Juristisches Know-how und Einsatzwille der jungen STV-Garde bringen Sieg

Dieser Versuch landete zwar an der Latte, wie alle jungen Soester wies Max Picht beim Sieg gegen Hagen aber mehr Licht als Schatten auf.
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Dieser Versuch landete zwar an der Latte, wie alle jungen Soester wies Max Picht beim Sieg gegen Hagen aber mehr Licht als Schatten auf.

Soest - In der Schlussphase drückte ein Mann beim 26:23-Heimsieg des Soester TV im Oberliga-Spiel gegen Eintracht Hagen II dem Spiel seinen Stempel auf, der dort nicht unbedingt zu erwarten war.

Torwart Veit Lichtenegger war einer der Garanten für den 5:0-Schlussspurt des STV in den letzten fünf Minuten: Einige glänzende Paraden und sein zweites Saisontor aus dem eigenen Wurfkreis quer über das Feld zum 23:23 rückten den Soester Keeper in den Vordergrund.

Dabei hätte der eigentlich gar nicht spielen können nach seiner „Blauen Karte“ vom vergangenen Spieltag in Menden. Da war er Mendens Max Jost nach einer Abwehraktion auf die Hand getreten, die Schiedsrichter hatten auf Absicht entschieden und es drohten bis zu drei Spiele Sperre.

Die Soester kündigten Einspruch an und der gelernte Jurist nahm die Sache selbst in die Hand, formulierte selbst den Antrag. „Veit hat sich da selbst rausgeboxt. In dem Schreiben stimmte jede Formulierung und Jost hat Veit auch noch entlastet“, berichtet Soests Coach Dirk Lohse. Ersatzmann Aaron Pfennig saß an seinem Studienort in Süddeutschland schon im Auto, als am Samstag der Freispruch beim STV eintrudelte. „Das war gut für Veit und gut für uns. Am Ende konnten wir ihn richtig gut gebrauchen“, freute sich Lohse über die gute Vorstellung seines Keepers. Dass Routinier Lichtenegger mit seinem „Alleingang“ dem STV am Sonntag den Altersdurchschnitt versaute, sei aber schon „ärgerlich“, scherzte Lohse. Der hatte nämlich angesichts der Ausfälle von Axel und Max Loer, Torben und Kim Voss-Fels sowie Yannick Nöh eine extrem junge Mannschaft auf die Platte geschickt.

Gestartet war der Soester TV mit einer Sieben, die im Durchschnitt knapp 22 Jahre alt war: Birk Muhr (20 Jahre) im Tor, davor Max Picht (20), Julian Vukoja (20), Jan-Ole Zülsdorf (18) – für den im Angriff Luis Gran (20) kam –, Fabian Schnorfeil (23) und Anton Schönle (24) sowie Robin Bekel mit seinen 26 Jahren als „Methusalem“-Vorgezogener.

Jannis Falkenberg (17) ersetzte Bekel gar nach knapp zehn Minuten, nachdem der bei einer Abwehraktion mit dem Kopf auf den Boden geknallt war. Diagnose: Trommelfellriss. Bekel verschwand in den Katakomben, war eigentlich schon mit gepackter Tasche auf dem Weg ins Krankenhaus – und entschied sich nach Beratung mit Freundin Anja um. Mitte der zweiten Hälfte kam er zurück aufs Feld – und traf im Schlussspurt der Soester zwei Minuten vor Schluss zur 24:23-Führung.

Den Einsatzwillen seines Teams lobte Lohse ausdrücklich, auch einen Benni Haake, der sich wieder in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte. „Die Jungs haben das alle gut gemacht. Wir haben in der Abwehr gut gestanden, die war ja auch nicht das Problem. Unsere Quote im Angriff war leider nicht so gut“, sah Lohse einige vergebene freie Würfe vom Kreis, sechs verworfene Gegenstöße und sechs vergebene Siebenmeter als das Hauptproblem.

Abgesehen von der Wurfausbeute war Lohse jedoch begeistert: „Am Ende war es super, dass wir mit einer so jungen und unerfahrenen Truppe gewonnen haben gegen einen Gegner, der mit diesem Personal auch nicht wie ein Schlusslicht gespielt hat.“

Das Erfolgserlebnis habe nach zuletzt zwei Niederlagen gutgetan, damit könne man besser in die dreiwöchige Osterpause gehen, in denen die kleineren und größeren Wehwehchen auskuriert werden können – insbesondere Max Loer mit der lädierten Schulter und Bekels Trommelfell könnten davon profitieren. Ob es im nächsten Spiel zu Hause gegen Augustdorf (30. April, 17.30) auch schon wieder für Kim Voss-Fels reichen könnte, ist offen. Der will nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen dosiert wieder in das Mannschaftstraining einsteigen, die Schulter aber nicht übermäßig belasten.

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