteilte selber Lob: „Für Soest ist die Ehrung selbstverständlich. Wenn man sich mit anderen unterhält, werden die neidisch“, sei das in anderen Städten nicht so; gleiches gelte für die Berichterstattung. „Besser kann es nicht werden, eigentlich müsste ich aufhören. Aber es macht immer noch Spaß“, will Mahler den Schläger noch nicht an den Nagel hängen.

Vom Ende der Laufbahn kann bei Gina Lückenkemper nicht die Rede sein, auch wenn sie in diesem Winter aus schulischen Gründen kürzertritt. „Im Moment steht eher die Schule im Vordergrund. Ich habe einige Einheiten im Training ausgelassen, dennoch läuft es schon schnell“, sagte die Sprinterin, die im vergangenen Jahr bei Welt- und Europameisterschaften erfolgreich war. Anfang Juli steht die EM im Plan, im Sommer dann Olympia in Rio. Da würde sie gerne hin, notfalls als Ersatzstaffelläuferin oder sogar als Wasserträgerin, sorgte sie für einen Lacher.

Von Rio träumt auch Karina Granitza, erfolgreiche Bogensportlerin des nicht nur am Samstag reich dekorierten CfB Soest. „Als Hobby-Schützin bin ich es nicht gewohnt, Autogramme zu geben“, plauderte sie mit Vock über ihre Erfahrungen bei Wettkämpfen. Die Recurve-Mannschaft wurde ebenfalls ausgezeichnet, legte nach dem Aufstieg in die Regionalliga vor wenigen Tagen mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga nach. Trainer Martin Hinse erläuterte die unterschiedlichen Bögen, wünschte sich in der Halle mehr Trainingszeiten. Von der „faszinierenden Ruhe“ ihres Sports erzählten die Schützen.

Mehr „Knaller“ gibt es bei den Sportschützen, dabei schilderten die Aktiven des SSC Soest-Süd, wie mit ihren Perkussions- und Steinschlosswaffen der Zündfunke überspringt, wie sie ihre Kugeln selber gießen, herausfinden müssen bei neuen Waffen, wie viel Pulver nötig ist. Da sei auch handwerkliches Geschick gefragt. Derweil war Kai Dembeck vom SV Deiringsen verhindert, weil er in München bei einem Nationalkader-Lehrgang weilte – er hofft auf weitere EM-Teilnahmen, wie Alfred Paulokat, seit über 37 Jahren im Vorstand des SVD tätig, erklärte.

Hoffen auf Boom bei Tennis-Damen

Auf einen Boom im Tennis hofft Peter Osthoff, erfolgreicher Trainer der Damen von Blau-Weiß Soest, nach dem Australian-Open-Sieg von Angelique Kerber. Bei seinem Verein laufe es aber auch so gut, wie nicht zuletzt der Aufstieg der Damen in die Regionalliga beweist. Wegen Studium konnte allerdings nur Chiara Kampschulte am Samstag vor Ort sein.

Geehrt wurde eine Schülermannschaft des Conrad-von-Soest-Gymnasiums, die beim Tischtennis-Umlaufturnier den ersten Platz in NRW belegt hatte. „Die haben schon an der Grundschule angefangen“, wusste Petri-Rektor Volker Wilmes zu berichten.

Große Distanzen von bis zu 160 Kilometer legt Nico Helta vom Börde-Berufskolleg bei Meisterschaften in Distanzreiten zurück – auf internationaler Ebene sei ein 20-Stunden-Ritt in den USA das härteste, verriet er. Thomas Kolk von den erfolgreichen Langläufern der LG Deiringsen erklärte, dass er manchmal schon morgens um 5 Uhr die ersten Trainingskilometer absolviere. 

Soester Sportlerehrung für das Jahr 2015

Sonja Zwitzers von den Soester Eisstockschützen berichtete von ihrer EM-Teilnahme (mit schnellen und langsamen Platten an den Eisstöcken); bei den Erwachsenen werde es schwerer als bei den Juniorinnen, noch einmal zu einer EM zu kommen. Von den Faszination Geschwindigkeit berichteten neben Gina Lückenkemper Tim Bause und Hannes Meeß vom LAZ Soest; Erstgenannter erzählte aber auch von Rückenproblemen, die die Fortsetzung der Laufbahn als Stabhochspringer verhindern. Frank Küstermeier, Trainer der Aquaballer der Wasserfreunde Soest, schilderte seinen Sport aus Mischung aus Fußball, Basketball, Handball und Volleyball, bei dem es im Gegensatz zum Wasserball körperlos zugehe. Sein Youngsterteam war Deutscher Meister geworden.

Ruthemeyers Dank ging wie immer an die Eltern, Funktionäre und Trainer, die die Erfolge der Sportler erst möglich machten. Die Arbeit der Vereine im Bereich Integration sei im Übrigen mit Geld nicht aufzuwiegen. Die Stadt ihrerseits tue viel für den Sport, als Beispiele nannte er den neuen Kunstrasen im Jahnstadion und den Naturrasen an der ehemaligen Windmühle. Auch der Stadtsportverband wirke bei allem positiv mit – und mache damit auch die große Bandbreite im Soester Sport möglich.

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