Möhneseer hofft mit RW Ahlen auf den Regionalliga-Aufstieg

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Im Garten kicken Bennet Eickhoff (links) und sein Bruder Justus zurzeit.

Möhnesee - Seit dem vergangenen Sommer spielt Bennet Eickhoff für Rot Weiss Ahlen und gehört zum Stammpersonal. Der 24-Jährige aus Stockum am Möhnesee fühlt sich beim Fußball-Oberligisten wohl – so wohl, dass er am Wochenende seinen Vertrag um ein Jahr bis 2021 verlängert hat.

„Wir sind sehr erfolgreich, es macht Spaß und der Aufwand ist im Rahmen“, sagt der Rechtsverteidiger, der dem sportlichen Leiter Joachim Krug telefonisch seine Zusage für ein weiteres Jahr gab. Fußball und Studium seien gut zu vereinbaren. Eickhoff studiert an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Sport und Geschichte auf Lehramt und plant seinen akademischen Abschluss in zwei bis drei Semestern. „Eigentlich bin ich gerade im Praxissemester, aber es geht nicht voran.“ Und damit ihm in seiner 25 Quadratmeter kleinen Studentenbude nicht die Decke auf den Kopf fällt, ist er zurzeit bei seinen Eltern in Stockum.

Von der SpVg Möhnesee zu RW Ahlen

Im Kreis Soest hatte Eickhoff als Fußballer auch begonnen. „Ich habe im Minikicker-Alter angefangen“, blickt er zurück. In der Jugend lief er für die SpVg Möhnesee in Körbecke auf, als C-Junior wechselte er zu RW Ahlen, später zur U19 des SC Preußen Münster. Für die Preußen absolvierte er am 22. Oktober 2016 als 21-Jähriger ein Drittliga-Spiel. Gegner waren die Sportfreunde Lotte. „Wir haben leider 0:1 verloren“, erinnert sich Eickhoff. Immerhin durfte er 90 Minuten durchspielen.

Nach seiner Zeit in Münster spielte er mit der Hammer SpVg oben in der Oberliga mit und schaffte mit dem TuS Haltern in der Saison 2018/19 den Aufstieg in die Regionalliga. Dem folgte die Rückkehr zu Rot Weiss Ahlen. „Dort kenne ich das Umfeld. Und mit vielen habe ich schon vorher woanders zusammengespielt“, berichtet Eickhoff. Die Fahrgemeinschaft aus Münster, die es zu seiner Zeit in Haltern gab, mit Angreifer Luca Steinfeldt und Keeper Stephan Tantow gibt es weiterhin. Nun geht es aus der Domstadt halt nach Ahlen. Dort spielt Bennet Eickhoff in der nächsten Saison womöglich in der Regionalliga. Zum Zeitpunkt der Unterbrechung der Oberliga-Saison Mitte März stand RWA mit 36 Punkten an dritter Stelle, hatte aber zwei Partien weniger absolviert als der SC Wiedenbrück (41) und der RSV Meinerzhagen (39), die auf den beiden Aufstiegsplätzen liegen. Von daher bevorzugen die Ahlener, was die Wertung nach dem Abbruch betrifft, natürlich die Quotientenregelung, bei der die erzielten Punkte durch die bestrittenen Partien dividiert werden. Denn dann würden sie an Meinerzhagen vorbeiziehen und auf Rang zwei, einen Aufstiegsplatz, klettern.

17 Einsätze, 17 Mal durchgespielt

Großartig äußern möchte sich Eickhoff zur Entscheidungsfindung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) nicht. „Das überlasse ich anderen. Es gibt genug Diskussionen und Kopfzerbrechen.“ Am fairsten sei aber die Quotientenregelung. Wenn die greifen würde, „würde ich mich natürlich freuen“, sagt der 24-Jährige. Auf jeden Fall hätte er einen großen Anteil am Aufstieg. Bei 18 Liga-Spielen, die RW Ahlen bestritten hat, kommt Eickhoff auf 17 Einsätze. Und: 17 Mal hat er durchgespielt! Das sei für einen Verteidiger nicht unüblich, stapelt er tief. Nur Anfang November in Siegen war er nicht dabei. „Da habe ich eine Gelb-Sperre abgesessen.“ Auch dank Eickhoff stellt RWA statistisch gesehen die zweitbeste Defensive der Oberliga Westfalen. Die 17 Gegentore kann nur Westfalia Rhynern (15) toppen. „Die Abwehr steht ganz gut da“, sagt der Stockumer. Er kam in erster Linie als rechter Verteidiger zum Einsatz, hat aber auch schon mal als Sechser oder Innenverteidiger agiert. „Ich bin recht flexibel“ – zumindest was die Verteidigung angeht. „In der Defensive geht viel, nach vorne eher wenig.“

Dass mittlerweile seit sieben Wochen kein Fußball gespielt wird, sei „sehr bitter. Mir fehlt der Fußball allgemein, aber auch das Training mit den Jungs“, sagt Eickhoff und bezeichnet die aktuelle Situation als „sehr belastend“. Die Läufe, die Trainer Christian Britscho von seinen Akteuren während der Zwangspause fordert, „gehen mir langsam auf die Nerven“. Vier Einheiten pro Woche stehen auf dem Trainingsplan, neben Ausdauerläufen gehören auch Stabilisationsübungen dazu. „Wir haben den Möhnesee direkt vor der Haustür, das ist praktisch.“ Normalerweise geht Eickhoff regelmäßig ins Fitnessstudio, aber das muss zurzeit ja auch ausfallen. Er ist daher auf Home-Workouts umgestiegen.

„Wir haben zu Hause Hanteln rumfliegen.“ Zudem nutzt er die neue Freizeit zum Kicken mit seinem Bruder im Garten. Der 19-jährige Justus spielt für den A-Kreisligisten SpVg Möhnesee. „Außerdem löse ich gerne Kreuzworträtsel, lese ein gutes Buch oder spiele Darts“, sagt Bennet Eickhoff.

Björn Mehnert in den Startlöchern?

Dass Trainer Christian Britscho Ahlen verlässt und zur neuen Saison zum ehemaligen Bundesligisten SG Wattenscheid 09 wechselt, sieht der Stammspieler nicht als Nachteil an. Zwar würden die Karten neu gemischt, aber „ich bin überzeugt, dass ich weiter eine gute Rolle spielen werde“, sagt Eickhoff.

Derzeit verdichten sich die Anzeichen, dass Björn Mehnert Nachfolger von Britscho wird. Mehnert hat seinen laufenden Vertrag beim Oberligisten SC Wiedenbrück aufgelöst – das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Dort wurde der Hammer am 6. Januar als Tabellenführer entlassen. Als Co-Trainer soll Ex-BVB-Profi Salvatore Gambino an seiner Seite stehen. Gambinos Ex-Verein Westfalia Rhynern bestätigte dessen Wechsel zu RW Ahlen.

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