Voltigieren

Ein "Movie" auf der Soester Wunschliste

Noch trainieren Emily Bianchi (stehend) und Carla Bigge auf einem fremden "Movie", doch bald soll es ein eigener sein.

Soest – Es ist bereits dunkel auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins Büren im Kreis Paderborn, nur noch in der Reithalle herrscht etwas Betrieb. Doch Feierabend ist hier noch lange nicht, denn aus dem Dachgeschoss ist ein ständiges Knarschen zu hören.

Ein kleiner Gang die Treppe hinauf und schon ist klar, woher das für diesen Ort so ungewöhnliche Geräusch stammt. Die Voltigierer der Soester Pferdefreunde testen hier beim befreundeten Verein einen sogenannten „Movie“ – ein elektrisches Holzpferd, das die Bewegungen eines echten Pferdes simuliert. „Unsere Mitglieder haben damit echt ihren Spaß“, erzählt Trainerin Maria Klein, die an diesem Abend mit sieben Voltigiererinnen hierher gekommen ist. „Oft machen wir das aber nicht. Vielleicht alle zwei oder drei Monate mal.“

Eine Entlastung für die echten Pferde

 Das reicht den Pferdefreunden allerdings nicht, weshalb sie sich nun selbst solch einen „Movie“ anschaffen wollen. Dafür hat der Verein eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um das nötige Geld zusammenzubekommen. Mit der Hilfe von vielen Spendern sollen so 6 500 Euro aufgetrieben werden. „Insgesamt kostet das ganze Projekt aber etwa 14 000 Euro“, erzählt Klein. „Durch das Crowdfunding wollen wir eine gute Grundlage schaffen, mit der wir dann an größere Geldgeber herantreten können.“ Doch diese kostspielige Investition unternehmen die Pferdefreunde nicht nur aus Spaß, sondern auch aus praktischen Gründen. „Ein ‚Movie‘ ist eine wirkliche Entlastung für unsere Pferde“, so Klein. „Dazu können wir darauf ununterbrochen unsere Übungen machen.“ Bei einem lebendigen Pferd sind dagegen maximal vier Minuten Galopp am Stück möglich. Und davon besitzen die Soester eben nur eins, ein weiteres wird ihnen für das Training zur Verfügung gestellt. „Zu wenig“, meint Klein. „Aktuell suchen wir parallel auch noch ein echtes Pferd.“ Das wird allerdings aus der Vereinskasse bezahlt, das Crowdfunding-Geld soll komplett in den „Movie“ fließen. Und damit das alles funktioniert, lassen sich die Pferdefreunde einiges einfallen. „Wir sind da echt ehrgeizig“, freut sich Klein über die vielen kreativen Ideen der Mitglieder zur Finanzierung. „Waffeln backen, Winterlesungen oder Kino-Aktionen, wir sind in vielen Bereichen aktiv.“ Das bringt nicht nur Geld in die Kasse, sondern macht auch viele Leute auf das Projekt aufmerksam. So sind mittlerweile schon 4 554 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Viel fehlt also nicht mehr bis zum Ziel. Noch ist es aber nicht soweit, weshalb die Soesterinnen erst einmal weiter auf einem „Movie“ in dem engen Dachgeschoss-Raum des Bürener Pferdestalls trainieren müssen, in dem jeder Handstand Gefahr läuft, mit der Deckenlampe in Kontakt zu geraten. „Es ist trotzdem eine gute Übungsmöglichkeit hier“, sagt Klein. Die Sehnsucht ist ihr dabei allerdings anzumerken – nach einem eigenen „Movie“ und dem für ihn typischen Knarschen auf der eigenen Anlage in Soest.

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