Sportschütze aus Parsit ist dem SSC Höingen dankbar für die Unterstützung

Axel Gretenkort hat die Paralympics 2024 in Paris im Visier

Axel Gretenkort, Sportschütze aus Parsit

Ense – Die Paralympics 2024 in Paris sind das große Ziel des Sportschützen Axel Gretenkort aus Parsit. Der 43-Jährige gibt alles, um an den Olympischen Spielen für Behinderte teilzunehmen. Täglich trainiert er mehrere Stunden für sein großes Ziel. Auch wenn das aktive Schießen wegen des Corona-Lockdowns derzeit nicht möglich ist, hält er jeden Tag seine Luftpistole in der Hand. „Ich mache Trockenübungen, damit ich fit bleibe“, berichtet er.

Zuhause in Parsit trainiert er jeden Tag so drei bis sechs Stunden. Dabei geht er verschiedene Trainingseinheiten durch. Auf dem Schießstand war er seit Anfang November nicht mehr. „Das geht wegen der Corona-Krise im Moment nicht“, berichtet er. Alle Freizeiteinrichtungen, zu denen auch die Anlage des SSC Höingen zählt, müssen geschlossen bleiben. „Ich kann es kaum erwarten, dass es wieder losgeht“, wartet er auf die Aufhebung des Lockdowns. Normalerweise ist er mehrere Tage in der Woche auf dem Schießstand zu finden.

Seit einem Jahr ist er zu seiner ehemaligen Sportart zurückgekehrt. Nach einer misslungenen Operation an der Halswirbelsäule ist der Enser halbseitig gelähmt und sitzt seit dieser Zeit im Rollstuhl. „Bis zu diesem Zeitpunkt war Motorradfahren mein großes Hobby“, erzählt er. Aber das war nach diesem Vorfall nicht mehr machbar und er musste sich eine neue Herausforderung suchen.

Da er in der Jugend schon einmal aktiver Sportschütze in Niederense war, kam er auf den Gedanken, diese Sportart wieder aufzunehmen. Allerdings gab es zwei Probleme. Sein einstiger Club kam für die Wiederaufnahme des Schießsports nicht in Frage, da der Zugang zum Schießstand ausschließlich über eine Kellertreppe erfolgt.

Alex Gretenkort nahm Kontakt zum SSC Höingen auf. Die empfingen den Parsiter mit offenen Armen. Sofort wurde eine Möglichkeit gesucht, wie er ohne Probleme den Schießstand erreichen kann und er bekam einen eigenen Schlüssel für das Vereinsheim. Nun musste er sich als Rechtshändler noch umstellen und lernen, die Pistole in der linken Hand zu halten. „Da bekam ich viele Tipps von den Vereinskollegen“, erzählt er.

Werbung
Werbung

DSB-Auszeichung für den Verein

Seit gut einem Jahr ist er nun aktiver Sportschütze und dabei auch erfolgreich. Er hat es bis in den Landeskader des Behindertenverbandes Niedersachsen geschafft. Für Behindertenschießsportler in Nordrhein-Westfalen gibt es noch keinen Landeskader und deswegen ist er ins Nachbarland gewechselt. „Ohne die Berufung in einen Landeskader kann ich nicht in den Bundeskader berufen werden“, berichtet er. Damit käme er seinem Ziel „2024 in Paris“ etwas näher. „Wenn es in vier Jahren mit Paris nicht klappt, trainiere ich für die Paralympics 2028. Amerika soll auch sehr schön sein“, schmunzelt der 43-Jährige.

Der SSC Höingen hat sich in den vergangenen Monaten intensiv für den Behindertensportler eingesetzt und Möglichkeiten geschaffen, dass er alleine auf den Schießstand kommt. Nun sollen die Toiletten umgebaut werden: Es wird ein rollstuhlgerechtes WC gebaut.

Dem SSC Höingen dankte Axel Gretenkort auf eine besondere Weise. Auf seine Initiative hin ist sein neuer Club vom Verein der Schützen vom Deutschen Schützenbund (DSB) und der Deutschen Schützenzeitung als „Stiller Star“ des Monats Oktober ausgezeichnet worden.

Wenn es mit Paris nicht klappt, trainiere ich für die Paralympics 2028.

Axel Gretenkort vom SSC Höingen

Diese Auszeichnung erhält ein Verein oder eine Persönlichkeit, die sich besonders in den Dienst des Schützensports stellt, heißt es. Ein Preisgeld von 100 Euro ist mit der Auszeichnung verbunden – als Monatsgewinner hat der SSC die Chance auf weitere 1 000 Euro, die erhält der Jahressieger. Als Preisträger hat er den SSC Höingen vorgeschlagen, weil er dort nicht nur volle Unterstützung, sondern auch neue Kameraden und Freunde fand, erzählt der Parsiter.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare zu diesem Artikel